Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

The Spirit of Christmas 2009, Part 8

Samstag, 28. November 2009

Endlich hat das Warten ein Ende! Morgen wird die erste Kerze auf dem Adventskranz angesteckt. Nicht nur für Kinder ein Innehalten und eine Zeit der Rückbesinnung. Sehr schön passend dazu eine Pressemeldung, die mich vom „Transromanica e.V.“ erreichte, eine Initiative, die basierend auf dem gemeinsamen historischen Erbe der Romanik eine Route durch Europa markiert, die vom Europarat als Europäische Kulturstraße anerkannt wurde. Neben Standorten in Spanien, Frankreich, Italien, Österreich, Slovenien und Serbien zählen auch die Wartburg in Thüringen und Quedlinburg im Herzen Sachsen-Anhalts dazu. Hier eine Impression des dortigen Weihnachtsmarktes in der historischen Innenstadt von Jürgen Meusel.

Der Weihnachtmarkt im historischen Quedlinburg, Foto: Jürgen Meusel

Davon einmal abgesehen ist die Einkehr bei den Kindern nicht nur von Unschuld und Naivität geprägt, sondern durchaus auch vom Hoffen und Warten auf die bevorzugten Geschenke. Während in den vergangenen Tagen die Zeitungen so voll steckten mit Prospekten wie schon lange nicht mehr, war heute in der Tageszeitung dagegen vergleichsweise wenig Werbung zu finden. Stattdessen brachte das Magazin des Kölner Stadt-Anzeigers die Titelstory „Geschenke„. Unterschieden nach Ideen für Frauen, Männer und Kinder, nach Technik, Filmen, Büchern und anderem mehr offenbarten diese Kaufempfehlungen wieder einmal hervorragend den Unterscheid zwischen Werbung und Public Relations.

Kölner Stadt-Anzeiger Magazin, 28.11.09

Die PR- und Marketingmanager all jener Marken und Produkte, die hier als empfehlenswert hervorgehoben werden, werden sich hübsch die Hände reiben. Die redaktionelle Veröffentlichung kostet sie nichts, ist glaubwürdiger, da begründeter, und sticht  dabei gleichzeitig sämtliche Konkurrenzprodukte aus. Klingt wie Werbung? Ist es aber nicht. Das ist gelungene Öffentlichkeitsarbeit, auch zur Weihnachtszeit.

Und hoffentlich freut sich auch die Mitteldeutsche Kommunikations- und Kongressgesellschaft mbH & Co. KG aus Leipzig, die die Pressemitteilung zur Kulturstraße Transromanica geschickt hat, über meine Erwähnung  und Verlinkung. Aber schon dem Titel des Aussands „Den Zauber des Advents erleben“ konnte ich eben kaum widerstehen, und dem obigen Foto schon gar nicht…

Biografie meiner Mutter ist im Druck

Freitag, 27. November 2009

Die Arbeit an der Biografie „Von Ostfriesland an den Bodensee – Die Geschichte meiner Mutter“ ist vorläufig abgeschlossen.  – In diesem Jahr habe ich zusammen mit meiner Mutter Ingrid Benner ihre Biografie geschrieben, was uns viel Zeit gekostet und noch mehr Freude bereitet hat. Jetzt ist das Buch im Druck und wird hoffentlich rechtzeitig ausgeliefert, sodass ich es möglichst als kleines Extrageschenk zu Weihnachten meinen nächsten Verwandten zum Gegenlesen zukommen lassen kann.

Ingrid Benner 2006 zu Besuch bei ihrem Sohn Jörg in Köln

Die Idee zu dem Projekt haben Mutter und Sohn bereits vor mehreren Jahren geboren (etwa 2006, als sie bei mir in Köln zu Besuch war, siehe Foto). Allerdings ließ sich die Arbeit erst verwirklichen, als wir mit der systematischen Aufarbeitung ihres Lebens begannen und damit, Abschnitt für Abschnitt ausführlich zu besprechen. Dafür haben wir eineinhalb- bis zweistündige „Telefon-Sessions“ abgehalten, die ich auf Band aufgezeichnet habe, und uns leider viel zu selten auch persönlich getroffen.

