Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Happy Birthday, Janosch!

Freitag, 11. März 2011

Janosch, der Erfinder so einprägsamer Figuren wie der Tigerente, des kleinen Bären und des Hasen Baldrian feiert heute seinen 80. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch Horst Eckert, geboren am 11. März im heutigen Zabrze (früher Hindenburg in Oberschlesien). Im vergangenen Jahr hat der Autor und Illustrator, der heute auf Teneriffa lebt, bekannt gegeben, dass er keine Bücher mehr schreiben werde. Seine Figuren gehören längst zum Kanon in deutschen Kinderzimmern.

Kölner Stadt-Anzeiger, 11.03.2011, Titel: Der Vater der Tigerente wird 80

Ein Großteil seiner Kreativität zieht er möglicherweise aus der Verarbeitung einer sehr strengen Kindheit zwischen den beiden Weltkriegen. Nach konservativen, armen Eltern erzieht ihn ab dem 8. Lebensjahr ein Jesuitenpater, wie Petra Pluwatsch im Kölner Stadt-Anzeiger schreibt. Ab 1960 veröffentlicht er Kinderbücher, darunter Klassiker wie „Der Mäuse-Sheriff“, „Post für den Tiger“ und „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“. Daneben hat er auch Romane und Theaterstücke für Erwachsene verfasst.

Unter anderem erhält er 1979 den Deutschen Jugendliteraturpreis  für das Bilderbuch „Oh, wie schön ist Panama“ und 1993 das Bundesverdienstkreuz. Heute sind seine Figuren allgegenwärtig für die lieben Kleinen, von der Zahnbürste bis zur Bettdecke, vom Schulranzen bis zum Bleistift. Hier der Trailer zur Verfilmung von „Oh wie schön ist Panama“ aus dem Jahr 2006 mit den Stimmen von Till Schweiger und Dietmar Bär.

Philatelisten fehlen

Mittwoch, 09. März 2011

„Come gather ‚round people wherever you roam
and admit that the waters around you have grown
and accept it that soon you’ll be drenched to the bone
if your time to you is worth savin‘
then you better start swimmin‘ or you’ll sink like a stone
for the times they are a -changin‘!“ – Bob Dylan

Den Zeitenwandel bekommen einem Bericht in der Welt zufolge auch die Briefmarken-Sammler und -Jäger zu spüren. Auf Tauschbörsen sind Philatelisten selbst teilweise so selten zu finden wie die blaue Mauritius. Vorbei sind demnach auch die Zeiten, in denen der typische Anbaggerspruch in diesem Zusammenhang überhaupt noch Anwendung findet:

Die Welt, 05.03.2011, Titel: Darf ich dir meine Sammlung zeigen?

Auf Facebook, wird berichtet, besteht sogar eine Gruppe mit dem Namen, „Als ich noch jung war, musste man Briefmarken noch ablecken“. Auch heute gibt es diese Briefmarken noch, aber es gibt eben auch sehr viele selbstklebende, es gibt vor allem Mails und sogar e-Postbriefe (wer auch immer diese benötigt). Und so ist es kein Wunder, dass vielen Vereinen (wie dem zitierten Verein Junger Briefmarkensammler in Bayern) langsam aber sicher der Nachwuchs ausgeht.

Dabei ist die Beschäftigung mit Briefmarken eine kulturhistorische (vom Befriedigen der Sammelleidenschaft einmal ganz abgesehen). „“If your time to you is worth savin'“ kommt der Tätigkeit schon sehr nahe. Der Sammler verwandte gerne seine freie Zeit darauf, sich in alte Zeiten hineinzuversetzen und „rettete“ damit sowohl alte als auch die jetzigen Zeiten. Das kommt bei Kindern, die sich fürs Sammeln begeistern lassen, kaum zum Tragen. Zudem verliert sich in der Pubertät das Interesse an diesem antiquierten Hobby meist recht schnell. Andere Dinge (wie das Internet mit seinen sozialen Netzwerken) sind Kids eher die Zeit wert, ihre Zeit zu vertun…

