Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Buchbesprechung im Ostfriesland-Magazin

Montag, 27. Juni 2011

Große Freude! In der aktuellen Ausgabe des monatlichen Ostfriesland-Magazins wird in der Rubrik „Neue Bücher“ auf S. 110 mein Buch „Von Ostfriesland an den Bodensee – Die Geschichte meiner Mutter“ besprochen. Die Redaktion hat sich dabei weitgehend auf den Klappentext verlassen. Allerdings ist ihr bei der Überschrift ein kleiner Lapsus unterlaufen.

Ostfriesland-Magazin 06-2011, S.110, Neue Bücher, Überschrift

Nun grenzt der Bodensee zwar sopwohkl an Österreich als auch (bei Lindau) an Bayern . Im Fließtext ist doch aber ganz deutlich vom Südwesten Deutschlands die Rede, und das ist ja nun unzweifelhaft Baden-Württemberg gegenüber dem bayerischen Südosten.

Ostfriesland-Magazin 06-2011, S.110, Neue Bücher, Besprechung

Jedenfalls ist und bleibt doch die Freude sehr groß, dass mein Buch überhaupt wahrgenommen wurde. Entdeckt hatte die Veröffentlichung übrigens eine Bekannte meiner Mutter auf Spiekeroog. Wer jetzt Interesse an dem Buch gewonnen hat, dem sei noch mal der Textabschnitt unter dem ersten Bild auf meiner entsprechenden Buchseite empfohlen! Zuletzt noch einmal das auch im Ostfriesland-Magazin abgebildete Buchcover. Viel Spaß beim Lesen!

Ostfriesland-Magazin 06-2011, S.110, Neue Bücher, Cover

Die Verknüpfungs-Täuschung

Dienstag, 21. Juni 2011

Wer montags die FAZ in die Hände bekommt, dem kann ich nur (zum wiederholten Male) im Feuilleton die herrlich anschaulichen und meist überraschenden Hinweise von Rolf Dobelli empfehlen, der uns dort regelmäßig auf Tücken des menschlichen Denkens aufmerksam macht. In der jüngsten Ausgabe seiner Rubrik „Klarer denken“ behandelt der Autor, Gründer und Kurator des Forums “Zurich.Minds” den klassichen Denkfehler der „Conjunction Fallacy“ (auf deutsch etwa „Verknüpfungs-Täuschung“).

FAZ, 20.06.11, Titel: Warum die Intuition verführerischer ist als rationales Denken

Dazu der folgende Selbsttest: Welche Aussage erscheint Dir plausibler: a) „Der Flughafen Köln/Bonn ist geschlossen.“ oder b) „Der Flughafen Köln/Bonn wurde aufgrund des schlechten Wetters geschlossen.“ Die meisten Probanden entscheiden sich kurz entschlossen für b). Denn die Begründung vermittelt eine nachvollziehbare Ursache. Allerdings ist die erste Aussage bei weitem wahrscheinlicher (vermutlich nicht wahrscheinlicher in der Zeitung zu lesen, aber wahrscheinlicher, was ihren eigenen Wahrheitsgehalt betrifft). Denn in der Aussage b) ist mit der Schließung des Flughafens die Einschränkung verknüpft, dass dies wegen schlechten Wetters der Fall ist. Tatsächlich kann der Flughafen auch aufgrund zahlreicher anderer Ursachen geschlossen sein, z.B. wegen eines Brandes, eines Bombenalarms, eines Unfalls oder eines Streiks.

Dieses Denkmuster begegnet uns immer wieder. Ein weiteres Beispiel ist der Vergleich der Aussagen „Der Ölverbrauch sinkt um 30 Prozent“ oder „Der dramatische Anstieg des Ölpreises führt zu einer Reduktion des Ölverbrauchs um 30 Prozent.“ Jetzt fallen wir darauf nicht mehr herein. Allerdings taten dies Wissenschaftler beim Versuch von Daniel Kahneman auf einem Kongress für Zukunftsforschung 1982. Der Prognose b) wurde weit stärker geglaubt als der Prognose a). Rolf Dobelli bezieht sich bei seiner Begründung für dieses Denkmuster auf Kahneman, der zwei Arten des Denkens beschreibt: das  intuitive, das vorschnelle Schlüsse zieht, und das langsame rationale. Er empfiehlt, „das Modethema „linke und rechte Gehirnhälfte““ zu vergessen und darauf zu achten, dass das intuitive Denken nicht auf plausibel erscheinende Geschichten hereinfällt, ehe wir einmal näher darüber nachgedacht haben, welche falschen Vorausetzungen darin versteckt sein könnten.

