Für immer jung – und arbeitslos?

Zwei Kommentare im Kölner Stadt-Anzeiger haben sich jüngst um Fragen der heutigen Jugend gedreht. Zum Einen beschäftigte sich Kerstin Meier mit der immer früheren Geschlechtsreife  -sprich einer immer kürzeren Kindheit, verbunden mit einer immer ausgedehnteren Jugend – zum Anderen griff Jan-Lucas Schanze aus dem “Junge Zeiten”-Team der Zeitung das (nicht nur) europaweite Problem der “verlorenen Generation” auf.

Kölner Stadt-Anzeiger, 19.08.2011, Kommentar: Der Fluch der ewigen Jugend

Ausgehend von der immer früher einsetzenden Pubertät – heute oft schon mit elf Jahren – entwickelt Kerstin Meier den Gedankengang, dass viele “nominell” Erwachsene bis weit über 40 Jahre hinaus den “Lebensstil der Adoleszenz” führen, “Jugendlichkeit und Lebensalter” hätten sich voneinander abgekoppelt. Trotz der biologisch schnelleren Entwicklung zum Erwachsenwerden werde der soziale Status des Erwachsenseins immer später erreicht. Bei den Schwaben heißt es, dass der Erwachsene erst mit 40 “g’scheit” wird. Wenn das dann immer noch nicht der Fall ist, könne die nicht endende Jugendlichkeit zum Fluch werden, schließt die Kommentatorin. Vor allem, wenn junge Männer in Italien oder Spanien mit Mitte 30 immer noch zu Hause wohnen, weil sie keinen Job haben.

Kölner Stadt-Anzwiger, 20.08.2011, Kolumne: Ein Hilferuf

Meine Frage ist, ob ihre Perspektive stimmt, dass der Generation, die nicht erwachsen werden wollte, eine Generation folgt, die nicht erwachsen werden darf. Damit der Schwenk zur Kolumne von Jan-Lucas Schanze unter der Rubrik “Noch Fragen?”: Er begreift die “explosive Mischung aus Frust, Enttäuschung und Wut” in Frankreich oder England als “letzten und einzigen Weg, Aufmerksamkeit zu bekommen”.

Weiter sagt er, dass “Cameron, Sarkozy und weite Teile der europäischen Gesellschaft in den Krawallmachern lediglich die Täter” sehen. Demgegenüber behauptet er, “die Arbeitslosen, Ausgeschlossenen und Hoffnungslosen sind die eigentlichen Opfer der Gesellschaft”. Zwar lenkt er auch ein, dass Gummigeschosse und Wasserwerfer sicher nicht das richtige Rezept dagegen sind. Aber die Schuldfrage alleinig auf die Politik zu schieben, ist vielleicht ein wenig verkürzt, doch ist der Aspekt des “Hilferufs” sicherlich berechtigt. Demgegenüber ist es meine Überzeugung, dass jeder “junge Erwachsene” sein Schicksal in die Hand nehmen muss, das heißt dafür verantwortlich ist, sich auf jeden erdenklichen Weg seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
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Weit besser als das Lied “Forever Young” von Alphaville gefällt mir übrigens das gleichnamige  Lied von Bob Dylan, das oft gecovert wurde. Hier eine Version von Eddie Vedder aus dem Jahr 2006:

Abschließend – nach einigen Vorschusslorbereren anlässlich einer Nominierungsshow – die sehr extravagante Version von Patti Labelle:

Der Vollständigkeit halber nachfolgend noch der Songtext von Bod Dylan “Forever Young”:

May God bless and keep you always,
May your wishes all come true,
May you always do for others
And let others do for you.
May you build a ladder to the stars
And climb on every rung,
May you stay forever young,
Forever young, forever young,
May you stay forever young.

May you grow up to be righteous,
May you grow up to be true,
May you always know the truth
And see the lights surrounding you.
May you always be courageous,
Stand upright and be strong,
May you stay forever young,
Forever young, forever young,
May you stay forever young.

May your hands always be busy,
May your feet always be swift,
May you have a strong foundation
When the winds of changes shift.
May your heart always be joyful,
May your song always be sung,
May you stay forever young,
Forever young, forever young,
May you stay forever young.

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