Ein Wochenende in der Schorfheide

Schon jemals in der Uckermark gewesen? Bis zuletzt war ich das nicht, habe nun aber gelernt, dass Templin die von ihrer Ausbreitung her viertgrößte Stadt Deutschlands ist. Als schönstes Tagungshotel Brandenburgs gilt das Hotel Döllnsee-Schorfheide, in dem ich aus Anlass eines Familientreffs nächtigte. 

Der Döllnsee im Gegenlicht der Sonne

Seine wechselvolle Geschichte steht im Zusammenhang mit Hermann Göring, der das Anwesen Mitte der 1930er Jahre als Gästehaus für sein Jagdschloss “Carinhall” am Döllnsee bauen ließ. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es als Jugendherberge der FDJ und anschließend als repräsentatives Ferien- und Gästehaus der DDR-Regierung genutzt. Unter anderem waren Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht und Erich Honecker Gäste des Hauses “Döllnkrug”. Walter Ulbricht, (geboren 1893), der langjährige Generalsekretär der SED und spätere Staatsrats­vorsitzende der DDR, starb dort am 1. August 1973.

Der Eingang des Hotels Döllnsee-Schorfheide

Anfang der 1980er Jahre ging das Haus in den Besitz des DDR-Staatsrates über, der dort Tagungen und internationale Konferenzen durchführte, unter anderem eine Beratung der Außenminister des Warschauer Pakts mit Andrej Gromyko und das Treffen von Bundeskanzler Helmut Schmidt und Erich Honecker im Jahre 1981. Vier Jahre später wurde das weitläufige Gelände dem Ministerium für Staatssicherheit unterstellt, das es zusammen mit der Waldsiedlung Wandlitz – Wohnsitz der meisten DDR-Regierungsmitglieder – verwaltete. Dort, an der Bundesstraße 109, stehen noch heute einige Bonzen-Villen und der ganze Ort erinnert in einigen Eindrücken noch an die DDR.

Das Seerestaurant am Wandlitzsee

Erst 1994 – aufgekauft, saniert und ausgebaut – eröffnete das Hotel Döllnsee-Schorfheide mit 174 Gästebetten und dem angeschlossenen modernen Kongress- und Tagungszentrum. Damit wurden die Gebäude und das Gelände am Ufer des großen Döllnsees nach Jahrzehnten erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Dort lässt sich wirklich gut entspannen, doch sollte das Interesse an der Geschichte darüber nicht nachlassen. Noch mehr Details stehen in diesem Artikel des Ostpreußenblatts aus dem Januar 2000 oder im Döllnseeblog.

Das Badehaus des 4-Sterne-Hotels am Großen Döllnsee

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