Ende eines Literarischen Höhenfluges

Samstag, 18. Juni 2011

Der Eichborn-Verlag – genau, der „mit der Fliege“ – hat Insolvenz angemeldet. Bedauerlich für einen innovativen und eigenständigen Anbeiter besonderer Bücher. Aus eigener Kraft, hieß es, könne er die nötige Sanierung nicht bewerkstelligen, der Versuch eine Finanzierung von außen hinzubekommen scheiterte. Zuvor war ein Umzug von Frankfurt am Main nach Berlin geplant, im Rahmen einer geplanten Koopertaion mit dem Aufbau-Verlag. Der Umzug ist abgesagt, an der Kooperation wird festgehalten.

Kölner Stadt-Anzeiger, 17.06.11, Kommentar von Martin Oehlen: "Turbulenzen mit Fliege"

Im Kommentar im Kölner Stadt-Anzeiger hält Martin Oehlen fest, dass das allgemeine Angbeot  „oft wenig konturiert“ wirkte, mit Ausnahme einiger Preziosen der so genannten „Anderen Bibliothek“. Berühmt wurde derEichborn-Verlag unter anderem durch die Erfolge von Walter Moers‘ Büchern „Das kleine Arschloch“ und „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“. Für ein börsennotiertes Unternehmen ist der Blick auf die Bilanzen natürlich entscheidend, doch auch die Krisen-PR überzeugt den Kommentator nicht.

Mögliche Konsequenz vor dem Hintergrund des angespannten Buchmarktes könnte sein, dass nach dem Wegzug von Suhrkamp Frankfurt am Main nun um weiteren Verlag ärmer werden könnte. Martin Oehlen befürchtet den Verlust einer weiteren attraktiven Marke, auch wenn zunächst verkündet wurde, dass das Geschäft weiterlaufe, und auch wenn der Aufbau-Verlag anküpndigte, das erst jüngst vorgelegte Herbstprogramm weiter zu verkaufen. Auf der Eichborn-Seite jeoch kein Hinweis auf die angespannte Situation. Auch der Tagesspiegel analysiert, dass sich der Eichborn-Verlag spätestens mit dem Börsengang 2000 übernommen habe: Auch, wenn das neue Programm tatsächlich stark ist, ist das leider kein Garant fürs Überleben.

Auf der Buchmesse 2010 ließ der Verlag Fliegen Papierchen transportieren, was Erfolgsautor Eckart von Hirschhausen zu der Bemerkung verleitete: „Das absurdeste PR-Ding, das ich jemals gesehen habe.“

Football Chicken King

Donnerstag, 28. April 2011

Der 1. FC Köln ist eine ruhmreiche Fußballmannschaft, wenigstens mit ruhmreicher Vergangenheit. Wenn Du jetzt das Stadion besuchst, kannst Du immer noch etwas ganz Besonderes fühlen, etwas typisch Kölsches, was sich schon am ortseigenen Liedgut festmacht. In der Rückrunde dieser Fußball-Bundesliga gab es sogar eine Serie von sieben Heimsiegen in Folge, womit der bisher bestehende Rekord eingestellt wurde. Udn dennoch bestimmen jetzt wieder Missstimmigkeiten die Szene, der zuletzt so erfolgreiche Trainer Frank Schäfer hat erst nicht verlängert und jetzt das Handtuch geschmissen.

Kölner Stadt-Anzeiger, 28.04.2011, Titel: Das Märchen vom Rückhalt für den Trainer

Der Kölner Stadt-Anzeiger hat heute bereits seine lokale Komepetenz ausgespielt und das neuerliche Drama  im Abstiegskampf als Titelthema und auf den seiten 2 und 3 gebracht, bereits mit Fan-Reaktionen und klugen Analysen, wie schon der obige Titel zeigt. Als Auslöser für die Reißleine, kurz vor dem letzten benötigten „Dreier“ zum Klassenerhalt soll demnach Volker Finke sein, der Erfolgstrainer vom SC Freiburg, der den sübadischen Club als Trainer in die Bundesliga und sogar in den UEFA-Cup geführt hatte. Nun als Sportdirektor in Köln wird er wiederum Trainer sein, als wäre er das nicht immer schon am liebsten gewesen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

KSölner Stadt-Anzeiger, 28.04.2011, Titel: 1. Finke Club Köln

Die launige Umschreibung hat der Kölner Stadt-Anzeiger für die fragwürdigen Maxchtverhältnise beim 1. FC Köln gefunden. Auf vielen Kölner Autos ist das Kennzeichen K- FC zu sehen, nicht zu verwechseln mit „Kentucky Fried Chicken“. Jedenfalls bin ich heute, wie  es der Zufall wollte, hinter dem Mannschaftsbus hergefahren, auf dem das Maskottchen Hennes VIII zu sehen ist.

