Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Neues aus der Tierwelt 17

Dienstag, 28. September 2010

Wissenschaftliche Erkenntnisse über Vögel im Allgemeinen, Meisen im Speziellen (nachdem wir erst jüngst über deren Sexualverhalten in Anbetracht von Laternenschein lesen konnten) und über Feldhasen in dieser Ausgabe sensationeller Neuigkeiten aus dem Tierreich.

Die Welt, 27.09.10, Titel: Weibliche Vögel schlafen länger

Beim Schlafverhalten der Vögel spielen natürlich nicht nur künstliche Lichtverhältnisse eine Rolle, sondern jetzt haben Forscher des Max-Planck-Institus für Ornithologie im oberbayerischen Seewiesen  herausgefunden, dass junge Vögel länger schlafen als alte und weibliche länger als männliche. Die in der Welt studierte Studienleiterin Corinna Steinmeyer vermutet, dass die noch längere Schlafenszeit von Weibchen vor der Brutzeit mit der Voirberetiung darauf zu tun haben könnte. Der Vergleich zu den Menschen liegt nahe: Jüngere benötigen mehr Schlaf und die Männchen als Jäger und Sammler folgen eher der Binsenweisheit: Früher Vogel fängt den Wurm.

Die Welt, 26.09.10, Titel: Meisen sind auch nur Eulen

Die zweite Meldung aus der Welt am Sonntag erinnert an den alten Spruch zum besten Freudn des Menschen: „So ein Hund ist auch nur ein Mensch!“ Die Rede bei der betreffenden Untersuchung (aus demselben Institut in Seewiesen) ist aber von verschiedenen Aktivitäts-Typen. Eine „Eule“ ist demnach ein Mensch (oder ein Vogel), der erst abends fit wird (dann haben ja auch mehr Kneipen auf), eine „Lerche“ gilt ls Synonym für den Frühaufsteher. Und spätestens jetzt wird uns klar, dass die Welt m Sonntag sich auf dieselbe Studie bezieht, dabei allerdings die Meisenweibchen berücksichtigt, die nachts unruhig und dafür morgens länger schlafen. Daher der Titel; es war die Nacht-Meise und nicht die Lerche!

Die Welt, 23.09.10, Titel: Feldhäsinnen können doppelt schwanger werden

Zuletzt eine Meldung zurück aus dem Reich der Lüfte auf dem Boden der Tatsachen: Die Fruchtbarkeit von Feldhäinnen betreffend. Till Mundzeck berichtet in der Welt unter Berufung auf das Berliner Leipniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, dass Häsinnen bereits während einer Schwangerschaft tatsächlich neu befruchtet werden können. Diese sogenannte „Superfetation“ beschert den sprichwörtlich fruchtbaren Tieren ihren großen Fortpflanzungserfolg, wei schon „seit Aristoteles‘ Zeiten“ gemutmaßt wurde. Ein Eisprung findet bei Häsinnen demnach nicht regelmäßig, sondern nach jedem Deckakt statt, heißt es. Und weiter: Etwa vier Tage vor einer Geburt könnten sich im Eileiter neue Embryonen entwickeln, die erst anschließend in die Gebärmutter wanderten. Dabei dachte ich immer, Häsinnen könnten überhaupt nicht schwanger werden, sondern höchstens „trächtig“.

Ohne Witz: Bob-Anschieberin gesucht

Montag, 27. September 2010

Die erfolgreiche Bob-Fahrerin Sandra Kiriasis (sechsfache Weltmeisterin) sucht eine neue Anschieberin. Da ihre bisherige Suche jedoch erfolglos verlief und schon in fünf Monaten die Heim-WM in Königssee beginnt, hat sie bei Stefan Raab angerufen, mit dem sie schon zusammen im Wok saß und im Übrigen auch Wok-Weltmeisterin wurde. Der hat mit seinem ernsthaften und auch nicht komisch gemeinten Aufruf in seiner Sendung TV Total (Link zum Film) der Suche neuen Schwung verliehen.

