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Die Vorfreude der Praktiker

Donnerstag, 29. September 2011

Gibt es eigentlich Unzeiten? „Gezeiten“ gibt es, Zeiten im Wandel, das Wechselspiel der Zeiten, den Zeitenlauf oder Zeitläufte. Gerade nun aber, wo uns schönstes Spätsommerwetter verwöhnt, flattert die erste Werbung ins Haus, die weihnachtliche Stimmung verbreiten will. Ganz gemäß dem Kinderlied: „Macht Euch bereit, macht Euch bereit: Jetzt kommt die Zeit, auf die ihr euch freut.“ Stimmt ja: Keine drei Monate mehr, um alle Geschenke zu besorgen! Da kommt die freundliche gemeinte Aufforderung aus der Welt der Konsumgüter vielleicht gerade rechtzeitig.

Praktiker-Prospekt mit der Ermahnung zum Vorfreuen

Ob dies nun als Anleitung zum Glücklichsein oder eher als Anleitung zum Einkaufen gedacht ist, bleibt der Bewertung des Betrachters überlassen. Jedenfalls fällt es mir derzeit noch schwer, mich auf die winterlich-spirituelle  Stimmung einzulassen, die hier dezent, aber doch kompromisslos vermittelt wird. Als „Praktiker“ kann man sich vermutlich nicht früh genug auf alle Eventualitäten vorbereiten. So viel sei hier versichert: das nächste Weihnachten kommt bestimmt! Und doch erscheint die proklamierte Freude oder Vorfreude ein wenig bemüht.

Per Prosepekt herbeigeredete Vorfreude

„Bei Regen an den Dom, bei Sonne op de Butz“

Sonntag, 25. September 2011

Die Stiftung Butzweilerhof hat sich umgewandelt, um den Weg zu einem Kulturzentrum zu ebnen. Im Rahmen einer Feierstunde berichtete der Kölner Alt-OB Norbert Burger von Erinnerungen an seine Kindheit, um die Bedeutung des ersten Kölner Zivilflughafens für früher und für heute zu betonen: „Wenn wir Besuch hatten, gingen wir bei Regen an den Dom und bei Sonne op de Butz“. Als sechsjähriger Junge ist er 1938 zusammen mit seiner Mutter zu Fuß von Ehrenfeld zum Flughafen gelaufen (dem damaligen „Luftkreuz des Westens“), um Flugzeuge von der Terrasse am Rollfeld aus starten und landen zu sehen.

Stifttungsvorstand Edgar Mayer erklärte, dass der Butzweilerhof wie vor 75 Jahren, als der Flughafen gegründet wurde, auch heute eine Vision darstelle. 25.000 Quadratmeter Freifläche eigneten sich für Volksfeste. Der „Butz“ sei als „unvergleichliches Stück Technik-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte ein würdiger Ort und eine würdige Architektur“ für ein Kulturzentrum, appellierte er an den Kölner Stadtrat. Die vormals unselbstständige Stiftung ist nun in eine selbstständige umgewandelt, um den Weg für eine gemeinnützige GmbH freizumachen, die den historischen, schon weitgehend restaurierten Ort dauerhaft als Kulturzentrum betreiben kann.

Notar Konrad Adenauer (r.) überreichte Stiftungsvorstand Edgar Mayer die Urkunde des Regierungspräsidenten über eine selbstständige Stiftung Butzweilerhof. Foto: Benner

Notar Konrad Adenauer berichtete in Kürze von den Schwierigkeiten der Umwandlung der Stiftung und drückte seine Hoffnung aus, dass die Stadt die nötigen 1,3 Millionen Euro Sponsorengelder zusammenbekommt, damit der Landschaftsverband Rheinland daraufhin weitere 12 Millionen Euro Fördergelder aus dem Topf „Regio­nale 2010“ dazugibt. Die Stiftung selbst soll zu einem Prozent Gesellschafter der zu gründenen gGmbH werden. Sein Großvater gleichen Namens hatte als Oberbürgermeister 1926 die Gründung eines modernen Verkehrsflughafens mit betrieben.