Allerdings sind manche Kulturschätze im Umfeld der Briefmarken nicht mehr wegzudenken. Ich denke dabei weniger an die Schwarzweiß-Filme, in denen schüchtern oder keck die titelgebende Frage gestellt wurde, sondern an das cineastische Meisterwerk „Charade“ mit Audrey Hepburn und Cary Grant. Hier die auch musikalisch durch Henry Mancini sehr eindrucksvoll unterlegte Szene, in der erst Bösewicht James Coburn und dann auch Cary Grant auf einer Briefmarkenbörse realisieren, dass das gesuchte Vermögen in Briefmarken angelegt sein muss. Später (ca. bei Minute 3:45) läuft Audrey Hepburn beim wohlmeinenden Briefmarkenhändler „Monsieur Felix“ ein, der einiges über die seltenen Marken zu berichten weiß.

Beten verlängert das Leben

Montag, 07. März 2011

Wer sonst wenig zu tun hat, kann sich in das phonetische Mantra „Män Ebtehoi – Ebtemän Kainhoi – Ebtebeten“ vertiefen, ehe sich der Sinn plötzlich, wie durch eine Erleuchtung erschließt (funktioniert meist im freien Vortrag unter Schulkindern ganz gut). Dahinter steht  die ernsthafte Meldung, die ich am Wochenende in der Rheinischen Post gefunden habe:

Rheinische Post, 05.03.11, Titel: Gläubige Menschen leben länger

Lothar Schröder bezieht sich zunächst auf eine nicht näher bezeichnete US-Studie, bei der rund 21.200 Frauen und Männer acht Jahre lang zur Häufigkeit ihrer Gottesdienstbesuche befragt wurden. Das Ergebnis: Wer ab seinem 20. Lebensjahr einmal wöchentlich den Gottesdienst besucht, lebt durchschnittlich 6,6 Jahre länger. Böse Zungen würden behaupten, die längere Lebenszeit sei durch die vertane Zeit im Gottesdienst doch wieder verloren, aber ganz so einfach ist es vermutlich nicht.

Im Beitrag der Rheinischen Post wird ein weiteres, ähnlich lautendes Forschungsergebnis angeführt: Unter 10.000 über 23 Jahre beobachteten Behördenmitarbeitern in Israel profitierten die regelmäßigen Synagogenbesucher sogar von einer um 16 Prozent höhere Lebenswerwartung (bei einem „Zielalter“ von 80 immerhin fast 13 Jahre). Anschließend folgen Antwortversuche auf die Frage, ob es eine psychosomatische Kraft des Glaubens gibt.

Der Münchner Religionspsychologe Bernhard Grom, der das Thema kürzlich in der Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit“ behandelte, nennt drei positive (lebensverlängernde) Begleiteffekte einer gelebten Religiosität: Gottesdienstbesucher rauchen durchschnittlich weniger, sie haben ein funktionierendes soziales Netzwerk (innerhalb ihrer Gemeinde) und sie können mit Ängsten besser umgehen. Darin liegt vermutlich der Kern des Betens, mit Gelassenheit und Gottvertrauen „Unabänderliches“ zu ertragen, dankbarer und weniegr selbstbezogen zu sein sowie sich als Teil eines großen Ganzen zu verstehen, gesteuert durch „jenes höhere Wesen, das wir verehren“. Dadurch könnten Psychosen, seelische und geistige Verwirrungen seltener auftreten.

Belegt ist bereits, dass Gottesdienstbesucher seltener Bluthochdruck haben und Herzinfarkte erleiden. Die ritualisierte Spiritualität befördert also nicht unbedingt eine Heilung im Falle einer Erkrankung, schafft aber positive Rahmenbedingungen, um eine Krankheit zu bewältigen. All dies scheint dazu beizutragen, dass die Lebenserwartung frommer Menschen steigt. Die Fachzeitschrift „Gehirn und Geist“ befasst sich in ihrer Märzausgabe ausführlich mit Phänomenen aus dem Umfeld „Glaube und Wissenschaft“ (mit einem breiten Spektrum an Beiträgen zum Thema). Ein witziges Video so gar nicht zum Thema:

„Du wirst, was Du aßest“

Freitag, 25. Februar 2011

Schlaue Leute haben vor langer Zeit bereits den Sinnspruch entwickelt: „Du bist, was Du isst“. Eine neue Studie zeigt aber, dass vor allem das Essen von Kleinkindern bis zum 4. Lebensjahr maßgeblich ihre Intelligenz mit beeinflusst. Insofern müsste der etwas abgewandelte Spruch nun lauten: „Du wirst, was Du aßest“.