Nahansicht des Hecks des 1. FC Köln-Mannschaftsbusses

Bei dem jetzigen Hühnerhaufen ist der Trainer vermutlich nicht viel mehr als der König der Hühner zu bezeichnen, sozusagen ein „Football Chicken King“. Mal sehen, wohin die verbleibende Reise während der letzten Spieltage dieser Saison den 1. FC Köln führt. Hier nioch die Erinnerung, was der Verein einmal darstellte. Und man beachte das Nummernschild.

Nahansicht des unteren Hecks des FC Köln-Mannschaftsbusses

Österlicher Eiersegen

Montag, 25. April 2011

Bizarre Blüten des diesjährigen, sommerlichen Osterfestes: Einerseits monierten die obersten Katholiken in Bonn, die Buchhandlung Thalia solle zu Ostern nicht mit dem Begriff „Hasenfest“ werben. Die christlichen Bräuche verschwänden und so weiter – dem ist nicht viel hinzuzufügen. Andererseits freut sich neben der Süßigkeiten- auch die Spielzeugindustrie. Denn der Konsum zugunsten unserer verzogenen Kinder nimmt stetig weiter zu. Insofern war im Wirtschaftsteil zurecht zu lesen.

Kölner Stadt-Anzeiger, 23.04.2011, Titel: Klein-Weihnachten

Jakob Schlandt zitiert im Kölner Stadt-Anzeiger Willy Fischel, den Chef der Spielzeughändler-Lobby: „Nach Weihnachten und Geburtstag ist das Osterfest für Kinder in Deutschland der drittwichtigste Geschenkeanlass.“ Daneben, muss ich aus eigener Erafhrung hinzufügen, gibt es inzwischen mehrere weitere Klein-Weihnachten, seien es Zeugnisse, Halloween, St. Martin, Nikolaus, Silvester, alles eine Frage der Haltung udn des Geldbeutels der Eltern.

Daneben sollte nicht vergessen werden, worum es eigentlich geht beim österlichen Eiersuchen geht. Das Ei als Symbol des Lebens und der Erneuerung wurde schon der Frühlingsgöttin Ostara zum Opfer gebracht und schon in vorchristlicher Zeit zumeist rote gefärbt als Fruchtbarkeitssymbole verschenkt. Hintergrund des Überangebots an Eiern zu Ostern war auch die vierzigtägige Fastenzeit, während der Eier als „flüssiges Fleisch“ ebenso verpönt waren. Die gekocht haltbar gemachten Eier wurden angemalt, um sie von rohen Eiern unterscheiden zu können. Ob hingegen der einzige Familienbetrieb, der sich zuletzt der Aufzucht legefreudiger Hasen widmete, noch besteht, wird vermutlich nur Loriot alleine wissen. Hier das ganze Interview mit Hasenbrüter Walter Hippentraut.

Neues aus der Tierwelt 33

Sonntag, 17. April 2011

Gestresste Vögel im Frühling, boshafte Rabentiere und musikalisch trendbewusste Wale in dieser Ausgabe von Neuigkeiten aus dem Reich der Tiere.

Kölner Stadt-Anzeiger, 16.04.2011, Titel: Frühling ist für Vögel purer Stress

Sie können einem geradezu leid tun, die fröhlichen Piepmatze, die schon zu nachtschlafener Zeit damit anfangen, unbescholtene Bürger aus dem Bett zu tirilieren! Zurst kommen sie tasuendes von Kilometern aus dem Süden gefolgen, dann erstellen sie nur mit ihrem Schnabel ein filigranes Nest, wofür eine Amsel alleine etwa 300 Flüge benötigt – vom Storch einml ganz zu schweigen! – und dann müssen sie nach dem abwechselnden Brüten (was einiger Geduld bedarf) bis zu 900 mal am Tag (!) hin- und her-fliegen, um den nimmersatten Nachwuchs zu ernähren. Vom Stress der Küken einmal ganz zu schweigen, die bei Singvögeln etwa fünf Stunden Zeit benötigen, um sich aus dem Ei zu pellen! Ein Wunder, dass sie immer noch so fröhlich zwitschern! Aber vielleicht fluchen sie ja auch die ganze Zeit auf ihre Weise…