Aufruf auf der Seite www.sandra-kirasis.de

Bereits in den ersten vier Stunden nach dem Aufruf sollen 44 Bewerbungen eingangen sein, so Stefanie Schmidt in einem Kommentar im Kölner Stadt-Anzeiger, wobei wir über die Ernsthaftigkeit und Angemessenheit dieser Bewerbungen nur mutmaßen können. Der Aufruf bei Stefan Raab jedoch war durchaus ernsthaft und dabei auch weitgehend frei von Gags. Es handelte sich hierbei offenbar lediglich um einen Freundschaftsdienst zwischen Bekannten, die zusammen (bei der Wok-WM) mediale Aufmerksamkeit geteilt haben. Unter den Fans (laut Kommentaren zum Video bei tv.toal.prosieben.de) herrscht Uneinigkeit darüber, ob so etwas in die Sendung gehört oder nicht.

Kölner Stadt-Anzeiger, 24.09.2010, Titel: Hoffnung für den FC

Immerhin scherzte Stefan Raab zum Ausstieg noch darüber, dass er bald in seiner Sendung wohl auch den Aufruf für einen neuen Schalke-Trainer starten könnte. Möglicherweise brachte dies Stefanie Schmidt im Kommentar des Kölner Stadt-Anzeigers dazu, das Casting für einen Linksverteidiger beim 1. FC Köln ins Auge zu fassen. Ihre Aussage „Raab kann schließlich alles“ trifft den Punkt meines Erachtens nicht ganz. Er hat sich aber eine gehörige Macht bei Pro 7 aufgebaut, die ihm ermöglicht so einiges zu bewegen. Dass er das auch für eine Freundin nutzt, ist zwar ungewöhnlich, aber durchaus zu begrüßen. Um noch einmal den Stellenwert der Athletin Sandra Kiriasis zu begreifen, hier ein Bericht aus dem Jahr 2008, mittlerweile hat sie 7 mal in Folge den Welt-Cup im Zweierbob gewonnen.

Der LVR erkundet den Sonntag im Rheinland

Sonntag, 26. September 2010

Der Landschaftsverband Rheinland geht mit seinem Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn der Frage nach, wie sich der typische Sonntag im Rheinland gestaltet. Innerhalb dieses Forschungsprojekts haben die LVR-Volkskundler jetzt zur Mitmachaktion aufgerufen und bitten um Berichte von diesem Sonntag, den 26. September 2010.

Kölner Stadt-Anzeiger, 24.09.2010, Titel: Was machen Sie eigentlich am Sonntag?

Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte bereits am Freitag auf die Umfrage hingewiesen und dazu aufgefordert, schriftliche Protokolle an den LVR zu schicken (online leider nicht verfügbar). Einsendeschluss der Berichte in beliebiger Länge ist der 30. November. Die Forscher interessiert, welche Aktionen bei Familien auf dem Programm stehen, was auf den Tisch kommt und welche Bedeutung der Tag für die jeweiligen Einsender hat. Besonders interessant wären vielleicht auch sich ergänzende Einsendungen von Familienmitgliedern unterschiedlicher Generationen.

lvr-Magazin "Alltag im Rheinland" 2010, Titel: Wochenend und Sonnenschein

Die Beschäftigung mit dem Alltag spielt beim LVR eine große Rolle, so wurde auch erst in diesem Jahr eine neue Zeitschrift mit dem Titel „Alltag im Rheinland“ herausgegeben. Der Artikel von Dagmar Hänel auf S. 7 beschäftigt sich mit eben derselben Fragestellung „Zur Bedeutung des Sonntags in der Gegenwart“, der dazu gehörige Schreibaufruf findet sich dort auch wieder, auf S. 105. Die Berichte unter dem Stichwort „Sonntag“ werden erbeten an die Mailadresse rheinische-landeskunde@lvr, die Urheber mögen bitte mit dem eigenen Namen unterzeichnen, die Beiträge würden später anonymisiert.