Für sie war die Gelegenheit, ihre Geschichte in Beschreibungen früherer Lebensumstände und in Anekdoten darzustellen, eine willkommene Abwechslung. Für mich lag die Herausforderung in der Umsetzung, die eigentliche Schreibarbeit jeweils zwischen die Erledigung meiner bezahlten und ehrenamtlichen Tätigkeiten einzuschieben. Die finale Textabstimmung und Ausgestaltung erwies sich wiederum als äußerst produktive Zusammenarbeit, detailgenau ohne detailverliebt zu sein, einvernehmlich, was den Duktus und die Formulierungen betrifft.

Rücken und Cover des Buches "Von Ostfriesland an den Bodensee"

Viel mehr gibt es zu der Biografie in der ersten Auflage im Selbstverlag nicht zu berichten, als dass es sich bei dem Buch um ein A5-Format handelt, 228 Seiten mit 15 Bildtafeln, teilweise farbig, sowie einem Stammbaum, erhältlich gegen eine Schutzgebühr von etwa 15 Euro nach Rückfrage bei mir. – Vielleicht noch der eitle Hinweis, dass ich zusammen mit meiner Mutter über den Abschluss dieses Buches einigermaßen stolz und froh bin, und dass ich mir wünsche, noch mehr derartige Bücher verfassen zu können.  Zu guter Letzt für die ganz Neugierigen nachfolgend noch das Inhaltsverzeichnis.

Inhaltsverzeichnis des Buches "Von Ostfriesland an den Bodensee"

The Spirit of Christmas, Part 7

Dienstag, 24. November 2009

Heute in einem Monat ist Weihnachten! Mit dem vergangenen Montag sind wir (spätestens) in die Adventszeit eingestiegen, der kommende Sonntag ist der 1. Advent. Gestern haben zahlreiche Weihnachtsmärkte, unter anderem im Rheinland, geöffnet. Im Kulturgut Eltzhof hat die 14. Saison der „Kölschen Weihnacht“ mit Gerd Köster, Frank Hocker und Konsorten gestartet. Auch wenn die Weihnachtsmänner und Engel im Freien zunächst noch auf Regenschutz angewiesen sind, da bleibt kein Zweifel, jetzt geht es in die „heiße Phase“ der besinnlichen Zeit. Wir haben heute auch die erste Weihnachtsdekoration angebracht. Un nun – wie auch immer jeder einzelne dazu steht – hält mich nichts mehr davon ab, den Klassiker der Rock Christmas Songs einzubinden, George Michael mit Wham: „Last christmas“.

The Spirit of Christmas 2009, Part 6

Samstag, 21. November 2009

Hier nur ein kurzer Videogruß passend zum Titel der Serie: „The spirit’s up“ heißt es in der ersten Strophe des Paul McCartney-Klassikers „A wonderful christmas time“. Das Video selbst stammt aus dem Trickfilm-Klassiker „Rudolf das kleine Rentier“, in der deutschen Fassung unter anderem mit den Stimmen von Nina Hagen und Wolfgang Völz. Auch wenn ihm das neue Film-Rentier Niko den Rang abzulaufen droht, steht Rudolf – nicht zuletzt aufgrund der vielen konzertanten Gedenkstunden bislang noch unangefochten auf Rang eins der Rentiere des Herrn Santa Clause.

The Spirit of Christmas 2009, Part 5

Donnerstag, 19. November 2009

Die Häufung der Hinweise ist unübersehbar. Bald wird aus der Ahnung eine Bilderflut werden: Weihnachten naht! Damit streben wir auf einen Höhepunkt zu, der ideal platziert scheint, einerseits am Ende des Jahres, um für einen gütlichen Ausklang zu sorgen, und andererseits zu Beginn der kalten Jahreszeit, um diese möglichst unbeschadet zu überstehen.

Der Weihnachtsmarkt auf der Domplatte entsteht, nebst Chopard-Engel

Im Kölner Stadtbild sind es die im Aufbau befindlichen Weihnachtsmärkte, die zuverlässig an das bevorstehende Fest erinnern, allen voran der am Kölner Dom mit einer 25 Meter hohen und fünfeinhalb Tonnen schweren Douglasfichte – angeblich der größte Weihnachtsbaum im Rheinland. Daneben haben auch schon die Eventlocation Wolkenburg am Mauritiussteig und nicht zuletzt der Weihnachtsmarkt im Lichthof der Galeria Kaufhof in der Hohe Straße weihnachtlich schwer aufgerüstet.