Kölner Stadt-Anzeiger, 25.02.2011, Titel: Gesundes Essen macht Kinder schlau

In manchen Fällen ist die direkte Verbindung zwischen der Nahrungsaufnahme und dem eigenen Äußeren klar zu erkennen, etwa, wenn man viel Schweinfleisch isst und irgendwann selber aussieht wie ein feistes Schweinchen, oder wenn man nur beim Fastfood-Hersteller isst und bald selbst so fettig glänzt wie frisch aus der Friteuse gezogene Pommes. Die Meldung aus dem Magazin des Kölner Stadt-Anzeiger belegt jedoch einen anderen erstaunlichen Zusammenhang.

Britische Sozialmediziner der Universität Bristol haben in einer Langzeitstudie mit knapp 4000 Kindern herausgefunden, dass die Nahrungsaufnahme von Kindern im Alter zwischen drei und vier Jahren einen direkten Einfluss auf die spätere Intelligenz der Personen hat. Der einfache Zusammenhang, den sie im „Journal of Epidemiology and Community Health“ darstellen, lautet: Je mehr industriell verarbeitete Fertigprodukte Kinder im Alter von drei Jahrn verzehrt hatten, desto geringer war ihre Intelligenz. Umgekehrt sorgte offenbar der Verzehr von gesunder Pflanzenkost für eine höhere geistige Leistungskraft.

Einer solchen Entwicklung ist auch nicht mit einer Umstellung des Ernährungsplanes in späterer Zeit entgegenzuwirken. Ursache dafür ist offenbar die Hirnentwicklung in diesem Alter, die maßgeblich durch die Art der zu sich genommenen Lebensmittel beeinflusst wird. Das halte ich doch für eine sehr erstaunliche und bemerkenswerte Erkenntnis, die den letzten Zweifler davon überzeugen sollte, dass es weit besser ist, gesund zu essen, und zwar nicht nur für das eigene Wohlbefinden, sondern auch im Namen der Zukunft unserer Kinder!

Kribbeln ist reine Nervensache

Dienstag, 22. Februar 2011

Wer kennt das Problem nicht, zusammengefasst in dem lahmen Witz: „Schläfst Du schon?“ – „Nur zum Teil.“? Wenn die Füße einschlafen, ist das für mich vor allem abends auf dem Sofa ein deutliches Zeichen, dass es Zeit ins Bett zu gehen. Dass aber nun als Zeitzeichen aufzubauschen, wäre deutlich übertrieben, es ist letztlich doch nur „reine Nervensache“.

Rheinische Post, 19.02.11, Titel: Wenn die Gliedmaßen häufig einschlafen

Dieser zugegeben wenig aussagekräftige Titel wies am Wochenende in der Rheinischen Post darauf hin, dass hinter dem häufiger auftauchenden Phänomen eine Erkrankung stecken kann. Der Berufsverband Deutscher Neurologen empfiehlt dann einen Nervenarzt aufzusuchen. Ursache könnte das so genannte Carpaltunnel-Syndrom sein oder ein Bandscheibenvorfall, auch Diabetes könnte diese Missempfindungen auslösen, sowie Alkoholmissbrauch oder die Einwirkung von Umweltgiften.

