Wenn das Jennifer-Aniston-Neuron aufblitzt…

Der Neurochirurg Itzhak Fried von der Universität von Kalifornien hat Patienten eine Reihe von Bildern gezeigt und die neuronale Wirkung mithilfe eines Hightech-Scanners ausgewertet. Während bei vielen Bildern keine oder keine eindeutigen Reaktionen nachzuweisen waren, blitzte jedoch bei der Vorlage des Bildes von Jennifer Aniston bei vielen Patienten genau ein Neuron auf. Bei anderen Berühmtheiten entdeckt er in der Folge weitere einzeln nachweisbar aktivierte Nervenzellen. Das Phänomen hat er jedoch dem ersten Bild zufolge als “Jennifer-Aniston-Neuron” bezeichnet.

Kölner Stadt-Anzeiger, 03.04.2012: Eine Freundin unterm Schädel

Diese Erkenntnis ist vielleicht nicht ganz neu, ich hab sie im Kölner Stadt-Anzeiger jedoch jüngst zum ersten Mal erfahren. Christian Bos kommentiert dort, “geschafft hat man es im Showgeschäft, wenn man sich als blinkbereite Nervenzelle in Millionen von Gehirnen verankert hat”. Etwas ernsthafter ist dahinter liegende Frage, wie Erinnerungen beschaffen sind, wie sie gespeichert und abgerufen werden (offenbar via Neuronen).

“Eine Freundin unterm Schädel” – Das klingt ein wenig nach “Möchtegern-Freundin im Hinterkopf, die von ihrem Glück aber nichts weiß” oder nach dem berühmten mittelalterlichen Gedicht: “Ich bin dîn, du bist mîn, des sollst du gewisse sîn. Du bist verslozzen in mînem Herzen, verloren ist das Slüzzelin.” Ersteres passt gut zur ehemaligen “Friends”-Darstellerin, zweiteres nicht, denn sie ist ja nicht in unserem Herzen eingeschlossen, sondern in unserem Gehirn. Für die wahre Liebesbeziehung daher vermutlich wichtiger, mit Herz UND Hirn zu lieben… Vorsicht jedenfalls vor der Irreführung nur das Bild einer Person zu lieben!

Einzelne Internetfunde weisen in Bezug auf das Jennifer-Aniston-Neuron bereits auf das Jahr 2005 zurück (Nature) bzw. auf das Jahr 2008 (Telegraph). Aus diesem Jahr stammt auch ein launiges Video-Erklärstück von der Seite Brainrules.net zum Thema “Every Brain is wired differently”.

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