Das W-Wort (18) – wird sentimental

Zugegeben, die Inhalte dieser Reihe ähneln sich teilweise. Dennoch ist mein Anspruch aber, jedes Mal einen anderen Aspekt des W-Wortes herauszuarbeiten. Und wenn ich auch schon verschiedentlich beiläufig darauf hingewiesen habe, hier noch mal explizit: Das W-Wort wird sentimental.

Das mag einerseits an den damit verbundenen Kindheitserinnerungen liegen, andererseits an den häufigen (sonst gänzlich unüblichen) Kirchgängen – sehr schön hat mir in dem Zusammenhang die Erwähnung von “U-Boot-Christen” gefallen, die nur einmal im Jahr auftauchen. Es liegt aber vermutlich auch daran, dass wir am Ende des Jahres plötzlich eine Verschnaufpause erhalten, die uns dann doch immer wieder quasi “unvorbereitet” trifft, auch wenn schon seit Wochen und Monaten für das Weihnachtsfest geworben wird.

Kölner Stadt-Anzeiger, 17.12.2011, Zwischen Gewusel und Besinnung

Dazu hat Ismene Poulakos heute im Editorial des Magazins im heutigen Kölner Stadt-Anzeiger den Verlauf des (alljährlichen) Jahresendes aus der Sicht eines Eventmanagers geschildert: “Weihnachten ist der Höhepunkt der Inszenierung, an dem sich alles Schöne noch einmal verdichtet, um dann zwischen den Jahren in eine wohltunde Entspannung zu zerfließen.”

Es gibt keine bessere Gelegenheit innezuhalten, zurück und nach vorne zu schauen als jetzt. Der Tageszeitung dient der Hinweis als Aufhänger für die große Jahresrückschau in Bildern. Mir genügt der Wink, um für mich selber zu klären: Habe ich erreicht, was ich erreichen wollte? Habe ich die Weichen gestellt, die ich für meinen weiteren Weg als die richtigen erachte? Interessant ist dann ja meist in der nächsten Rückschau zu entdecken, dass ich vermtulich mit meinen Mutmaßungen über den weiteren Weg völlig daneben lag. Dennoch bleibt mir nichts anderes, als mich daran zu orientieren.

Passend zur Sentimentaltiät und um diese musikalisch zu untermalen, hier der legendäre Christmas Song des Nate King Cole Trios mit Streicherunterstützung, aus dem Jahr 1946!

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