Neues aus der Tierwelt 6

Dieses Mal mit den Themen: wählerische Meisen, durchschaubare Frösche, ein Wolf in Bayern und ein Biber in Sachsen. Die “fabelhafte” Analogie zu menschlichen Wesenszügen macht die Berichterstattung über Tiere so spannend. Entweder wird das Verständige des Menschen auf sie projeziert oder es wird das Wilde in uns geweckt. Beides jedoch passt so gar nicht zu dieser Welt-Schlagzeile:

Welt, 19.05.10, Titel: Meisen verschmähen Biofutter

Den Forschern der englischen Uni Newcastle zufolge sind es nicht nur die Meisen, die herkömmliche Körner jenen aus Bioanbau vorziehen , sondern auch andere kleine Vögel wie Amseln. Das klingt doch stark nach den ungezogenen Kindern, die wider alle Vernunft das gesunde Gemüse doch nicht mögen. Hintergrund ist laut Beitrag aber, dass herkömmliche Körner zehn Prozent mehr Protein beinhalteten, das die Vögel besser durch den Winter bringe, Pestizide hin oder her. Eine ganz andere Entdeckung haben dagegen Wissenschaftler der Umweltorganisation Conservation International und der National Geographic Socitey in Neuguinea gemacht, berichtet ebenfalls die Welt:

Welt, 19.05.10, Titel: Frosch mit Pinocchio-Nase

In den wenig erforschten Urwäldern spürten sie mehrere neue Tierarten auf, unter anderem einen Frosch mit beweglicher Nase, die immer dann nach oben zeigt, wenn der Frosch aktiv ist, nach unten hingegen in passiven Zeiten. Das kommt dem Leser doch einigermaßen bekannt vor, sowohl was das Sexualverhalten als auch die damit oft verbundenen Lügen von Männern betrifft. Übrigens wurde in Neuguinea auch ein “winziges Wald-Wallaby” entdeckt, die bislang kleinste bekannte Känguru-Art. Eine altbekannte Art hat dagegen Anfang der Woche in Bayern für Schlagzeilen gesorgt:

Welt, 17.05.10, Titel: Wolf auf Brunos Spuren

Nachdem rings um Bayrischzell mehrere Schafe gerissen wurde, vermutet das Landesamt für Umwelt, dass es sich um dasselbe Tier handeln könnte, dass um den Jahreswechsel nur 20 Kilometer entfernt gesichtet worden war. Dass einzelne Tiere aus wachsenden Rudeln in den Südalpen nach Bayern kommen können, ist nachvollziehbar. Dass es aber in acht deutschen Bundesländern wieder Wölfe geben soll, überrascht doch. Nicht “Homo hominis lupus”, der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, muss es dann heißen, sondern “Lupus hominis lupus”, der Wolf ist dem Menschen ein Wolf, jetzt wieder.

Welt, 17.05.10, Titel: Die Biber-Blockade

Last not least sei auch die Berichterstattung über den an der Waldschlösschenbrücke in Dresden ansässigen Biber erwähnt. Das Tier galt seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts als schon so gut wie ausgestorben. Nun darf es während der “Fortpflanzungs-, Aufzuchts- und Überwinterungszeiten nicht erheblich gestört werden”, auch wenn das den Bauplan der bereits teuersten Stadtbrücke Deutschlands weiter verteuert und in die Länge zieht (bereits zuvor hatten seltene Exemplare einer Fledermaus- und einer Schmetterlingsart die Baurabeiten verzögert). Zeit, um sich ausgiebig Gedanken zu machen, wie das Tier aus meinem “Biber-Zyklus“.

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