Persönlich hätte ich von diesem Tag zu berichten, dass ich nach ausgiebigem Frühstück samt Zeitungslektüre wieder einmal am PC sitze, ehe ich einen Außentermin zru Berichterstattugn wahrnehme. Das Mittagessen wird (etwas untypisch) ein Hähnchen sein. Der Nachmittag gehört den Kindern und der Familie. Im Haus wird staubgesaugt, die Kinder baden. Wenn sie abends im Bett sind, werden die Eltern noch fernsehen und lesen…

Mitte dieser Woche war bekannt geworden, dass dem LVR aufgrund der sich drastisch verringernden Gemeindeumlage ein riesiges Haushaltsloch droht, und der zu befürchtende Nothaushalt vor allem die Betreuung behinderter Kinder einschränken könnte.

Plädoyer für Integration durch Sport

Donnerstag, 23. September 2010

Der Gastkommentar der freien Journalistin Brigitta von Lehm in der Welt behandelt die integrative Wirkung des Sportes als „DER Schule fürs Leben“. Gerade Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund würden dadurch an Selbstbewusstsein gewinnen und auch den Wert der sprachlichen Verständigung (auf deutsch) umso besser verstehen lernen. Hintergrund ihres Beitrags ist die Neugründung des „Instituts für Integration durch Sport und Bildung“ an der Uni Oldenburg.

Die Welt, 20.09.2010, Titel: Richtig trainieren

Brigitta von Lehm führt die Beispiele vieler prominenter deutscher Sportstars mit ausländischen Wurzeln auf, mit denen auch der DFB wirbt – der im Übrigen Partner des neu gegründeten Instituts ist – und führt an, dass Talentscouts eben nicht auf den „Geldbeutel der Eltern“, sondern einzig auf das Potenzial des Sportlers schauen. Ihr Dreh am Ende des lesenswerten Beitrags ist, dieses Prinzip der unvoreingenommenen Förderung nach Leistung vom Sport auf die Bildung zu übertragen, damit nicht wie derzeit in vielen unhomogenen Gruppen viele Talente verloren gehen, ehe sie entdeckt werden können.

Das neue Institut mit dem in diese Richtung weisenden Namen gründet auf dem vor zehn Jahren in Oldenburg gestarteten Projekt der „Sozialen Integration von Mädchen durch Fußball“, das heute über eine entsprechende Seite bundesweit Schule macht.

Aber warum muss es ausgerechnet immer Fußball sein? Der Sport erhält zwar gesellschaftliche die größte Aufmerksamkeit, daher ist die Identifikation vieler Kinder und Jugendlicher mit den omnipräsenten Stars am größten. Doch leider propagiert er im Training immer noch dieselben Werte des „Respekt-Verschaffens“ durch Rempeln, des versteckten Foulens, wenn nur der Schiri nicht hinschaut, und der „Tatsachenentscheidungen“ durch Schiris, die oft genug im Verdacht stehen, käuflich zu sein.

„Richtig trainieren“ bedeutet für mich daher, nicht nur die eigenen Grenzen kennen zu lernen und generell in sportlicher Hinsicht Fortschritte zu machen, sonder es bedeutet auch „Das Richtige trainieren“. Da kommt für mich als Teamsport nur Ultimate Frisbee in Betracht, der einzige Sport, der bis hin zu Weltmeisterschaften ohne Schiedsrichter gespielt wird, der Eigenverantwortlichkeit nicht nur fördert, sodnern verlangt, und der auch gemischt geschlechtlich gespielt werden kann. NOCH ist er nicht so verbreitet, dass vergleichbare Projekte mit einer Breitenwirkung wie im Fußball aufgestellt werden könnten. Aber beim Deutschen Frisbeesportverband e.V. arbeiten wir daran…

Beeindruckend dennoch der Erfahrungsbericht eines Mädchen-Fußballturniers des Projekts in Oldenburg aus dem Jahr 2009:

Bei Giermann kommt Freude auf

Mittwoch, 22. September 2010

In der vergangenen Woche hat der Schauspieler und Komiker Max Giermann seinen Einstand bei der Harald-Schmidt-Show im Ersten gegeben. Er ist nach meiner Überzeugung einer der besten Parodisten, die im Deutschen Fernsehen zu sehen sind („Switch reloaded„, „Granaten wie wir„), und damit auch eine echte Bereicherung für den Altmeister. Harald Schmidt hatte zuletzt bereits eine Gruppe talentierter Jungstars engagiert, um seine Show jeden Donnerstag abend aufzuwerten. In der letzten Staffel bei der ARD weiter mit von der Partie sind Katrin Bauerfeind (3sat), Jan Böhmermann (1LIVE), Dr. Peter Richter (FAZ) und Dr. Udo Brömme aka Redaktionsleiter Ralf Kabelka. Max Giermann aber toppt alle, so ähnlich titelte auch der Kölner Stadt-Anzeiger.

Kölner Stadt-Anzeiger, 15.09.10, Titel: Er bringt Promis auf den Punkt

Während Antje Hildebrandt im Beitrag vor dem ersten Gastauftritt noch rätselte, wen er wohl nachahmen werde, habe ich nun den entsprechenden Ausschnitt gefunden. Für seine Leistungen wurde Max Giermann 2009 mit dem Deutschen Comedy-Preis als bester Schauspieler ausgezeichnet.

Eine seiner Paraderollen neben der Kai Pflaumes und der Karl Lagerfelds ist die Stefan Raabs, den er in einer TV Total-Sendung im vorigen Jahr beim Opening sogar ersetzte. Grandios die Ironie, die sich in den Gags des vorgeblich missratenen Stand-Ups widerspiegelt, oder um es mit den Worten der Protagonisten anzukündigen: „Was war denn da los?“


TVTotal Opening mit Max Giermann – MyVideo

Neues aus der Tierwelt 16

Montag, 20. September 2010

Krähen auf kulinarischen Abwegen, Blaumeisen auf sexuellen und als Helfer von Kakao-Anpflanzungen nutzbare Kröten in dieser Ausgabe erstaunlicher Neuigkeiten aus dem Reich der Tiere.

Die Welt, 18.09.10, Titel: Essen mit Stäbchen beschert den Krähen Leckerbissen

Von Schimpansen war das länger bekannt, doch nun haben britische Forscher von der Universität Exeter auch Krähen beim Gebrauch von Werkzeugen zur Nahrungsbeschaffung in den Blickpunkt gerückt. Laut Welt-Artikel von Wofgang W. Merkel unter Berufung auf das Fachmagazin „Science“ verschafft der Umgang mit Stöckchen, mit denen sie etwa Larven in Baumlöchern aufspießen, einen deutlichen Vorteil bei der Kalorienbeschaffung. Der Werkzeuggebrauch erweise sich möglicherweise „evolutioänr als ein mächtiges Mittel der Selektion“. Für alle Nichtasiaten ein großer Ansporn, auch mal wieder das Essen mit Stäbchen zu probieren.

Die Welt, 17.09.10, Titel: Laternen verhelfen Blaumeisen zum Seitensprung

Ein anderer Artikel desselben Autors bereits tags zuvor beschäftigte sich mit dem sonderbaren Verhalten anderer Vögel in Anbetracht nächtlicher städtischer Beleuchtung. Die „Lichtverschmutzung“, die den Menschen den Blick auf die Sterne trübt, kostet nicht nur unzähligen Insekten das Leben, sondern beeinflusst in der Nähe wachsende Pflanzen als auch dort nistende Singvögel. Laut Forschern des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen am Bodensee im Fachblatt „Current Biology“ werden diese Vögel früher wach, singen bis zu eineinhalb Stunden früher ihre Lieder und die Weibchen legen auch ihre Eier früher im Jahr. Blaumeisen-Männchen tendieren sogar dazu, sich ein Zweitweibchen anzulachen resp. anzuträllern. Ob das von Vorteil oder von Nachteil ist, und wenn, dann für wen, muss jedoch noch erforscht werden.

