Projektmanagement für Kinder

Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat die Kindertagesstätte St. Martinus im Kölner Norden auf sich aufmerksman gemacht. In einer Projektgruppe von Vorschulkindern ist eine umfassende Erneuerung des großen Gartengeländes geplant worden. Zwar wird sich die Umsetzung über mehrere Jahre hinziehen, doch jetzt wurde ein selbst gebasteltes Modell des Projekts “Unser Traumgarten” der Öffentlichkeit präsentiert.

Modell des Traumgartens der Kita St. Martinus in Köln-Esch

Im Rahmen des Vorschulprogramms an der katholischen Kita St. Martinus im Familienzentrum Kreuz Köln-Nord konnten sich die Maxi-Kinder zwischen einer Zirkus- und einer Traumgarten-Gruppe entscheiden. Seit den Herbstferien haben sich die knapp 20 Kinder des Gartenprojekts mit den Erzieherinnen Romie Esser und Gabi Brinser immer Dienstagnachmittags getroffen und die Planung in mehreren Phasen vorangetrieben. „Am Anfang stand die Frage: Was hättet ihr denn gerne im Garten?“, berichtet Romie Esser, „die wichtigsten Wünsche waren Klettervorrichtungen, ein Heckenlabyrinth und ein Tunnel.“

Gartenarchitektin Aletta Mortsiefer im Gespräch mit Vorschulkindern der Kita St. Martinus, Foto: Privat

Anschließend erkundeten die Kinder, was sie im Moment im Garten haben, und fertigten dann einen Plan an. Weiter ging es zusammen mit der Gartenarchitektin Aletta Mortsiefer, die sich zunächst fachkundig mit den Kindern unterhielt. Anschließend einigte sich die Gruppe auf einige Gestaltungs-Elemente wie Teich, Brücke, Tunnel und Labyrinth. Nachdem der große Garten dann ausgemessen war, wurde das Modell erstellt, das nun in mehreren Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden soll.

Erzieherinnen Romy Esser (l.) und Gabi Brinser mit Vorschulkindern aus der Traumgartengruppe an der Kita St. Martinus

Ein älteres Ehepaar verzichtete zu seiner Goldenen Hochzeit auf Geschenke und überbrachte das stattdessen gesammelte Geld der Kita. Für den Garten, der auch von Kindern unter drei Jahren genutzt wird, erhält die Kita auch Zuschüsse. Dennoch wird es Jahre dauern bis das Projekt mit einem egschötzten gesamtvolumen von rund 100.000 Euro fertig gestellt sein wird. Bei der Umsetzung helfen auch Eltern mit. „Wir haben ganz neue Seiten an unseren Maxi-Kindern entdeckt“, erzählt Erzieherin Esser, „Wenn sie im Sommer in die Schule auf der anderen Straßenseite kommen, können sie in Zukunft sehen, wie ihr Projekt langsam Gestalt annimmt.“ Den Anfang wird eine Väter-Kinder-Pflanzaktion für das Heckenlabyrinth im April machen.

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