Jammern hilft bedingt

“I’m jamming! I’m jamming!
And I hope you like jamming, too!”

Bob Marley

Ein echter “Jammer”, d.h. ein Musiker oder Freestyle-Artist, der mit anderen frei zusammen spielt, wird keinen Grund zum Jammern haben. Daher bitte nicht verwechseln: “Jammer” (englisch ausgesprochen) und “Jammerer”, auch Jammerlappen genant. Um letztere dreht sich ein neues Buch von Annika Lohstroh und Michael Thiel, das heute im Magazin des Kölner Stadt-Anzeigers besprochen wurde: “Deutschland, einig Jammerland”.

Kölner Stadt-Anzeiger, 12.04.11, Titel: Warum Jammern uns nach vorne bringt

Annika Lohstroh führt im Interview mit Ramona Weise aus, dass Jammern einen vor Arbeitsüberlastung schützen und sogar “innerlich reinigen” kann, grundsätzlich aber Ausdruck “tief sitzender Unzufriedenheit und latenter Unsicherheit” ist. Glciheztigi handelt es sichd abei aber auch um ein vor allem in Deutschland (und zum Teil in Italien) verbreitetes Phänomen, das nach Ansicht der Buchautorin sogar “gesellschaftlich anerkannt” ist – ganz im Gegensatz etwa zu Japan.

In Deutschland liefert Jammern sogar Gesprächstoff, in Form von verbindender Ablehnung des schlechten Wetters oder in Form vom Lästern über missliebige Mitmenschen. Allerdfings sollte das Meckern nicht zum Dauernörgeln werden, sondern idealerweise doch in konstruktive Kritik münden. Anders kann ich mir die Unterüberschrift des Interviews “Nörgler haben mehr Erfolg” nicht erklären. Das stimmt dann doch wohl nur sehr begrenzt!

Interessanterweise werden auch die geschlechtlichen Unterschiede beim Jammern behandelt- ein klassisches Gebiet der Genderforschung (“Jammer Sciences”). So würden Männer eher über Äußerlichkeiten wie die Politik herziehen, währen Frauen mehr über eigene Fehler jammern. Allerdings würden Männer doch stärker jammern als Frauen. Kann gar nicht sein – jedenfalls nicht (wie gesagt) über das eigene Befinden, wie nachfolgender Werbespot eindrucksvoll belegt.

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