Kölns Bürgermeister Hans-Werner Bartsch ließ die Geschichte der Stiftung Revue passieren, wies darauf hin, dass die Stadt ihr bereits im Jahr 2000 beigetreten ist, und würdigte den enormen Einsatz Edgar Mayers, seiner Frau Christel Nickel-Mayer und des gesamten Teams. Anschließend beschrieb Wolfgang Müther vom Deutschen Aeroclub die großen Leistungen Edgar Mayers und verlieh ihm die Goldene Ehrennadel.

Die Fassade des restaurierten Empfangsgebäude, wie es landende Gäste am Flughafen Butzweilerhof zu sehen bekamen

Werner Hoyer, Staatsminister im Auswärtigen Amt, verdeutlichte die große kulturelle Bedeutung des früheren Flughafens. Parallel zur Bewahrung des kulturellen Erbes rücke „das Schaffen eines kulturellen Angebots immer mehr in den Vordergrund“. Jedoch, resümmierte er, „trotz starken Zuspruchs ist die Zukunft noch ungewiss.“ Alt-OB Norbert Burger lobte schließlich die Entwicklung des neuen Viertels, in dessen Mitte das Begegnungszentrum Butzweilerhof stehen soll.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Darbietungen der Rheinischen Musikschule Köln, zuerst von Preisträgern im Alter zwischen 12 und 14 Jahren mit Klavier, Cello und Violine, anschließend von dem Gitarrenduo Romano Franz und seinem Sohn Maurice Peter.

Das Swing-Gitarren-Duo Maurice-Peter (rechts) und sein Vater Romano Franz

Frisbee-Film-Funde 37

Dienstag, 20. September 2011

Die 31. Deutschen Meisterschaften im Ultimate Frisbee sind Geschichte, bei den Damen haben sich erwartungsgemäß zum siebten Mal in Folge die „Woodchicas“ Sauerlach durchgestzt, in der offenen (Herren-)Division erstmals „Bad Skid“ aus Bad Rappenau, Heilbronn, Massenbach, Gemmrigheim und Bönnigheim (ich sage nur: „Unterland“)! Ich bin doch etwas stolz, in meiner privaten Vorschau quasi die Halbfinalisten „Bad Skid“, „Die 7 Schwaben“ Stuttgart, „Heidees“ Heidelberg und den vorigen Deutschen Meister „Frizzly Bears“ Aachen so gut wie vorausgesagt zu haben! Was jetzt aber das Beste ist: Von dem Großereignis gibt es sogar ein paar Filmimpressionen.

Leider sind die Filme aus dem Vorfeld in der WDR-Lokalzeit Aachen (ca ab. Minute 24:50) sowie im Nachhinein in der ZDF-Drehscheibe Deutschland nicht einzubetten. Vielleicht kann sie jemand noch sichern und speichern (ich kann es leider nicht)?  Ein dritter kurzer Zusammenschnitt wird noch in anderem Zusammenhang zu sehen sein, der bis jetzt jedoch noch nicht genannt werden darf. Ich kläre auf, sobald die Erlaubnis von höchster Stelle dafür vorliegt.

Auffällig sind die besonders starken Bilder am Eingang des ZDF-Beitrags, die ich in dieser Intensität aus Deustchland nocht nciht gesehen habe. Dies führe ich nicht nur auf die gute Schnitt-Technik des Cutters zurück, sondern vor allem auf das hochklassige Open-Endspiel zwischen „Bad Skid“ und den „Heidees“ zurück (deren Damen übrigens ebenfalls erstmals im Finale standen), was auch für die gute Entwicklung im deutschen Spitzen-Ultimate spricht.