Die Welt, 18.09.10, Titel: Mit Kröten gegen Schädlinge

Ein klarer Vorteil für die Aufzucht von Kakoplantagen in Indonesien könnte allerdings die Anwesenheit der Sulawesi-Kröten sein. Zum Glück stammen diese Kröten aus eben diesem Land. Nicht aus Indonesien stammt die eingeschleppte Gelbe Spinnenameise, die den Kakaopflanzen zusetzt. Daher behaupten Forscher der Uni Göttingen laut Welt (und „Proceedings of the Royal Society“), dass sich durch gezielten Kröteneinsatz auf Kakaoplantagen der Ertrag auf natürliche Weise steigern ließe. Immerhin ist indomesien der drittgrößte Kakaoproduzent der Welt. Im Namen der warmen Schoki lasst also Kröten sprechen!

Ein Wochenende in der Schorfheide

Dienstag, 14. September 2010

Schon jemals in der Uckermark gewesen? Bis zuletzt war ich das nicht, habe nun aber gelernt, dass Templin die von ihrer Ausbreitung her viertgrößte Stadt Deutschlands ist. Als schönstes Tagungshotel Brandenburgs gilt das Hotel Döllnsee-Schorfheide, in dem ich aus Anlass eines Familientreffs nächtigte. 

Der Döllnsee im Gegenlicht der Sonne

Seine wechselvolle Geschichte steht im Zusammenhang mit Hermann Göring, der das Anwesen Mitte der 1930er Jahre als Gästehaus für sein Jagdschloss „Carinhall“ am Döllnsee bauen ließ. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es als Jugendherberge der FDJ und anschließend als repräsentatives Ferien- und Gästehaus der DDR-Regierung genutzt. Unter anderem waren Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht und Erich Honecker Gäste des Hauses „Döllnkrug“. Walter Ulbricht, (geboren 1893), der langjährige Generalsekretär der SED und spätere Staatsrats­vorsitzende der DDR, starb dort am 1. August 1973.

Der Eingang des Hotels Döllnsee-Schorfheide

Anfang der 1980er Jahre ging das Haus in den Besitz des DDR-Staatsrates über, der dort Tagungen und internationale Konferenzen durchführte, unter anderem eine Beratung der Außenminister des Warschauer Pakts mit Andrej Gromyko und das Treffen von Bundeskanzler Helmut Schmidt und Erich Honecker im Jahre 1981. Vier Jahre später wurde das weitläufige Gelände dem Ministerium für Staatssicherheit unterstellt, das es zusammen mit der Waldsiedlung Wandlitz – Wohnsitz der meisten DDR-Regierungsmitglieder – verwaltete. Dort, an der Bundesstraße 109, stehen noch heute einige Bonzen-Villen und der ganze Ort erinnert in einigen Eindrücken noch an die DDR.

Das Seerestaurant am Wandlitzsee

Erst 1994 – aufgekauft, saniert und ausgebaut – eröffnete das Hotel Döllnsee-Schorfheide mit 174 Gästebetten und dem angeschlossenen modernen Kongress- und Tagungszentrum. Damit wurden die Gebäude und das Gelände am Ufer des großen Döllnsees nach Jahrzehnten erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Dort lässt sich wirklich gut entspannen, doch sollte das Interesse an der Geschichte darüber nicht nachlassen. Noch mehr Details stehen in diesem Artikel des Ostpreußenblatts aus dem Januar 2000 oder im Döllnseeblog.

Das Badehaus des 4-Sterne-Hotels am Großen Döllnsee

Neues aus der Tierwelt 15

Montag, 13. September 2010

Bedrohte Schildkröten, trickreiche Laubenpieper und flugfähige Fische in dieser Ausgabe der Neuigkeiten aus dem Reich der Tiere.

