Sparkassenfilialen werden geschlossen

Insgesamt 22 Filialen der fusionierten Sparkasse Köln-Bonn werden im Laufe des kommenden Jahres geschlossen. Betroffen sind 12 kleine Filialen in Bonn und 10 in Köln. Dabei handelt es sich um die Standorte Esch, Grengel, Lenauplatz, Longerich, Marsdorf, Müngersdorf, Sechzigstraße, Rudolf-Diesel-Straße, Stegerwald und Weiß. Vor allem den abgelegenen Außenvierteln geht damit ein weiteres Stück Autarkie verloren.

Aber warum überhaupt auf dem Dorf Geld abheben oder andere Geschäfte tätigen wollen, wenn man es dort doch auch nicht ausgeben kann? – könnten Kritiker fragen. Der Punkt liegt allerdings an anderer Stelle. “Kunden büßen für Fehler” hat der Kölner Stadt-Anzeiger seinen Kommentar vom vergangenen Montag überschrieben. Und per se als Staatsbanken haben Sparkassen den Auftrag einer Grundversorgung der Bürger (der so genannten “Daseinsvorsorge”), ausformuliert als “angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise”. Allerdings wurde im vergangenen Jahr mal eben ein Verlust von 182 Millionen Euro gemacht. Doch durch die Schließung von Filialen - und seien es so genannte Kleingeschäftsstellen mit nur zwei bis drei Mitarbeitern – wird das Vertrauen in den Finanzpartner nicht eben gestärkt, egal ob im dörflichen Idyll wie in Köln-Esch oder im sozialen Brennpunkt wie Grengel.

Die Filiale der Sparkasse KölnBonn in Esch wird 2010 geschlossen

Hintergrund ist, dass die EU-Kommissarin Neelie Kroes zum einen an der Rechtmäßigkeit der Finanzspritzen der Städte Köln und Bonn (zusammen etwa 350 Mio. Euro stille Einlagen) sowie des Rheinischen Sparkassenverbandes (in Höhe von 300 Mio. Euro) für das Institut zweifelt, zum anderen aber auch gleichzeitig einen Restrukturierungsplan fordert. So sieht der jetzt also aus. Die Linksfraktion in Köln hat als einzige laut Kritik geübt, dass gerade in den sozialen Brennpunkten die Filialen der Sparkasse erhalten bleiben sollten.

Der Stadt-Anzeiger hat auf seiner Homepage mittlerweile eine Umfrage eingestellt, die danach fragt, ob “Das Ende der Sparkasse?” bereits nahe sei. Auf die Frage, was Leser von der Schließung halten, sind die Antwortmöglichkeiten: Frechheit, Die Sparkassen sind Staatsbanken und sollen gefälligst bürgernah bleiben.  –

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