Shoppen verlängert das Leben

Passend zum Tag der Arbeit hat die Frankfurter Allgemeine Sonntags-Zeitung ihren Kurzmeldungen im Wissenschaftsteil Zeilen aus dem Mailied “Wie herrlich leuchtet mir die Natur” voran gestellt. Besonders gut hat mir die Meldung gefallen, die sich mit einer Studie zur lebenverlängernden Wirkung des Einkaufens in Taiwan beschäftigt.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 01.05.11, Titel: O Glück, o Lust!

Zehn Jahre ist es her, dass die Forscher vom National Health Research Institute in Zhunan Interviews mit 1800 Taiwanesen hinsichtlich ihrer Einkaufsgewohnheiten durchgeführt haben. Das anschließend bis heute geführte Sterberegister ermöglicht nun den Rückschluss: Wer regelmäßig shoppen geht, hat ein um 27 Prozent verringertes Sterbesrisiko.

Das ist so natürlich Quatsch, weil wir bekanntlich alles sterben müssen und das Risisko es zu einer ungewissen Stunde zu tun oder nicht zu tun, vermutlich kaum genau bestimmt werden kann. Sagen wir also: Vermutlich besteht ine um 27 Proeznt höhere Wahrscheinlichkeit länger zu leben als andere. Nun ließe sich gemäß der in der Sonntagszeitung gewählten Überschrift schlussfolgern: Na klar, es ist die Lust am Einkaufen, am Umsetzen des hart erarbeiteten Geldes (hier kommt der Rückbezug zum Tag der Arbeit ins Spiel)!

Das vielleicht erstaunlichste Ergebnis der Studie, die im Journal of Epidemiology and Community Health veröffentlicht wurde,  ist jedoch, dass dabei alleine die Geste zählt. Auch wer nichts kauft, etwa weil er kein Geld hat, lebt durch den regelmäßigen (dann quasi vorgetäuschten) Einkaufsbummel länger. Vermutlich nur eine Frage der Aktivität und des “sich ins Leben Schmeißen”. Nur dumm, dass wir die dadurch gewonnene Lebenszeit dann durch so sinnlose Gänge durch die Markthallen verplempern.

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