Zusätzlich sorgt der Kölner Stadt-Anzeiger mit regelmäßigen Hinweisen auf das angemessene Verhalten für ein verträgliches Eingewöhnen in die Advents- und Vorweihnachtszeit. Schon im klassischen Stil eines Frauenmagazins forderte er am Mittwoch auf „Bastel Dir einen“ – gemeint ist der Adventskranz in einer von drei dargestellten Varianten. Besonders schön aber hat mir die Übersicht im Magazin vom Montag gefallen, was alles in den verbleibenden Wochen vor Weihnachten der Reihe nach erledigt werden sollte – ohne Stress, versteht sich.

Kölner Stadt-Anzeiger, Titel des Magazins vom 16.11.09 

Laut Adventsplaner von Rebekka Rülcker sind in dieser Woche die allgemeinen Überlegungen fällig wie: Mit wem feiern? In welchem Umfang schenken? Wie schmücken? Hilfreich hierzu sind Listen, nicht nur für Wünsche und Geschenke, sondern auch für die Aufgaben an Weihnachten. In der kommenden Woche wären die Weihnachtsmenüs zu planen und Vorräte an typischen Non-Food-Festartikeln anzulegen (wie Kerzen, Batterien, Geschenkpapier und Küchentücher).

Kölner Stadt-Anzeiger, Magazin vom 17.11.09: Der Adventsplan

In der Woche zwischen 2. und 3. Advent ist dann die Zeit zum Plätzchenbacken gekommen, Einkaufslisten sollten geschrieben werden. Spätestens zwei Wochen vor Weihnachten ist die Post zu erledigen, Geschenke sind einzupacken, vielleicht können Suppen und Saucen schon vorgekocht und eingefroren werden. In der letzten Woche folgen ein Großputz, ein Großeinkauf und das Aufstellen und Schmücken des Baumes – ehe es dann doch bei vielen wie in jedem Jahr wieder zur großen Hektik kommt.

Muss es aber nicht. Das finde ich besonders gut. Daher höre ich mir auch jetzt schon gelegentlich das eine oder andere Weihnachtslied an, ehe für nur vier Wochen, dafür dann aber inflationär George Michaels „Last Christmas“ in allen Radiostationen rauf und runter läuft.

Lingerie Footballer toppen Cheerdancer-Image

Dienstag, 17. November 2009

Unterwäsche-Football-Liga verfestigt das männertypische Frauenbild im Sport. Die im kommenden Jahr neu startende Hallen-Football-Liga in Deutschland, XFL-A, bemüht sich aktuell darum, das Image von Cheerdancern nachhaltig aufzuwerten. Ich hatte erst unlängst darüber berichtet – und jetzt das! In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung lese ich den Beitrag von Roland Lindner über „Die Dessous-Liga“, die „Lingerie Football League“, entwickelt von Mitch Mortaza.

Lingerie Football League-Logo

Die Liga firmiert unter dem Motto „True Fantasy Football“ und gibt ihren Spielerinnen harte Bedingungen vor: Immerhin sollen sie sportlich sein, zwischen 40 und 50 Kilogramm wiegen und Uniformen in der Größe knapper Höschen und Sport-BHs tragen. Helm, Schulterpolster, Knie- und Handgelenkschoner gehören ebenfalls dazu. Selber nehmen es die Grazien offenbar ziemlich ernst, sie werden ja auch vermarktet nach allen Regeln der Kunst.  Merke: Es gibt kaum eine Art modernen Gladiatorentums, das sich nicht verwirklichen ließe. Lustig fände ich es, wenn in den Spielpausen wenigstens männliche Cheerdancer aufträten, doch mit Gleichberechtigung hat das so oder so nichts zu tun. Denn – einmal ganz abgesehen von der Darstellungsform – bekommen die Spielerinnen kein Gehalt, sondern nur Anteile an den Ticketverkäufen.

Ursprünglich waren die Auftritte als Pausen-Veranstaltung für große Football-Events gedacht (das ist die deutliche Parallele zu den Cheerdancern), seit 2004 laufen sie auch parallel zum prominenten Halbzeit-Musikspektakels des Super Bowls im Bezahlfernsehen. In diesem Jahr wurde sogar das nach Bild-Informationen den Veranstaltern im prüden Tampa Bay zu heiß und die Veranstaltung komplett abgesagt. Hatte ich erwähnt, dass es sich bei den Zuschauern fast ausschließlich um Männer handelt? Hier eine Liste der Teamnamen, die das Programm verdeutlichen: „Dallas Desire“, „Philadelphia Passion“ und „San Diego Seduction“.