Schildkröte aus dem Burger's Zoo im niederländischen Arnheim

Am vergangenen Samstag teilte die Welt mit, dass fast jede zweite Schildkrötenart, die im Süßwasser lebt, vom Aussterben bedroht ist. Damit gehörten sie zu den bedrohtesten Tieren auf der Erde, erklärte Peter Paul van Dijk von Conservation International. Ursache seien die sich verändernden Lebensumstände. Insbesondere von den Jangtse-Riesenweichschildkröten gäbe es nur noch vier Exemplare.

Die Welt, 11.09.10, Titel: Bedrohte Schildkröten

Bereits tags zuvor schrieb die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf „Current Biology“ über Laubenvögel in Australien, die sich mit architektonischen Werken in der Balz gegenseitig überbieten. So erbauten sie aus Zweigen eine Reisigallee, eine Art Prachtstraße, die sie mit Steinen, Knochen und Muscheln verzierten, von klein nach groß sortiert. Aus der Sicht eines Weibchens am Anfang dieses Weges erscheine das Männchen dadurch umso größer. Das ist der so genannte Piepmatz-Porsche-Ersatz.

Süddeutsche Zeitung, 10.09.10. Titel: Der Schein zählt

Schließlich ein weiterer Beitrag aus der Samstags-Welt, der bereits tags zuvor online etwas ausführlicher ausgebreitet wurde. Demnach können es fliegende Fische in ihren Gleiteigenschaften mit Vögeln aufnehmen. Das berichtet Haecheon Choi von der Seouler Nationaluniversität in Südkorea im „Journal of Experimental Biology“. In bis zu 40 Sekunden Gleitflug könnten sie bis zu 400 Meter in der Luft zurücklegen. Die im Luftkanal getesteten Eigenschaften sollen nun möglicherweise sogar für den Flugzeugbau genutzt werden. Dazu fiel mir noch mein etwa zwanzig Jahre altes, gleichnamiges Gedicht ein.

Die Welt, 11.09.10, Titel: Fliegende Fische im Gleitflug so gut wie Vögel

Der Fliegenfisch

Ein Fisch, welcher im Wasser lebte
und somit ganz im Stillen webte,
dachte an einem schönen Tag,
woran es denn nur liegen mag,
dass er die Sonne niemals sähe?

Die Antwort darauf kam ihm jähe:
„Bin Sklave meines Elements!
Wer dies für Wahres hält, verkennt’s!“
Satt sich dauernd zu betrügen,
übte er und lernte fliegen,

übte er und lernte fliegen

Kurt Krömer als unsichtbarer Kaufhausdetektiv

Mittwoch, 08. September 2010

Der anarchisch-spießige Berliner Komiker und Fernsehmoderator Kurt Krömer spielt seine erste Hauptrolle im Film „Eine Insel namens Udo“, der der erste Langfilm des Regisseurs Markus Sehr wird. Die Dreharbeiten zu dem Machwerk haben soeben begonnen, wie X-Verleih in Zusammenarbeit mit Hupe Film und Fernsehproduktion und Little Shark Entertainement mitteilt.

Portrait Kurt Krömers von der Seite www.kurtkroemer.de

Der Film wird als romantische Großstadt-Komödie bezeichnet, in der sich zwei durchschnittliche Menschen erst selbst erkennen müssen, ehe sie den anderen so sehen – und lieben – können, wie er wirklich ist. Das Problem ist nämlich: Kaufhausdetektiv Udo leidet an „Schwersichtbarkeit“, wobei er nicht durchsichtig ist, sondern vom Wesen her so durchschnittlich und „übersehbar“ ist, dass er tatsächlich von niemandem wahrgenommen wird. „Er ist eine Art menschlicher blinder Fleck“, heißt es.