Die nicht patholigische Form des Befundes liegt an einem Abklemmen des Nervs, etwa des großen Beinnervs beim Übereinanderschlagen der Beine. Das abgeklemmte Nervenbündel gibt die Reize aus dem Fuß dann nur noch verzerrt ans Hirn weiter. Vielleicht ist aber doch auch das schlechte Fernsehprogramm schuld, wenn ähnliche Missempfindungen auftreten, Reize nur noch verzerrt ans Gehirn weitergegeben werden und Nervenbündel abgeklemmt werden. „Alles Nervensache“ behauptet auch die nachfolgende Ausgabe von „Planet Wissen“ (Erst das Glotzen zu verdammen und danna uf eine entsprechende TV-Sendung hinzuweisen, ist ganz schön perfide, was?):

Kinderkarneval im Kölner Norden

Sonntag, 20. Februar 2011

Der Kölner Vorort Esch im nordöstlichen Bezirk Chorweiler „leistet sich“ mit seiner Dorfgemeinschaft „Greesberger Esch“ seit vielen Jahren nicht nur ein eigenes Dreigestirn, sondern auch ein Kinderprinzenpaar. Einer der Höhepunkte der Karnevalssession für Prinzessin und Prinz ist, durch die Kinderkarnevalssitzung im Festzelt am Fußballplatz zu führen, was Jennifer II und Henry I mit viel Spaß getan haben.

Das Kinderprinzenpaar Esch 2011, Henry I und Jennifer II

Jennifer II. (Jennifer Rebholz) besucht die 4. Klasse, hat 6 Jahre Erfahrung im Balletttanzen und gehört seit 2006 zur Tanzgruppe „Escher Mädchen und Jungen“. Neben Fahrrad-, Einrad- und Inlinerfahren gehört zu ihren Hobbies das Laufen (mehrfache Mini-Marathon-Läuferin über 4,2 Kilometer und seit vergangenem Sommer Leichtathletik-Training beim ASV Köln). Henry besucht die 5. Klasse des Gymnasiums Pesch, singt im Chor „Wilmas Pänz“ und hat vergangenes Jahr im Musical „Dschungelbuch op Kölsch“ das Hänneschen gespielt. Er stammt aus einer jecken Familie mit seinem Opa als dreimaliger Prinz im Escher Dreigestirn, seinem Vater als Kinderprinz und späterer Bauer im Escher Dreigestirn und seinen Eltern als Tanzpaar „Jan und Griet“ bei Jan von Werth. Neben Tennis, Rollhockey, Skifahren und Segeln tanzt er ebenfalls in der Gruppe „Escher Mädchen und Jungen“, die von seiner Mutter Astrid Lüpschen geleitet wird.

Tanzgruppe Escher Mädchen und Jungen mit den "Kids"

Natürlich tarten die Escher Mädchen und Jungen auch auf und vervollständigten anschließend den Elferrat hinten auf der Bühne, mit Pruinz Henry und Prinzessin Jennifer in der Mitte. Anschließend gaben sich die Vorschulkinder der katholischen Kindertagesstätte St. Martinus die Ehre, unter anderem mit einer „Rums- und Bums-Kapelle“, die viel Tamtam auf die Bühne zog.

Die Maxikinder der Kita St. Martinus mit der "Rums- und Bums-Kapell"

Den glorreichen Abschlus nach weiteren Programmpunkten machte das Escher Dreigestirn mit Prinz Hubertus I (Hubert Lichthorn aus Sachsen), Bauer Karl (Karl Lewandowski aus Polen) und Jungfrau Charlotte (Karl Dirk Schmitz aus Aachen, das für Kölner Verhältnisse schon fast im Ausland liegt). Hier das Abschlussbild mit allen escher Tollitäten der laufenden Session.

Kinderprinzenpaar und Dreigestirn 2011 aus Köln-Esch

Glotz as glotz can

Samstag, 19. Februar 2011

ZDF-Intendant Markus Schächter kam die ehrenvolle Aufgabe zu, der Öffentlichkeit einen neuen Fernsehrekord der Deutschen mitzuteilen. Im Durchschnitt verbrachte 2010  jeder Deutsche laut ZDF Medienforschung täglich 223 Minuten (das steuert auf die vier Stunden TV-Konsum pro Tag zu). Vor einem Jahr lag der Rekord noch bei 212 Minuten täglich (ebenso wie schon 2006)

Kölner Stadt-Anzeiger, 19.02.2011, Fernsehdauer der Deutschen im vergangenen Jahr auf Rekordniveau gestiegen