Kölner Stadt-Anzeiger, 16.04.2011, Titel: Wie Raben Schmutzgeier ausnutzen

Von wegen: „Nevermore – said the raven!“ Stattdessen: Immer wieder, und zwar strategisch ausgklügelt werden die Rabenvögel dem ihnen vorauseilenden Ruf des Diebisch-Seins gerecht. Braunnackenraben in Israels Wüste nutzen beispielsweise die Vorarbeit von Schmutzgeiern aus, wenn es darum geht, an das Innere von Straußen-Eiern heranzukommen. Das hat der Biologe Reuven Yosef in der Zeitschrift „Naturwissenschaften“ beschrieben. Die Schmutzgeier knacken die harten Eier mithilfe eines Steines – was ja schon aller Achtung wert ist. Sobald aber das Ei geknackt und essbar ist, kommen Raben gemeinsamen aus ihren Verstecken, wo sie das Treiben beobachteten, attackieren den Geier, bis er flüchtet, und teilen sich das Ei. Zu wie viel Boshaftigkeit doch Intelligenz imstande ist!

Kölner Stadt-Anzeiger, 15.04.2011, Titel: Auch Wale kennen Ohrwürmer

Schließlich ein Ausflug ins weite Meer, das von den menschen wzar immer stärker vereinnahmt wird, dessen Ausmaße dem Normalsterblichen dennoch schon fast unvorstellbar sind. Über tausende von Kilometern wanderen einzelen Wale, auch ganze Gruppen und verbreiten so gesänge, deren Funktion uns Menschen nach wie vor verborgen ist. Was nun aber Biologen der Universität Queensland herausgefunden haben ist, dass es wahre Popsongs unter Wasser gibt, die sich per „Konformitätsdruck“ schnell und weit verbreiten. In zwei Jahren haben beliebte Melodien offenbar mühelos Distanzen von 6.000 Kilometern überbrückt. Die Wale zeigten sogar ein Gespür für Trends, sodass manchmal Passagen aus früheren Tophits in neuen weider auftauchen.

Trau… der Apothekenumschau!

Freitag, 15. April 2011

Langsam aber sicher werden wir alle älter. Diese Binsenweihsheit teilte ich heute mit einer freundlichen Apothekerin, bei der ich neben dem „Medi & Zini“ für meine Kinder (das ich als Kind schon gerne las) auch eine Apotheken-Umschau erhielt. Das Blatt, das böse Zungen als „Rentner-Bravo“ bezeichnen, hat mir immerhin zwei elementare Erkenntnisse geliefert: Übergewicht kann die Gedächtnisleistung einschränken und Sport kann das Erinnerungsvermögen stärken.

Apotheken-Umschau, 15.04.11, Titel: Sport stärkt das Gedächtnis

Regelmäßiger Sport im Alter (etwa Walken) kann laut einer Studie der Uni Pittsburgh altersbedingtem gedächtnisschwund entgegenwirken. Wenn wir das körperliche Glücksgefühl bei sportlicher Betätigung  mit einbeziehen, erscheint Aktivität im Alter demzufolge doppelt lohnenswert. Walken aktiviere den Hippocampus, der unter anderem im Gehirn für die Gedächtnisleistung zuständig ist. Dazu passt die Beobachtung, dass „die alten Griechen“ oder auch Goethe und Schiller bei gemeinsamen Spaziergängen Gedanken entwickelt haben, die nicht zu den schlechtesten zählen.

Apothelen-Umschau, 15.04.11, Titel: Übergewicht macht vergesslich

Ein weiterer Kurzbericht verfestigt die Anschauung, dass eine sportliche aktive Lebensführung auch im Alter dem Wohlbefinden besonders zu Gute kommt: Eine nicht näher bezeichnete „Drei-Städte-Studie“ aus Frankreich schlussfolgert, dass ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und nachlassender Gedächtnisleistung besteht. Die 16 Prozent der 7.000 beobachteten Studienteilnehmer, die am metabolischen Syndrom litten, zeigten deutliche Schwächen bei einigen geistigen Fäigkeiten (Orientierung, Erinnerungsfähigkeit, Sprachverständnis). Ich zitiere den grandiosen Abschlusssatz der Kurzmeldung auf Seite 22:

„Der Abbau von Übergewicht, eine gesunde Ernöhrung und viel Bewegung sind erste Schritte in die richtige Richtung.“ Von der ebenfalls in der Apotheken-Umschau gefundenen Meldung, dass eine Person sich bei regelmäßigem Umgang mit Älteren jünger empfindet, will ich einmal absehen („Jünger aussehen dank Älterer“). Die dabei zitierte Studie der Universität Jena ist online nicht auffindbar, zudem klingt das Ergebnis schwer nach der verdeckten Aufforderung sich besser um seine Eltern zu kümmern.

