Gefühlte und tatsächliche Sicherheit

Wusste ichs doch, dass da noch mehr zu erwarten wäre. Inhalte von Brisanz von den diesjährigen Münchner Medientagen – sind allerdings Fehlanzeige! Bundesjustizminsiterin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger hielt an den Leistungsschutzrechten für Verlagserzeugnisse im Internet fest, verwies aber beim Online-Gipfel “Freiheit im Netz: Bürgerrecht oder Alptraum” gleichzeitig auf die beschränkte Zuständigkeit, wenn ein Server mit Daten im Ausland steht.

Die Welt, 15.10.10, Titel: Justizministerin setzt sich für Verlage ein

In der Welt berichtet Ileana Grabitz davon, dass der von BDZV und VDZ vorgelegte Vorschlag einer Zwangsabgabe zum Leistungsschutzrecht bei der Industrie überhaupt nicht gut ankommt. Die Argumentation Philipp Schindlers, Googles Managing Director für Nord- und Zentraleuropa, dass die Verlage vor Jahren von sich aus entschieden hätten, ihre Inhalte kostenfrei ins Netz zu stellen und sie insofern nun auch keine Gebühren für ihre Verwendung verlangen könnten, ist verständlich, aber nicht schlüssig. Ein Geschäftsmodell setzt voraus, dass man auch im Internet mit journalistischen Inhalten Geschäfte machen kann. Und das wäre durchaus möglich, wenn eine entsprechende Kehrtwende der Verlage nur vollzogen würde.

Die Welt 15.10.10, Untertitel: Mehr Schutz für Online-Inhalte

Datenschutz betrifft nicht nur journalistische Erzeugnisse, sondern natürlich auch die private Datensphäre im Netz. Laut Bericht in der Zeit online soll bis zum 7. Dezember ein Kodex zum Datenschutz erarbeitet werden, der zur Selbstverpflichtung dienen soll. In der Welt wird Verbraucherminsiterin Ilse Aigner zitiert: “Den verbauchern das Gefühl zu vermitteln, dass sie die Weitergbe ihrer persönlichen Daten kontrollieren können, ist unerlässlich.” Anmerkung: Es geht nicht nur um das vermittelte Gefühl, sondern um die praktikable Durchführung.

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