Für den Anstieg machen die Forscher mehrere Gründe geltend: Zum einen die Zunahme an Haushalten mit digitalem TV-Empfang und entsprechend mehr Sendern, zum anderen die sportlichen Großereignisse der Olympischen Winterspiele in Vancouver und der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. 71 Prozent der Deutschen – in Zahlen 51,33 Millionen Menschen – schalteten täglich die Glotze ein, so der ZDF-Intendant, damit werde das Fernsehen am meisten und am längsten von allen Mediengattungen genutzt und sei nach wie vor Leitmedium. Warten wir auf kommende Medienkonvergenz-Effekte zwischen Internet und Fernsehen und ziehen uns os lange noch immer noch eine aktuelle musikalische Analyse von Nina Hagen aus dem Jahr 1978 an: „TV-Glotzer“.

Männer wollen zweierlei

Mittwoch, 16. Februar 2011

„Männer wollen nur das Eine“, heißt es als Vorurteil im Volksmund, nicht immer zu Unrecht. Doch jetzt hat eine Umfrage der Zeitschrift Eltern ergeben, dass sich 70 Prozent der kinderlosen Männer „auf jeden Fall“ oder „vielleicht“ Nachwuchs wünscht. Bei den Frauen sind es nur 61 Prozent. Ohne Ursache und Wirkung zu verwechseln, lässt sich also sagen, die Männer wollen zwar nur das Eine, trachten damit aber (immerhin zu 70 %) nach etwas Anderem. Daher die Überschrift.

Kölner Stadt-Anzeiger, 15.02.2011, Titel: Männer wollen Kinder

Die eigentliche Erkenntnis der Studie: Im Wesentlichen bestimmt weniger das Geschlecht, als vielmehr das Alter den Kinderwunsch. – Auf den überaschenden Aufmacher wollte dennoch keiner verzichten. – Im Alter zwischen 25 und 29 Jahren beträgt der Kinderwunsch geschlechterübergreifend 86 Prozent, bei den über 40-Jährigen dagegen nur noch 36 Prozent. Für die vom Meinungsforschungsinstitut Forsa umgesetzte Studie wurden mehr als 1000 Männer und Frauen in Deutschland befragt, die keine leiblichen Kinder haben.

Als Gründe für mangelnden Nachwuchs gaben die die jüngeren Befragten bis 29 Jahre mehrheitlich die finanzielle Lage (79 Prozent) und den Beruf (67 Prozent) an. Top-Angabe de Befragten ab 35 Jahre war der fehlende Partner (59 Prozent) bzw. es habe „einfach noch nicht geklappt“ (44 Prozent). Nicht einmal die Hälfte aller Männer und Frauen würden sich über eine ungewollte Schwangerschaft freuen. Klar scheint die vorherrschende Meinung, dem Wunsch nach einer perfekt Lebensplanung stehen Kinder im Wege! 

Weiterhin wurde auch ein Stimmungsbild in Bezug auf die gesellschaftlichen Bedingungen abgefragt, das einmal mehr bestätigt: Kinderkriegen ist heutzutage Luxus und keien Selbstverständlichkeit mehr. Natürlich ist es einfach, die Schuld für einen unerfüllten Wunsch außerhalb zu suchen, aber die Zahlen , welche Faktoren die Entscheidung für ein Kind erschweren, geben doch Anlass zu Sorge:  Unsichere finanzielle Lage oder Sorge um den Arbeitsplatz  (86 Prozent), berufliche Leistungen würden gesellschaftlich höher bewertet ( 81 Prozent),  Alltag ohne Kinder sei bereits anstrengend genug (79 Prozent),  fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie (77 Prozent).

Die „Eltern“-Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki forderte deshalb ein Umdenken bei der Arbeit weg von einer „Anwesenheitskultur“ zu einer flexibleren „Leistungskultur“. Dabei ist es doch gerade die Leistungskultur, die den Kinderwunsch beschneidet. Unstrittig jedoch, dass über das Thema Familie wieder mit Selbstverständlichkeit gesprochen werden müsse. 

