Erst kommt das Fressen…

Bestimmt hast Du schon den guten Rat gehört: “Nicht einkaufen gehen, bevor Du gegesen hast!” Angeblich tendiert der Mensch dazu, mehr als nötig zu kaufen. Ähnlich bekannt ist der elterliche Spruch beim Essen: “Da waren die Augen größer als der Magen!” Diese und weitere Alltagsphänomene könnten nun eine wissenschaftliche Begründung gefunden haben, wenn ich eine entsprechende Meldung aus der Welt einmal etwas weiter interpretiere.

Die Welt, 05.03.12, Titel: Hunger verändert die Wahrnehmung

Der Sozialpsychologe Sascha Topolinski von der Uni Würzburg hat untersucht und festgestellt, dass unter dem Hungergefühl die Mundschleimhaut sensibler reagiert, sodass sich das Essen im Mund größer anfühlt. Hungrige würden aber auch die Buchstaben in einer Buchstabensuppe besser erkennen. Zudem würden Hungrige Portionen auf dem Teller kleiner wahrnehmen als Satte.

Das passt meiner Meinung nach alles ins Bild. Wenn ich Hunger habe, kann die Portion auf dem Teller auf den ersten Blick meist auch nicht groß genug sein. Wenn ich aber schon satt bin udn bekomm eine genauso große Portion hingestellt, dann empfinde ich das eher als Last. Gut, die eigene Mundschleimhaut habe ich darauf noch nciht untersucht, aber hier gilt das Gleiche: Habe ich bereits gegessen, sind die Sinne gewissermaßen abgestumpft – dann beginne ich hja schon zu verdauen. Habe ich aber Hunger, dann “läuft mir das Wasser im Mund zusammen”: Der erste Biss ist oft der beste. Mmmmhhh, schemckt das lecker! ASb der zweiten Gabel habe ich schon fast daran gewöhnt.

Dass aber Hunger die Wahrnehmung verändert, hat aus sozialkritischer Perspektive Ber5tolt Brecht schon vor langer Zeit erkannt, in dem immer wieder gerne ziterieten Klassiker aus der Dreigroschenoper, aus der Ballade über die Frage “Wovon lebt der Mensch?”.

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