Teamlogos der Lingerie Football League

The Spirit of Christmas 2009, Part 4

Montag, 16. November 2009

Briefe ans Christkind zu schreiben ist ab sofort wieder möglich. War das eine Erlösung heute morgen, als pünktlich zum Wochenanfang die Nachricht kam, dass das Christkind seine Postadresse in Engelskirchen endlich wieder eröffnet hat! Hatte ich doch zuvor gelesen, dass zu manchen Zeiten und an manchen Orten noch heute ganze sechs Wochen Adventszeit gefeiert wird! Dann wäre der vergangene Sonntag bereits 1. Advent gewesen.  

Aber so bleibt noch genug Zeit für Kinder und Erwachsene, Listen mit ihren zu erstellen (und vielleciht auch mit möglichen Geschenken für alle Leib- und Seelenverwandte). Entsprechende Wunschzettel und Anschreiben sind gemäß Nachricht der Gemeinde zu richten an „An das Christkind“, in 51777 Engelskirchen. Antwort wird garantiert!

Das Christkind vor seiner Adresstfel in Engelskirchen

Darüber hinaus ist ein ungläubiges Staunen gläubiger Kinder vorprogrammiert:  Am 5. und 6. Dezember können sie das Christkind sogar besuchen und ihm persönlich ihre Wunschzettel überreichen. Bei Briefen aus aller Welt weisen die himmlischen Heer- und Helferscharen darauf hin, dass die Verfasser ihre Absender nicht vergessen sollten.

Zu den himmlischen Zeiten in Engelskirchen gehört ab Dezember natürlich weihnachtlicher Schmuck im ganzen Gemeindegebiet , unter anderem mit vielen Engeln aus der Engelwerkstatt der Hauptschule Ründeroth. Außerdem sollen zahlreiche Aktionen für Kinder, Konzerte, Lesungen, sowie der Weihnachtsmarkt auf dem Engels-Platz, genannt „Engelskirchener Winter“ für viele Gäste und guten Umsatz sorgen.

Da lobe ich mir doch die fröhlichen amerikanischen Kinder, die ihre Wish List an den Santa Claus schreiben, oder aber gar nichts auf diesen Wunschzettel zu schreiben als nur den selbstlosen Wunsch, nicht alleine zu sein. Das Fest der Liebe reduziert auf seinen Kern des liebevollen und fürsorglichen Miteinander, wie hier mit Olivia Olson aus dem Film „Love actually“  mit „All I want for christmas is you“.

The Spirit of Christmas 2009, Part 3

Samstag, 14. November 2009

Paradebeispiel für die unterschiedliche Rezeption derselben Agenturmeldung. Reuters veröffentlicht am 12. November die Meldung: „Einzelhandel sieht 2010 kaum Impulse durch Steuerentlastungen.“ Darin: „Für das diesjährige Weihnachtsgeschäft rechnen die Einzelhändler mit Umsätzen von 73 Milliarden Euro. Das wäre ein Minus von rund 1,5 Prozent zum Niveau des vergangenen Jahres.“ Eine weitere, ausführlichere Meldung bekräftigt diese Aussage.

Die Tagesschau greift das Thema am selben Tag auf unter der Schlagzeile: „Schlechter als 2008, aber besser als erwartet„, während die Deutsche Welle die Meldung aufbereitet als „Umsatzrückgang inm Weihnachtsgeschäft erwartet„. Die Netzeitung wiederum titelt: „Handel erwartet nur geringes Minus im Advent„, allerdings  mit dem Zusatz „Aber trüber Ausblick für 2010“ – was man für die Netzeitung selber so formulieren kann.

Titel des Handelsblatt-Artikels, 12.11.2009

Am kommenden Tag sind in den Zeitungen dann jedoch so unterschiedliche Meldungen zu lesen wie einerseits „Weniger Einkäufe vor Weihnachten“ im Handelsblatt und „Einzelhandel: Schwächeres Weihnachtsgeschäft erwartet“ in der Süddeutschen und andererseits „Einzelhandel erwartet passables Fest“ im Tagesspiegel und „Weihnachten wird nicht gespart“ im Kölner Stadt-Anzeiger. Hierbei ist allerdings anzumerken, dass der Zusatz lautet „Der Einzelhandel erwartet nur ein leicht schwächeres Geschäft“.