Parallel zur 31. Ultimate-DM in Frankfurt fand auch ein Freestyle Frisbee-Turnier statt, als so genannter „Äppler-Jam“. Und hiervon gibt es tatsächlich ein Video, mit heißer Nadel gestrickt, das Sascha Höhne und Mehrdad Hosseinian bei ihrer Pink-Panther-Siegerkür zeigt. Viel Spaß!

Hommage an meine Heimatstadt

Montag, 19. September 2011

Zuerst dachte ich, die Welt am Sonntag hätte einen Artikel über mich geschrieben, aber dann fiel es mir wie wieder ein: Ich habe ja gar nicht in den Vereinigten Staaten studiert!

WamS, 18.09.11, Titel: Von Princeton nach Radolfzell

Außerdem komme ich aus Radolfzell und hab derzeit nicht vor, dorthin zurückzuziehen. Doch wer weiß…?

Vielmehr handelt es sich bei dem Artikel um einen Beitrag der Serie „Hier bin ich zu Haue“ und behandelt den Vogelforscher Martin Wikelski, der seine Professur auf Lebenszeit aufgegeben hat und stattdessen nach Deutschland zurückgekehrt ist, vom Carnegie Lake an den Bodensee, von der Ostküste des Atlantiks an die Westküste des Schwäbischen Meeres.

Wen es zuletzt interessiert, ich habe in Konstanz studiert (sprich mit „st“, nicht mit „sch-t“) und war persönlich bisher erst einmal beruflich in den USA, zwar auch im Osten, aber doch viel weiter westlich, in der Nähe von Detroit. Anschließend war es mir noch möglich Chicago zu besuchen. Aber das ist eben alles nichts im Vergleich mit Radolfzell…

Ein Verkehrsschild nur für Köln!

Dienstag, 06. September 2011

Hin- und hergerissen zwischen Lokalpatriotismus und Fremdschämen muss ich gestehen: Es hat mich durchaus überrascht, dass die Stadt Köln ein eigenes Verkehrsschild entwickelt und umgesetzt hat. Dabei handelt es sich übrigens nicht um einen Warnhinweis wie „Dom voraus“ oder „Jecke an jeder Ecke“, sondern um das Erlaubnisschild „Radweg-Benutzungspflicht aufgehoben“. Der Kölner Stadt-Anzeiger weist heute mit einem Artikel und einem Kommentar auf die Neuerung hin.

Kölner Stadt-Anzeiger, 06.09.11, Titel: Radler dürfen die Straße nutzen

Der Sachverhalt ist schnell beschrieben: Künftig steht es Radfahrern frei, die Straße zu benutzen, auch wenn es seitlich einen ausgewiesenen Radweg gibt – und sofern das neue Schild (s.u.) zu sehen ist. „Radverkehr auf der Fahrbahn ist zulässig“, heißt es dann. Hintergrund ist, dass sich viele Radfahrer auf Radwegen unsicher fühlen, weil sie von den Fahrern abbiegender Autos dort häufig nicht wahrgenommen werden. Auf der Straße werden sie weit besser wahrgenommen.

Die Schilder sollen übrigens nur für drei Monate stehen bleiben, danach bleibt es Radfahrern weiterhin freigestellt, den Radweg zu benutzen, sofern nicht ein ausdrückliches rundes blaues Gebotsschild mit weißem Fahrrad zu sehen ist („Du sollst den Radweg benutzen!“ ). Im Übrigen galt diese Regelung bereits seit rund zehn Jahren auf einzelnen Straßen in Köln, wie der Venloer Straße in Ehrenfeld und der Dürener Straße in Lindenthal.

