Krise? – Welche Krise?

In Anspielung auf das Album der Band “Supertramp” aus dem Jahr 1975 weise ich auf zwei Artikel hin, die sich mit der Verknappung des Rohstoffes Papier beschäftigen. Andreas Rosenfelder behandelt in der Welt die Ursachen für den teurer werdenden Zellstoff, während Michael Gassmann in der Financial Times Deutschland bereits zuvor die deutlich erhöhten Preise thematisierte. Demnach warnten Hersteller bereits vor Engpässen.

Welt, 14.04.10, Titel: Angst vor der Papierkrise

An ernsthafte dauerhafte Engpässe ist vermutlich noch nciht zu denken, aber alleine das Gedankenspiel in der Welt – aufgehängt an der aktuellen Diskussion über den iPad - lässt eien Zukunft vorherahnen, in der es Bücher nur noch als äußerst rare Luxusartikel gibt. Als Gründe für die Verknappung nennt Andreas Rosenfelder den Streik von Holzarbeitern in Finnland, das Erdbeben in Chile sowie die boomende Wirtschaft in China, wo es neben wenigen Bambuswäldern keine entsprechenden Rohstoffquellen gibt: “Deshalb kauft China den europäischen Markt leer, auf dem die Preise letztes Jahr einen historischen Tiefstand erreicht hatten.”

FTD, 12.04.10, Titel: Bei Kartonagen stockt der Nachschub

Demnach würden deutsche Papierfabriken bereits im Sommer die Preise um zehn bis zwanzig Prozent erhöhen müssen. Daher würden einige Bücher bereits anstatt auf hochweißem auf billigerem Papier erscheinen, so das Kochbuch von Sophie Dahl beim Berlin-Verlag, die neuen Reportagen von Benjamin von Stuckrad-Barre bei Kiepenheuer & Witsch oder die Neuauflage von Eckhart vion Hirschhausen bei Rowohlt.

Allerdings – so Michael Gassmann in der FTD – hätten sich auch die Lieferfristen für Karton von einem halb Monat auf bis zu drei Monate erhöht. Der Rohstoff Altpapier habe sich binnen eines Jahres von 2,50 Euro pro Tonne auf mittlerweile bereits 85 Euro mehr als verdreißigfacht. Diese Entwicklung beträfe auch andere wiederverwertete Rohstoffe. “Grund für den gegenwärtigen Nachfrageboom seien Exporte  nach China”, wird dort ebenfalls ein Experte zitiert. Als weltgrößter Importeur von Altpapier beziehe China rund 33 Millionen Tonnen jährlich.

Also doch Zeit sich mit E-Books auseinandersetzen? Die Auswirkungen könnten noch sehr viel weit reichender sein, denn die Teuerung dürfte neben Büchern und Zeitungen auch Servietten und Toilettenpapier und vor allem Karton-Verpackungen aller Arten – von Lebensmittelumverpackungen bis hin zu Elektrogeräten und vieles weitere mehr betreffen.

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