Rauchen gefährdet Ihre Medienpräsenz

Mittwoch, 30. März 2011

Relativ neu (vom Mai vergangenen Jahres) ist der Youtube-Eintrag des Oscar-Gewinns für Whoopi Goldberg als beste Nebendarstellerin 1991 im Film „Ghost“. Seitdem sich die Presiträgerin nun geoutet hat, dass sie vor der Zeremonie an einem Joint gezogen zu haben, häufen sich dort die Kommentare darüber, wie „high“ sie bei der Dankesrede doch war.

Kölner Stadt-Anzeiger, 26.03.2011, Zitat von Whoopi Goldberg

Dabei wirkt ihre Rede keineswegs so abgedreht oder von unvorhersehbaren Assoziationen geprägt als dass sich mir unmittelbar der Eindruck einstellte, wie stoned sie denn gewesen sein müsste. Auffällig ist vielleicht lediglich, wie sie vor lauter Aufregung unablässig die kleine goldene Statue reibt. Zweifellos eine gute Figur macht jedoch auch der Verkünder des Oscar-Gewinns, Denzel Washington.

Da der oben verlinkte Ausschnitt der Oscar-Rede leider nicht  eingebettet werden kann, stattdessen hier eine zentrale Szene von Whoopi Goldberg zsuammen mit Patrick Swayze aus „Ghost – Nachricht von Sam“:

Neues aus der Tierwelt 32

Mittwoch, 23. März 2011

„Öfter mal was Neues“ als Maxime für ältere Schimpansen, unverzichtbares Know-How älterer Gruppenmitglieder bei Elefanten und die Orientierung von Hunden an der Persönlichkeit ihres Herrchens sind die Themen dieser Sammlung interessanter Neuigkeiten aus dem Reich der Tiere.

Welt am Sonntag, 20.03.2011, Titel: Ältere Schimpansen experimentieren gerne

Wieder ist es die Parallele zu Menschen, die bei den Meldungen dieser Ausgabe fasziniert: US-Forscher haben in der Fachzeitung „Biology Letters“ über Variationen des Stocherns nach Terminten berichtet, die offenbar mit dem Alter der beobachteten Schimpansen zunahmen. Jüngere Tiere setzten demnach weniger Werkzeuge und diese weniger flexibel ein. Menschen stochern dagegen bevorzugt im Heuhaufen, meist auf der Suche nach der berühmten Nadel, oder sie fischen im Trüben…

Welt am Sonntag, 20.03.2011, Titel: Der Rat der Greisinnen

Elefanten stellt die Integration älterer Gruppenmitglieder offenbar vor weniger Probleme als Menschen. Während nicht nur hierzulande viel über den Wert und die Wichtigkeit älterer Mitarbeiter diskutiert wird – und diese dennoch bevorzugt entlassen werden – profitieren Elefanten eindeutig von der Leitung durch ältere Kühe, wie eine entprechende Meldung in der Welt am Sonntag belegt.

Mit „Rat“ ist demnach weniger ein Gremium gemeint als vielmehr die Empfehlung zum richtigen Verhalten bei einer Bedrohung durch Löwen, die ältere Leitkühe aufgrund ihrer Erfahrung zutreffender einordnen können. Hoch interessant die Schlussfolgerung des internationalen Forscherteams, das frei lebende Elefanten in Kenia beobachtete: Wie bei Menschen stelle der Erfahrungssschatz einen Nutzen für die Gemeinschaft dar, der als Grund für die Langelebigkeit bewertet wird.

Welt am Sonntag, 20.03.2011, Titel: Wie der Herr, so der Hund

Verhaltensbiologen an der Universität Wien und der Konrad Lorenz Forschungsstelle Grünau haben Herr-Hund-Beziehungen untersucht. Dabei wurden 22 Mensch-Tier-Paare gefilmt, die durch einen Ausstellungsraum gingen. Auf der Basis der anschließend abgegebenen Selbstbeschreibung der Herrchen stellten die Forscher fest, dass sich Hunde offensichtlich stark an der Persönlichkeit ihres Herrchens (und Alphatieres) orientieren.