Kölner Schildkreation: Benutzungspflicht des Radfahrweges aufgehoben

Im Kommentar schreibt Matthias Pesch, die Hoffnung sei berechtigt, dass dadurch die Zahl der Unfälle gesenkt werden könnte. Auch der grüne Linksabbieger-Pfeil habe anfangs für Irritationen gesorgt, dann jedoch sich schnell bewährt. Falls es mit der aufgehobenen Radwege-Benutzungspflicht (Radverkehr auf der Straße ist zulässig) genauso ist und sich das Schild wo möglich bundesweit durchsetzt, dann wäre ich wieder uneingeschränkter Lokalpatriot und sänge täglich mein „Viva Colonia!“

Hochprozentige Mittel und Wege

Freitag, 26. August 2011

Eine kurze Meldung im Magazinteil des heutigen Kölner Stadt-Anzeigers hat meine Aufmerksamkeit erregt. Ich wusste gar nicht mehr, wie ich mich verhalten soll.

Kölner Stadt-Anzeiger, 26.08.2011, Titel: Alkohol macht nicht generell dick

„Alkohol macht nicht generell dick“ – Erster Gedanke: „Nee, das nicht, aber besoffen!“ – Zweiter Gedanke: „Nee, aber man kanns ja mal versuchen!“ Am liebsten hätte ich ein Kirschwasser-Praliné genommen oder wenigstens ein Glas Sekt zum Frühstück genippt, aber das wiedersprach dann doch den Gewohnheiten.

Trotz des Gehalts eines Gramms Alkohols von 7,1 Kilokalorien haben spanische Wissenschaftler von Navara nun den Gegenbeweis angetreten, wie das Fachmagazin „Nutrition Reviews“ berichtet. Die Forscher führten keinen Selbstversuch durch, auch wenn sich Rioja vielleicht dafür angeboten hätten („Zwei rote Lippen und ein roter Tarragona – das ist das Schönste in Barcelona! Da sitzt und trinkst du unter blühenden Kastanien. So heiße Liebe gibt es nur bei uns in Spanien!“).

Vielmehr haben sie mehr als 30 Studien zu dem Thema verglichen. Ergebnis: Es besteht bei Alkohlkonsum zwar ein erhöhtes Risiko zu Übergeiwcht, doch Menge und Art spielen dabei eine große Rolle. So könne mäßiger Weingenuss die Gefahr der Gewichtszunahme sogar reduzieren, heißt es: „Dafür schlägt Hochprozentiges umso heftiger auf die Hüften.“ Beim Alkoholabbau durch die Leber wird die enthaltene Energie weder als Fett gespeichert noch zu Muskelenergie umgewandelt. Darin unterscheidet sich das Lebensmittel grundlegend von anderen. – So kann man es auch begründen. – Möglicherweise wird die Energie jedoch in Form von Wärme verbraucht, das könnte den geringen Einfluss auf das Körpergewicht erklären.

Im August am Kiosk…

Freitag, 26. August 2011

Gerade hat uns mal so etwas wie eine Art Hitzewelle erreicht, da werde ich schwitzend in der Warteschlange im kombinierten Kiosk/Postschalter auf nachfolgende Zeitschrift aufmerksam:

"Fröhliche Weihnachten": Bastelzeitschrift August 2011

Mann, mann, mann, stimmt ja – höchste Zeit! Nur noch vier Monate bis Weihnachten! Bei der Bastel-Zeitschrift handelt es sich übrigens um „Lenas Patchwork„, stilsicher um die Ausgabe 12/2011. Also, nicht erst bis September warten, lieber gleich mit den Vorbereitungen beginnen für das „schönste Fest des Jahres“ und überaschen Sie Ihren Knusper doch uch mal mit „liebevollen, selbst genähten Kleinigkeiten und fantasievollen Quilts“.

Sonntagskonzert

Sonntag, 14. August 2011

Bei dem Dauerregen (zumindest im Westen der Republik) fällt das heutige Sonntagskonzert eher etwas traurig aus. Die Musik beschränkt sich weitgehend auf Regentropfen, die in die Pfützen platschen – und vielleicht am Abend noch ein kleiens Froschkonzert. Vielleicht kann das die Stimmung heben.