Titel des Artikels im Kölner Stadt-Anzeiger, 13.11.2009

Ein klassischer Fall von Ansichtssache: Ist das Glas halb leer oder halb voll? Und wie möchte meine Redaktion gewöhnlich die Sache betrachtet sehen? Daran lässt der Kölner Stadt-Anzeiger keinen Zweifel, im Kommentar schreibt Peter Hahne: „Gute Laune vor Weihnachten“. Dem möchte ich mich im Sinne des „Spirit of Christmas 2009“ nur anschließen. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Kommentar im Kölner Stadt-Anzeiger, 13.11.2009

Nachtrag: Höchstens noch, dass die Bild-Zeitung ankündigt: „Krise macht Weihnachten billig wie nie!“ Aber auch das kann mir die teuerste Zeit des Jahres nicht entwerten.

The Spirit of Christmas 2009, Part 2

Donnerstag, 12. November 2009

Wunderbar, die Einstimmung auf das Weihnachtsfest aus dem Jahr 1972, Playback von Peter Alexander und Roy Black. Viel mehr ist da nicht zu sagen, als der Kommentar bei Youtube selber, „Wie ein Unfall, es ist schrecklich, aber man kann nicht wegschauen.“ Ich würde die beiden Heroen der frühen Fernsehunterhaltung zwar nicht als die größten aller Zeit bezeichnen (wie auch in den Youtube-Kommentaren), aber der Kulturvergleich gibt schon Anlass zur Freude – alleine wie offenbar bei der Fernseheinspielung (jedoch fehlt das Senderlogo) spontan Applaus aufbrandet.

The Spirit of Christmas 2009, Part 1

Mittwoch, 11. November 2009

Der Vorsitzende der Krefelder Werbegemeinschaft, Franz-Jospeh Greve, hat vorauseilenden Gehorsam geprobt und ist dabei – wie meist in solchen Fällen – auf die Nase gefallen. Wie zuerst die Rheinische Post berichtete, wollte er in diesem Jahr auf Weihnachtsbeleuchtung verzichten und stattdessen nur Winterbeleuchtung zum Einsatz bringen. Seine Begründung: „Religiöse Motive gehören in die eigene Wohnung oder in die Kirche, nicht aber in die Geschäfte.”

Ein Sturm der Kritik kam nicht nur von Einheimischen und von Katholiken bundesweit (allen voran der Kölner Weihbischof Rainer Maria Woelki und Augsburgs Bischof Walter Mixa), sondern auch von den Muslimverbänden, wie die Welt am Sonntag im NRW-Teil berichtete. Die Stadt Krefeld überstimmte nach der überwältigenden Kritik die Entscheidung und beschloss stattdessen, anstatt wie im vergangenen Jahr nur einen in diesem Jahr gleich sechs geschmückte Weihnachtsbäume in der Stadt aufzustellen.

Als Mitglied in einem Kirchenvorstand verteidigte er auf Nachfrage gegenüber der Rheinischen Post noch einmal die Lauterkeit seiner Motive:  „Symbole wie Krippe oder der Stern von Betlehem sind doch zu wichtig, um in der Werbung verwendet zu werden.“ und gitb als Beispiele für Städte, die das ähnlich handhaben, Paris, London und New York an. Ich schließe mich da aber doch eher der WamS-Meldung an, die das Vorgehen hierzulande als unangemessen gegenüber der „zumindest kulturchristlich geprägten Bevölkerungsmehrheit“ beurteilt.

Krefeld Hauptbahnhof, (c) 2004 by Kapitän Nemo

Ab Samstag, den 21. November, wird Krefeld nun allerdings doch auch eine Reise wert sein und weihnachtlich erstrahlen: das Motto des Einzelhandels  lautet „Einkauf bei Kerzenschein“. Im Übrigen sollen sich die Krefelder Straßenzüge mit der Weihnachtsbeleuchtung laut Stadt-Marketing Chef Ulrich Goos durchaus ein eigenes Profil geben. Die Gelegenheit ist günstig, da bis 2012 auf LED-Technik umgesteltl wird, weil danach auch in der Weihnachtsbeleuchtung Glühbirnen nicht mehr verwendet werden dürfen. Dazu dann mehr im „Spirit of Christmas 2012“.