Stress geht direkt aufs Denkvermögen

Ich habe das schon oft erlebt: Eigentlich wollte ich mich gerade einer Sache widmen, während bereits die nächste Arbeit wartet. Genau in dem Moment kommt eine superdringliche Aufgabe rein, die sofort bearbeitet werden muss. Nun sind die anderen Tätigkeiten kaum weniger wichtig, sodass sich sofort ein Symptom einstellt, das sich kurz ”Stress” nennt. Bisher dachten Neurologen, das dabei ausgeschüttete Hormon Kortisol wirke erst nach etwa 20 Minuten. Neue Forschungen an der Universität Trier belegen, der Thalamus wird schon nach wenigen Minuten aktiviert.

Kölner Stadt-Anzeiger, 30.01.2012, Stress belastet das Gehirn sofort

Neurologen der Uni Trier um Hartmut Schächinger haben zusammen mit Ärzten des Brüderkrankenhauses Trier drei Untersuchungen vorgenommen, wobei den Probanden vier Milligramm Kortisol gespritzt wurde und ihre Gehirnfunktionen anschließend elektrophysiologisch überwacht wurden. Demnach löste der Stoff jedesmal bereits nach wenigen Minuten Funktionsänderungen im Gehirn aus. Der Thalamus regelt kurz gesagt den Informationsfluss zum Großhirn und ist auch entscheidend für die Aufmerksamkeit.

Das bedeutet, durch Stress wird unmittelbar auch die Wahrnehmung beeinflusst. Wir sehen unter Stress nicht mehr ganz klar, bekommen gewissermaßen einen Tunnelblick oder bekommen einen panischen Gesichtsausdruck wie gehetzte Tiere. Sicherlich ist ein Mindestmaß an Stress positiv für jeden Erfolg, gewissermaßen Antrieb überhaupt etwas zu tun. Positiver, wohldosierter Stress (so genannter “Eustress”) hält uns motiviert bei der Arbeit. Die Rede ist hier aber von übertriebenem Stress, der zur derzeit häufig zitierten Krankheit des Burnouts führt. Eine andere Frage wäre demnach also, wie wir mit dem täglichen (und vor allem mit außergewöhnlichem) Stress umgehen, damit wir nicht so ausrasten wie zum Beispiel dieser Zeitgenosse…

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