Süddeutsche Zeitung, 06.08.11, Titel: Rhythmisches Quaken

Die Süddeutsche Zeitung hatte jüngst darüber berichtet, dass laut Science-Magazin musikalische männliche Frösche (jedenfalls der südamerikanischen Túngara-Frösche) bessere Chancen bei der Balz haben als ihre unmusikalischen Geschlechtsgenossen  Entscheidend ist die richtige Anzahl hochfrequenter Grunzer im Gesang. Außer den umworbenen Froschweibchen orientieren sich aber auch Frosch jagende Fledermäuse am Rhythmus der Rufe. Womit wieder einmal bewiesen wäre – beim Sex und im Tod sind alle Menschen gleich, jedenfalls kann die Tatsache als Beleg für die Nähe zwischen Eros und Tod gelten.

Doch zurück zum Sonntagskonzert: In Sachen rhythmisches Quaken fällt mir zuerst einmal der Kinderreim ein:

Die Fröschelein, die Fröschelein,
das ist ein lust’ger Chor.
Sie haben ja, sie haben ja
kein Schwänzchen und kein Ohr. – Qu-ak – quak – quak…

Und kommt der Storch, und kommt der Storch,
dann hüpfen sie ins Moor.
Und singen dann, und singen dann
viel leiser als zuvor. – Qu-ak – quak – quak…

Und kommt der Mond, und kommt der Mond
dann hüpfen sie hervor.
Und singen dann, und singen dann
viel lauter als zuvor. – Qu-ak – quak – quak…

Interessant ist aber auch, was der frühere Hauptdarsteller von Löwenzahn, Peter Lustig, im Qualitätsfernsehen der ARD 1983 angesichts eines Froschkonzertes so träumte:

Zuletzt der vermutlich bekannteste singende Frosch, Kermit mit seiner romantischen Nummer „Hier am Teich“:

Am Lachen sollt Ihr sie erkennen!

Samstag, 13. August 2011

Kein Witz jetzt: Es gibt eine Umfrage von Emnid im Auftrag des bezahlsenders Sky, die die Lachgewohnheiten der Deutschen auseinandernimmt, sozusagen herauskitzelt. Demnach sind die Deutschen in erster Linie „Ha, ha!“-Lacher. Ein „He, he!“ deutet hingegen auf einen gehobenen Wohlstand hin. „Ho ho!“ wiederum gilt als aussterbende Lachart, die vorwiegend nur noch von über 50-Jährigen hervorgebracht wird. Darüber hat unter anderem auch der Kölenr Stadt-Anzeiger berichtet:

Kölner Stadt-Anzeiger, 12.08.2011, Titel: Von Lach- und Geldsäcken

Jetzt aber bitte nicht durchdrehen aufgrund der herausragenden Forschungsergebnisse. Der zerite Teil der Umfarge beschäftigte sich nämlich mit  „handgreiflichen“ Reaktionen beim Lachen. Hier erwiesen sich nur die Berliner als verhaltensauffällig: 61,1 Prozent schlagen beim Lachen entweder auf Schenkel (32,6 Prozent), auf Gegenstände (18,3 Prozent) oder auf andere Personen (10,2 Prozent). In anderen Bundesländern ist das Lachen demgegnüber eine weitgehend gewaltfreie Angelegenheit. Das ist doch beruhigend zu erfahren.

Keine Aussagen wurden jedoch darüber gemacht, wer wieviel zu lachen habe (zum Beispiel die Berliner, wobei sie ja mit einem ausgeprägten „Mutterwitz“ ausgestattet sind, Stichwort „Herz mit Schnauze“), oder wo die Deutschen am liebsten lachen: In der Öffentlichkeit,  zum Beispiel in der Kneipe oder neutral betrachtet bei weitgehend humorfreien Comedian-Auftritten etwa in Fußballarenen oder doch lieber im privaten Umfeld, vor dem Fernseher, im Kreise der Liebsten (und Lustigsten) oder doch im Keller.