Eine Rolle, wie Kurt Krömer auf den Leib geschrieben, scheint es. Seinen Counterpart der Jasmin, die  ihn als erste und einzige Person ohne Mühe sehen kann, spielt Fritzi Haberlandt.  Die Dreharbeiten in Köln und Nordrhein-Westfalen haben Anfang September begonnen und dauern noch bis Anfang Oktober. X-Verleih wird den Film 2011 in die deutschen Kinos bringen. Ich bin sehr gespannt! Nachfolgender Grailer bezieht sich allerdings nicht auf selbiges Movie, sondern stammt aus der Kurt Krömer Show:

Neues aus der Tierwelt 14

Dienstag, 07. September 2010

Der Altweibersommer wird durch Fäden und Netze frisch geschlüpfter Spinnen angekündigt, deren Anblick – vom Tau benetzt in der Morgensonne – an die Haare alter Weiber erinnern soll. Daher angeblich der Name. Die Welt berichtet in „5 Minuten Biologie“ über das „Balooning“ neuer Spinnengenerationen, sowie andernorts über die slovenische Braunbärin Jurka und bereits vor ein paar Tagen, warum man aus einer Ameise keinen Elefanten machen sollte.

Spinnennetze kündigen den Altweibersommer an

Pia Heinemann berichtet von dem Erfolg der Spinnenreise per „Ballonflug“: Bis zu 100 Kilometer Entfernung hätten Jungspinnen derart zurückgelegt und bergige Höhen von bis zu 4000 Meter erreicht: „Aufgehängt wie an einem Winddrachen lassen sich die Tiere durch die Luft tragen.“ Dies ist durchaus kein Zufall, heißt es weiter, Jungspinnen bestiegen dazu gezielt einen erhöhten Punkt, pressten einen Seidenfaden heraus und ließen sich einmalig davontragen, auf der Suche nach einem geeigneten Revier.  Eine Art tierische Auswanderer auf Jungfernflug, der mit der morgendlichen Lufterwärmung beginnt und mit ihrer Abkühlung wieder endet.

Die Welt, 06.09.2010, Titel: Spinnen als Ballonfahrer

Weit weniger erfreulich das jüngste Kapitel über die zentraleuropäischen Bären, das mit der aus Slovenien stammenden Bärin Jurka verknüpft ist. Im Welt-Beitrag von Annette Prosinger heißt es fast wie in Amtssprache: „Jurka hat vier Söhne – Alle sind auffällig – Der Schlimmste war Bruno – Ein Familiendrama“. Das älteste männliche Jungtier Bruno wurde 2006 von bayerischen Bauern erschossen, der zweite ist im Engadin verschollen, der dritte steht ausgestopft im Museium in Chur. Nur das weibliche, viertgeborene Jungtier und das fünftgeborene männliche Jungtier waren keine „Problembären“. Inweiweit die Mutter schuld ist, wird als Frage aufgeworfen. „Erzog“ sie die Jungtiere dazu, gemäß ihrer Erfahrung das beste Fressen bei den Menschen zu suchen? Nachdem sie in Italien gefangen wurde, fristet sie ihr Dasein nun im neu eröffneten Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schappbach im Schwarzwald. Übrigens wird sie sich keine Gedanken darüber machen, die Bärin ist doch nur ein Tier.

Die Welt, 06.09.2010, Titel: Die Mutter aller Problembären

Zum Abschluss ein Schmankerl, das wieder einmal beweist, es kommt nicht nur auf Größe an. Man soll aus einer Mücke keinen Elefanten machen, heißt es zwar. Aber dass Ameisen in der Lage sind, Elefanten von ihrem Bau fernzuhalten, das erklärte jüngst Jana Schlütter ebenfalls in der Welt. Laut Wissenschaftlern des Mpala-Forschungszentrums in Kenia in „Current Biology“ meiden Elefanten den Geruch der Insekten und lassen dann lieber den Rüssel etwa von Akazien, die von Ameisen bewohnt werden. Damit leisten die Insekten einen wichtigen Dienst und bewahren die afrikanische Savanne davor zu versteppen.

Die Welt, 03.09.2010: Wie Ameisen Elefanten in die Flucht schlagen