Der “TV-Inhaltesauger” Internet

Eine neue Studie  des Adolf-Grimme-Instituts in Marl kommt zu dem Schluss, dass das Internet künftig immer mehr Inhalte des Fernsehens aufsaugen wird. Sie wurde in Folge der Abschlussveranstaltung des Projekts “Programmstrategien 2015″ als eins von vier möglichen Szenarien der Zukunft vorgestellt.

Kölner Stadt-Anzeiger, 20.11.10, Titel: Das Fernsehen wandert ins Netz

Ganze Teile des heutigen TV-Programms könnten demnach ganz verschwinden oder aber eben ins Netz abwandern. Als wichtige Tendenz wurde dabei die weitgehende Abkehr von linearen Programmen hin zum Herunterladen einzelner Sendungen und Beiträge bestimmt. In der Folge wird innerhalb der kommenden fünf Jahre ein Wegbrechen des Mittelsegments erwartet, sodass es nur noch einerseits hochwertige Sendungen und andererseits Billigproduktionen geben werde.

Die anderen benannten, drei möglichen Szenarien wären die friedliche Koexistenz beider Medien, wonach alles bliebe wie es ist, eine vollständige Konvergenz beider Medien, wobei zu jedem Film Zusatzprogramme wie Downloads, Spiele oder andere Fanartikel entwickelt würden, und eine Entwicklung hin zum “Stimmungsfernsehen” – genannt “In the Mood” – die einen Wandel hin zu TV-Spartensendern beschreibt, um nur noch vorherrschende Gefühlslagen zu bedienen.

Für die Untersuchung wurden rund 90 Autoren, Produzenten und Programmverantwortliche befragt, die im Zusammenhang damit auch einen Wandel der wirtschaftlichen Verhältnisse vorhersagen, wonach nur noch große Produktionsfiormen und kleine, flexible Anbieter überleben würden. Erstellt wurde die Studie vom Grimme-Institut in Kooperation mit dem MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung. Auftraggeber waren die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), die Hessische Landesanstalt für den Privaten Rundfunk und neue Medien (LPR-Hessen) sowie die MFG Filmförderung Baden-Württemberg.

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