Selbstverliebt oder durchgeknallt?

Nachdem der Chefredakteur der Bild-Zeitung Kai Diekmann in seinem neuen Blog Gespräche mit sich selber führt – und dieser Umstand doch für einiges Aufsehen gesorgt hat – dachte ich mir: “Hey! Was solls? – Das machst Du jetzt auch!”

Jörg Benner im Spiegel der Reflektion

Hintergrund bei mir ist jedoch weniger die von Diekmann selbst ins Feld geführte Eitelkeit, sondern eher die Notwendigkeit, im Vorfeld der Jahreshauptversammlung des Deutschen Frisbeesport-Verbandes am 5.12. im Club Voltaire in Frankfurt einiges los zu werden, das ich sonst nicht so gut hätte unterbringen können.

Üblicherweise interview ich pro Monat aus aktuellen Anlässen jeweils zwei Sportler oder Funktionäre. In diesem Monat erscheint mir die Jahreshauptversammlung einfach als der wichtigste Anlass, daher diese vermutlich doch eher einmalige Vorgehensweise.  – Aber wer weiß was passiert, wenn mein Vorgehen ähnlich viele Rückmeldungen erhält wie die Aktion des Vorzeige-Boulevardmannes, der gemäß den Kommentaren bei Zeit.de aus seinen Defiziten an Aufmerksamkeit heraus vorgibt, selbstkritisch zu sein? ADS könnte in der Tat bei mir gegenüber der Leserschaft aus dem wachsenden Kreis der Frisbeesport-Aktiven in Deutschland auch der Grund sein.

Besonders schön hat mir jedoch der Kommentar eines Lesers gefallen, der einfach nur das Wilhelm Busch-Gedicht zitiert:

Kritik des Herzens

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich:
So hab ich erstens den Gewinn,
Dass ich so hübsch bescheiden bin;

Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;

Und viertens hoff ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Dass ich ein ganz famoses Haus.

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