Einer Einteilung in fünf  Typen folgend (grob beschrieben als zugänglich, verträglich, offen, gewissenhaft und neurotisch) registrierten sie, dass die Hunde ängstlicher Besitzer diesen kaum von der Seite wichen, und diejenigen unabhängiger Menschen sich seltener in der Nähe des Besitzers aufhielten. Da bestätigt sich die alte Redeweise: „Wie der Herr, so’s Gescherr“ und festigt das Bild des treudoofen, bis in den Tod ergebenen „besten Freund des Menschen“. Darüber hinaus ist es für mich nun um so spannender zu beobachten, wie sich manche Hunde verhalten, um direkte Rückschlüsse auf den Hundehalter zu ziehen.

Neues aus der Tierwelt 31

Dienstag, 15. März 2011

Nach längerer Zeit mal wieder eine Sammlung dreier interessanter Meldungen aus dem Reich der Tiere, mit leidensfähigen Hennen, kooperationsfähigen Elefanten und auf Lautstärke achtende Bonobos.

Kölner Stadt-Anzeiger, 12.03.2011, Titel: Hennen leiden bei Stress mit ihren Küken

Empathie ist eine Fähigkeit, die wir üblicherweise Tieren nicht nachsagen würden. Andererseits erwarten wir in jeder besseren Tierdoku, dass Muttertiere etwas aus dem Bereich der Säugetiere ihre Jungen bis aufs Blut verteidigen und Verletzungen der Jungtiere scheinbar bedauern. Joanne Edgar vond er Universität Bristol  hat nun jedoch in den „Proceedings“ der britischen Royal Societa beschreiben, dass Hennen auf eine Bedrängnis ihrer Küken körperlich so reagieren als würden sie selbst gestört. Diese Phänomen wurde unter Vögeln bisher nur bei Raben beobachtet, die zudem als besonders intelligent gelten. Vermutlich wäre es jedoch übertrieben zu behaupten, das Hennen mit jedem Ei, das man ihnen wegnimmt, empfänden: „Da geht ein Teil von mir!“

Kölner Stadt-Anzeiger, 12.03.2011, Titel: Elefanten warten auf helfenden Rüssel

Ich werde ja nicht müde darauf hinzuweisen, dass Tiere gar nicht denken, weil ihnen dazu jede Begrifflichkeit fehlt. Erstaunlich ist aber zweifellos auch die Fähigkeit von Elefanten zusammenzuarbeiten. Bei einem Versuchsaufbau von Forschern der Universität in Atlanta wurden 12 indische Elefanten zunächst darauf trainiert, alleine mit Hilfe eines Seils ein Tablett mit Futter zu sich zu ziehen.

Bei einem zweiten Versuchsaufbau lag das Seil so um das Tablett herum, dass an beiden Enden gleichzeitig gezogen werden musste, um es in Reichweite zu bekommen. Teilweise warteten die Elefanten bis zu 45 Sekunden auf einen Artgenosen, um gemeinsam an das Futter zu gelangen. „Elefantös!“ und „Elefantastisch!“ wäre vielleicht zuviel gelobt, aber als „elefinderisch“ wäre das Verhalten allemal zu bezeichnen.

Kölner Stadt-Anzeiger, 01.03.2011, Titel: Sexlaute zeigen soziale Stellung bei Bonobos

Schon ein paar Tage älter, aber nicht minder interessant ist diese Meldung über eine Untersuchungen von Forschern der University of St. Andrews an Bonobos im Kongo, die in der Fachzeitschrift „Biology Letters“ veröffentlicht wurde. Demnach demonstrieren die Tiere durch Laute, die sie beim Sex von sich geben, ihre soziale Stellung. Dies gelte gleichermaßen für Weibchen wir für Männchen und ebenso beim fremd- wie beim weite verbreiteten gleichgeschlechtlichen Verkehr. Das heißt, wer in der Gruppe den höchsten Status genießt, darf am meisten und am lautesten schreien. Was für die Bonobos beim Sex, gilt für die Menschen in der Politik. Wer am lautesten ruft und am meisten Töne von sich gibt, hat meist das höchste Ansehen. Es sei denn, er hat bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben. was für Bonobos wiederum gar nicht in Betracht kommt.