Neues aus der Lächelforschung

Interessante Neuigkeiten der Sozialpsychologen der Universität Duisburg-Essen: Erstens besteht eine geschlechtliche Schieflage zwischen dem “Lachpensum” von Frauen und Männern im Beruf, Frauen lachen deutlich mehr. Zweitens wird in das Lächeln oder Lachen von Frauen ähnlich wie bei Affen eine Unterwürfigkeitsgeste hineininterpretiert. Darüber hat jetzt im Kölner Stadt-Anzeiger berichtet.

Kölner Stadt-Anzeiger, 31.07.2010, Titel: Führungskräfte lächeln weniger

Hintergrund der Untersuchungen ist die Frage nach der Echtheit von mimischen Ausdrucksformen. Bei einem “echten Lächeln” komme demnach der Ringmuskel um die Augen zum Einsatz, der “orbicularis oculi”. Ein Fehlen der entsprechenden Muskeln signalisiert vorgetäuschte Freundlichkeit. Darüber hinaus sind beim Lächeln gezeigte Zähne offenbar das Signal für einen Beschwichtigungsversuch gegenüber einem vermeintlich dominanten Gegner. Was wieder einmal beweist, wie sehr der Mensch in seinen instinktiven Reaktionsweisen noch von Urzeiten her bestimmt ist.

Frauen, so die Professorin für Sozialpsychologie Nicole Krämer, gälten gleich als unfreundlich, wenn sie nicht lächelten. Ungerecht sei daher auch, dass über Angela Merkels herunterhängende Mundwinkel geredet würde, während dasselbe Charakteristikum bei Männern nicht erwähnenswert sei.

Die naheliegende Schlussfolgerung, warum Führungskräfte weniger lächeln, ist dass sie weniger zu lachen haben. Gleichzeitig drängen Frauen erst nach und nach vermehrt in Führungspositionen. Deswegen sollen sie bestimmt nicht zum Lachen in den Keller gehen oder ihre Freundlichkeit aufgeben. Also wird es Zeit, einerseits in Sachen Führungsstil (offener und herzlicher) und andererseits in Sachen Frauenquote (mindestens 50 Prozent) umzudenken. Möglicherweise resultiert die Freundlichkeit der Frauen aber auch aus bewusstem Einsatz und aus einer besseren Diplomatie. Also beim Lächeln künftig immer auf die Augenmuskeln achten.

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