Frisbee-Quickie erregt Schweizer Gemüter

Pius Segmüller von der schweizerischen CVP (Christliche Volkspartei) wettert laut “Blick” gegen neue TV-Spots einer Stop-Aids-Kampagne. Sein Name scheint ihn zu verpflichten: Pius – dem Frommen – frommt die Sekundeneinstellung einer Sexszene nicht. Dabei geht es doch genau darum: Zum Beispiel lernen sich am Strand ein Frisbee spielender junger Mann und eine Frau kennen. Erst fällt er quasi über sie und anschließend beide übereinander her.

Jedenfalls gefällt mir genau an diesem Beispiel die Frisbeescheibe sehr gut, die für einerseits für Spaß und das Genießen des Lebens steht, andererseits für eine Mentalität der geistigen Offenheit und Spontaneität. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Frisbeespieler grundsätzlich schneller einem Quickie zugetan wäre als das andere Sommerfrischler, Freizeit- oder Leistungssportler wären.

Zudem gefällt mir auch die Länge des Spots, der in fünf Sekunden alles auf den Punkt bringt: Bekanntschaft – Geschlechtsverkehr – Rückfrage. Das steht für ein stimmiges Konzept, in dem die Schlussfrage sowohl die Darsteller im Kurzfilm als auch die Zuschauer betrifft: “Gings zu schnell…?” Auch die begriffliche Nähe zwischen dem “Gummi” genannten Präservativ und dem “Plastik” genannten Freuizeit- und Sportgerät passt in meinen Augen gut.

Am besten finde ich aber die vielen Worte, die zuerst dr Luzerner Nationalrat, danach mehrere Zeitungen (sogar in Österreich) und nun auch mich zu vielen Worten verleitet (und sei es nur, um das gelungene Video zu zeigen). Damit hat die Kampagne schon jetzt mehr erreicht, als sie erwarten durfte. Immerhin verweist sie am Ende auch sehr ernsthaft auf den Love-Life-Check-Link hin, von dem aus zur Hauptseite der Kampagne verwiesen wird. Wer sich in der Schweiz für den Teamsport Ultimate Frisbee interessiert, möge sich an die Swiss Ultimate Association wenden.

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Eine Antwort zu “Frisbee-Quickie erregt Schweizer Gemüter”

  1. ThomasG sagt:

    Das könnte auch eine Werbung für das Paganello sein ;-)

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