Online PR-Crashkurs

Die PR-Agentur Real Wire scheint den “wahren Draht” zu ihren Kunden gefunden zu haben. Zumindest ist die englischsprachige Video-Darstellung, wie online PR funktioniert, sehr überzeugend. Gefordert wird ein von bisheriger Öffentlichkeitsarbeit grundsätzlich zu unterscheidender Ansatz, der die Präsenz der Strategen in den online Foren erfordert und ihre Akzeptanz dort voraussetzt. Das bedeutet, auch nur an den richtigen Orten relevante, interessante und hochwertige Inhalte zu Diskussionen beizusteuern. Einmalig aufzukreuzen, eine Werbebotschaft zu lancieren und sich danach nicht mehr blicken zu lassen, ist hingegen wenig glaubwürdig.

 

Auf der Quellseite von vimeo.com überlegt ein begeisterter Betrachter, ob der in diesem Zusammenhang gebrauchte Terminus “Organising your own party” so zu verstehen sei, dass Markenkonzerne ihre eigenen Communities aufbauen sollten. Dem widerspricht der Real Wire-CEO Adam Parker in seiner Antwort auf die Kritik – wobei er der gestellten Forderung nach online Präsenz vorbildlich nachkommt. Vielmehr sei der vorgeschlagene Weg, bestehende Netzwerke zu sponsern, vermutlich geeigneter. Die dafür vorgeschlagene Metapher des Rezensenten lautet “Getting the drinks in at the bar”. Dummerweise ist nur ausgerechnet der gemeinsame Kneipenbesuch gerade im Internet nicht möglich…

Allerdings steht außer Frage, dass gerade in online Foren Glaubwürdigkeit und Vertrauen nur durch kontinuierliches Beitragen zu den laufenden Gesprächen erfolgen können. Wenn es um Markenerlebnisse geht, dürften die Beziehungen zwischen den Markennutzern und ihren PR-Vertretern in jedem Fall bereits vorbelastet sein. Eine Frage aus Anlass aktueller Fehlverhalten wie bei Knauf-Gips im Iran oder beim deutschen Sportartikelhersteller Jako wäre, inwieweit ein gespanntes Verhältnis durch eine bestehende Präsenz einfacher wieder entspannt werden kann.

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