Das wäre auch mal eine schöne Umfrage: Welche Sendungen lassen Dich tatsächlich lachen? Die US-Serien mit den eingeblendeten Lachsalven, damit der unbedarfte Zuschauer weiß, wann es komisch sein sollte – oder eher die komplett pointenfreien deutschen Unterhaltungssendungen à la „Kanal fatal“? Oder irgend etwas dazwischen, wie „Genial daneben“ auf Sat1, „TV total“ auf Pro 7 oder doch die „Heute-Show“  und „Neues aus der Anstalt“ im ZDF, „Scheibenwischer“ in der ARD oder „Extra 3“ auf 3sat?

Bis sich dazu jeder eine eigene Meinung bildet, hier eine drastische musikalische Demonstration, wie nahe der Witz auch am Wahnsinn liegenh kann, inklusive einiger „Ha, has!“, „Hi His!“ und „Ho hos!“; Interpret ist „Napoleon IVX“:

Methoden den Kopf zu ruinieren

Donnerstag, 14. Juli 2011

Welche Erleichterung! Nicht nur für die deutschen Fußballfrauen, die ihre Kopfballstärke gegen Japan leider nicht zum Anschlag bringen konnten, sondern auch für die unzähligen Hobbykicker, die im Traum den Ball von der perfekt geschlagenen Bananenflanke aus der Luft wie Miro Klose annehmen – ohne Rücklage, wie am Kopfballpendel unzählige Male geübt, mit der flachen Stirn – Kopfstoß, Toooooor! Diese Tätigkeit schadet jedenfalls einer neuen Studie der Uni Regensburg zufolge den kleinen grauen Zellen nicht.

Kölner Stadt-Anzeiger, 14.07.11, Titel: Kopfbälle schaden dem Gehirn nicht

Nun bestehen ja zahlreiche Möglichkeiten, sich den Kopf zu runinieren, wie zum Beispiel dauerhaftes Daddeln, fortwährendes Fernsehen oder tägliches Trinken, um nur drei gerne auch kombinierte Methoden zu benennen. Dahinter verbergen sich meist andere Ursachen, wie die Unlust zu lernen oder sich an Denkprozessen zu beteiligen. Vorschnelle Urteile und unzulässige grobe Vereinfachungen prägen unseren Alltag – von der Weigerung sich entwickeln zu wollen einmal ganz abgesehen, wobei dies natürlich ein eitles Streben ist,  vor dem es kein Entrinnen gibt…

Sport ist nun sicher nicht das Schlechteste, um neben dem rein körperlichen Ausgleich auch eine gute Basis für neue Lerneinheiten zu bieten: mehr Sauerstoff ins Blut, ein angeregter Stoffwechsel, belebte Muskulatur u.s.w. Dass nun aber insbesondere Kopfbälle dem Kopf nicht schaden sollen – ich kann es nicht glauben! Ich meine auch, schon gegenteilig lautende Berichte gelesen zu haben. Der Vergleich zum Boxen liegt nahe, wobei die Belastung des Kopfes dabei noch weit höher und weniger vorhersehbar ist.

Aber besonders gut gefällt mir in der neuen Studie der Hinweis, dass zwar vor und nach verschiedenen sportlichen Tätigkeiten (darunter Kopfballspielen), keine Unterschiede in der Gedächtnisleistung festgestellt wurden. Allerdings hätten die weiblichen Teilnehmer der Kopfball-Gruppe über Kopfschmerzen geklagt. Wenn das mal kein deutliches Zeichen ist!? Zudem gibt es auch so etwas wie neurologische Langzeitschäden, die vermutlich nicht durch das Ablegen von Gedächtnistests unmittelbar nach dem Kopfballspiel erfasst werden. Immerhin ist an der Uni Regensburg nun auch eine Langzeituntersuchung geplant. Wieder ein gutes Beispiel, warum wir nicht immer gleich jeder Zeitungsmeldung glauben und stattdessen erstmal unseren Kopf einschalten sollten.