Neues aus der Tierwelt 32

“Öfter mal was Neues” als Maxime für ältere Schimpansen, unverzichtbares Know-How älterer Gruppenmitglieder bei Elefanten und die Orientierung von Hunden an der Persönlichkeit ihres Herrchens sind die Themen dieser Sammlung interessanter Neuigkeiten aus dem Reich der Tiere.

Welt am Sonntag, 20.03.2011, Titel: Ältere Schimpansen experimentieren gerne

Wieder ist es die Parallele zu Menschen, die bei den Meldungen dieser Ausgabe fasziniert: US-Forscher haben in der Fachzeitung “Biology Letters” über Variationen des Stocherns nach Terminten berichtet, die offenbar mit dem Alter der beobachteten Schimpansen zunahmen. Jüngere Tiere setzten demnach weniger Werkzeuge und diese weniger flexibel ein. Menschen stochern dagegen bevorzugt im Heuhaufen, meist auf der Suche nach der berühmten Nadel, oder sie fischen im Trüben…

Welt am Sonntag, 20.03.2011, Titel: Der Rat der Greisinnen

Elefanten stellt die Integration älterer Gruppenmitglieder offenbar vor weniger Probleme als Menschen. Während nicht nur hierzulande viel über den Wert und die Wichtigkeit älterer Mitarbeiter diskutiert wird – und diese dennoch bevorzugt entlassen werden – profitieren Elefanten eindeutig von der Leitung durch ältere Kühe, wie eine entprechende Meldung in der Welt am Sonntag belegt.

Mit “Rat” ist demnach weniger ein Gremium gemeint als vielmehr die Empfehlung zum richtigen Verhalten bei einer Bedrohung durch Löwen, die ältere Leitkühe aufgrund ihrer Erfahrung zutreffender einordnen können. Hoch interessant die Schlussfolgerung des internationalen Forscherteams, das frei lebende Elefanten in Kenia beobachtete: Wie bei Menschen stelle der Erfahrungssschatz einen Nutzen für die Gemeinschaft dar, der als Grund für die Langelebigkeit bewertet wird.

Welt am Sonntag, 20.03.2011, Titel: Wie der Herr, so der Hund

Verhaltensbiologen an der Universität Wien und der Konrad Lorenz Forschungsstelle Grünau haben Herr-Hund-Beziehungen untersucht. Dabei wurden 22 Mensch-Tier-Paare gefilmt, die durch einen Ausstellungsraum gingen. Auf der Basis der anschließend abgegebenen Selbstbeschreibung der Herrchen stellten die Forscher fest, dass sich Hunde offensichtlich stark an der Persönlichkeit ihres Herrchens (und Alphatieres) orientieren.

Einer Einteilung in fünf  Typen folgend (grob beschrieben als zugänglich, verträglich, offen, gewissenhaft und neurotisch) registrierten sie, dass die Hunde ängstlicher Besitzer diesen kaum von der Seite wichen, und diejenigen unabhängiger Menschen sich seltener in der Nähe des Besitzers aufhielten. Da bestätigt sich die alte Redeweise: “Wie der Herr, so’s Gescherr” und festigt das Bild des treudoofen, bis in den Tod ergebenen “besten Freund des Menschen”. Darüber hinaus ist es für mich nun um so spannender zu beobachten, wie sich manche Hunde verhalten, um direkte Rückschlüsse auf den Hundehalter zu ziehen.

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