Lachen als Medizin, revisited

Dass Lachen gesund ist, genügt als Binsenweisheit schon länger nicht mehr. Heute macht Lachen vielmehr gesund! Das soll vermutlich bedeuten: Die meisten von uns sind in ihrer Vitalität eingeschränkt, beschädigt. Daher und weil wir sonst so wenig zu lachen haben, täte es uns gut, öfter mal laut loszuprusten.

Kölner Stadt-Anzeiger, 02.01.2012, Lachen macht robust

Die eingefügte Schlagzeile aus dem Kölner Stadt-Anzeiger bezieht sich auf eine Untersuchung der Universität Oxford, über die die Apotheken-Umschau berichtet hat. Wer viel lacht, ist weniger schmerzempfindlich, lautet das Ergebnis zusammengefasst. Die im Gehirn freigesetzten Botenstoffe reduzieren das Schmerzempfinden.

Für das Experiment wurden Freiwillige vor den Fernseher gesetzt, wobei die eine Hälfte eine Doku, die andere ein Comedy-Format zu sehen bekam. Anschließend wurden ihnen leichte Schmerzen zugefügt. Bei einigen guten Dokus, möchte ich einwenden, gibt es manchmal mehr zu lachen als bei einigen schlechten Comedy-Sendungen. Wenn also die Witze so schlecht wären, dass sie schon wehtun, dann wäre der Proband doppelt bestraft.

In einer Zeitung vom Wochenende hab ich sogar das Bild von indischen Polizisten gesehen, denen ein gemeinschaftlicher Lach-Yoga-Kurs verordnet wurde. Lach nicht! Das gibt es auch schon in Deutschland. Form wird hier gewissermaßen von Inhalt getrennt. Man lacht über nichts, der Vorgang wird sozusagen technisch ausgelöst, um den heilenden Effekt hervorzurufen (wobei man sich – egal, ob als Teilnehmer oder Zuschauer – reichlich befremdet vorkommen mag).

Früher hieß es: “Ich lach mich tot!”, heute heißt es: “Ich lach mich gesund!”

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