Medienkonvergenz, auf ein Neues

In Köln hat Anfang des Jahres eine Konferenz zum Thema “Die Zukunft der Kabelnetze” stattgefunden, bei der unter anderem die sich wandelnden Sehgewohnheiten der Menschen diskutiert wurden. Torsten Gerpott, Hochschullehrer der Universität Essen-Duisburg, prognostizierte, dass bis 2016 rund ein Drittel des “Bewegtbildkonsums” online und zeitunabhängig (nicht-linear) erfolgen werde, bei ingsesamt weiter stiegenden Nutzungszeiten.

Kölner Stadt-Anzeiger, 16.02.2012, Der Wettkampf ist entbrannt

Winfried Urbe zitiert im Kölner Stadt-Anzeiger den Geschäftsführer des Kabelnetzbetreibers Pepcom, Martin Bilger, wonach unter Providern, Inhalte- und Endgeräteanbietern der Wettkampf längst entbrannt sei. Aktuell gibt es in Deutschland rund 1.400 Web TV-Anbieter, eine Konsolidierung des Marktes (sprich Übernahmen und Geschäftsaufgaben) ist vorprogrammiert. Auf wen aber setzen, wenn es darum geht, eigene Inhalt möglichst zukunftsfähig ins Internet zu bringen? Laut Dieter Schickel vom Kabelnetzbetreiber Tele Columbia werde vom Markt verschwinden, wer nur “Durchleiter von Inhalten” ist, ohne einen Mehrwert für Konsumenten zu bieten.

Kölner Stadt-Anzeiger, 16.02.2012, Google kennt Sie gut

Auf derselben Seite hat Werner Schwaderlapp, Professor für Medienmanagement an der Kölner Hochschule Fresenius in seiner Kolumne “Forum Medien” einen Beitrag zum Thema geliefert. Die Vielfalt der Programme und die bisher strikt geforderte Trennung von Werbung und Programm werde absehbar aufgeweicht, sieht er voraus, spätestens wenn erst Google sich in die Liste der TV-Anbieter einreiht: Durch Zugriff auf die persönlichen Vorlieben würden auf dem fernseher die passendsten Angbeote für mich aufgelistet, die ich nur noch anzuklicken brauche.

Er weist darauf hin, dass durch Suchmaschinen-Optimierung (SEO) von Marketing-Experten das individuelle Programm beeinflusst wird, sodass Google mit seinen Geschäftspraktiken zum persönlichen Programmdirektor wird. Wer sich damit nciht abfinden wolle, der solle sich mit mdoerner Medien- und Netzpolitik beschäftigen, so der gut gemeinte Vorschlag. Vermutlich wird der einfachere Weg für viele Interessenvertreter sein, ihre eigenen Inhalte durch möglichst professionelle SEO nach vorne zu bringen.

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