Appell für verantwortliche Berichterstattung

Im “Forum Medien” des Kölner Stadt-Anzeigers hat Marlis Prinzing anlässlich der Jahrestatgung des Netzwerks Recherche über Prinzipien journalistischer Berichterstattung geschrieben. Ein Jurist habe dort dem Journalismus die Funktion als “vierte Gewalt” im Staate abgesprochen. Spielgel-Chefredakteur Geiorg Mascolo habe auf der Veranstaltung gesagt, Journalismus sei der bewuste Bruch der Geheimnisse. Vor diesem Hintergrund beschreibt die Autorin “Leak”-Plattformen (wie Wikileaks) als “bereicherndes Instrument” – wenn der einzelne Journalist “bewusst und verantwortlich entscheidet, wie er mit Geheimnissen umgeht”.

Kölner Stadt-Anzeiger, 06.07.2011, Titel: Anwälte für eine demokratische Öffentlichkeit

Geheimnisse sollten dann gelüftet werden, so Marlis Prinzing weiter, wenn es wfoür die Allgemeinheit wichtig ist, dass alle davon erfahren - nicht aber zum Zweck, jemanden in der Öffentlichkeit bloßzustellen. In diesem Zusammenhang weist sie auf den Basler Medienprofessor Klaus Neumann-Braun hin, der neuen Studien zufolge festgestellt hat, dass heute – im deutlichen Unterschied noch zu wenigen Jahren zuvor – die meisten Nutzer von Facebook und anderen sozialen Netzwerken genau überlegten, was sie wem gegenüber freistellen und was nicht.

Schön, dass sich da was tut, hinsichtlich des “Sendungsbewusstseins” und der Wahrnehmung von Funktionalitäten der Kommunikation! Demgegenüber hätten die meisten (klassischen) Medien jedoch diesen Wandel des Umgangs mit Geheimnissen noch nicht bemerkt. Allerdings gehört auch das mit zur verantwortlichen Berichterstattung, Schritt zu halten mit technischen ebenso wie mit ethisch-moralischen Entwicklungen.

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