Vielleicht gehört auch ein wenig mehr Augenzwinkern in die Familienplanung, indem wir uns darüber bewusst werden, was wir am Partner des anderen Geschlechts haben und was nicht – ganz davon zu schweigen, was wir an Kindern haben! Einen kleinen Hinweis zur passenden Einstellung gibt Loni Heuser im Lied „Du musst die Männer schlecht behandeln“.

Neues aus der Tierwelt 30

Dienstag, 15. Februar 2011

Die Wut der Tintentische , der Weg der Meeresschildkröten und der Gesang  der Gibbons sind die Themen dieser runden Ausgabe von (nach längerer Zeit mal wieder) Neuigkeiten aus dem Reich der Tiere.

Süddeutsche Zeitung, 12.02.2011, Titel: Das Wut-Pheromon

Tintenfische gelten zwar als klug, aber denken können sie als Tiere nicht – dafür fehlt ihnen einfach jede Begrifflichkeit. Was sie hingegen entwickeln, das ist eine teilweise spontane Aggressivität, deren Ursache jetzt amerikanische und australische Biologen im Fachmagazin „Current Biology“ dargelegt haben. Es handelt sich um ein Protein, das frisch von Weibchen abgelegt Eier absondern. Es wirkt als Pheromon und macht, dass Männchen, die in Kontakt mit den Eiern kommen, Konkurrenten auf die harte Tour in die Flucht schlagen. Die Biologen waren hoch erfreut, das Verhalten auf eine molekulare Ebene zurückverfolgen zu können, was in anderen Bereichen nicht gelingt.

Rheinische Post, 19.01.2011, Titel: Lederschildkröten legen 7500 Kilometer zurück

Wenn wir da zum Beispiel Lederschildkröten betrachten: Warum schwimmen die Tiere von den Nistplätzen in Westafrika zu den Futtergründen vor Südamerika 7.500 Kiloemter weit? Dass sie diese Strecke zurücklegen, darüber hat jetzt ein internationales Forscherteam von der britischen Universität Exteer im Fachblatt „Proceedings of the Royal Society B“ berichtet. Die mit 2,5 Metern Länge und bis zu etwa 700 Kilo Gewicht größten Reptilien der Ozeane sind in ihrem Bestand stark gefährdet, besonders im Pazifik. Schuld daran sind Stellnetze in Küstennähe und der Langleinenfang, der die Tiere in ihrer bevorzugten Reisetiefe von bis zu 200 Metern bedroht. Lederschildkröten leben bevorzugt in topischen und subtropischen Regionen, übrigens verlassen nur die Weibchen zur Eiablage das Meer.

Kölner Stadt-Anzeiger, 12.02.2011, Titel: Gibbons sprechen Dialekt

Manche Affenarten verlassen hingegen kaum überhaupt ihr Revier. Eine Untersuchung von Forschern des Deustchen Primatenzentrums in Göttingen unter Schopfgibbons hat ergeben, dass sämtliche Populationen einen eigenen Dialekt sprechen. Zwar gab es Ähnlichkeiten in den Gesängen der Affen, die jedoch um so geringer waren, desto weiter entfernt die Herkunft der unterschiedlichen Gesangsproben lag, hieß es im Fachblatt „BMC Evolutinary Biology“. Weibchen und Männchen singen, um ihr Revier zu markieren, um Partner zu finden und sogar, um ihre Beziehungen zu festigen. Die ersten beiden Argumente fürs Singen können vielleicht auch für den Menschen gelten, jedoch nicht das dritte, jedenfalls wenn wir die Außenwirkung der Kandidaten von „Deutschland sucht den Superstar“ betrachten.

Lucy with her head in the sky

Montag, 14. Februar 2011

Ohne Diamanten, aber mit einem Knochenbau, dass noch der moderne Mensch in Ehrfurcht erstarren könnte – so präsentiert sich der neueste Fund eines Mittelfußknochens eines Australopithecus afarnesis in der Afar-Senke in Äthiopien. Demnach wäre dort, wo auch das der gleichen Art angehörende Fossil Lucy herstammt, vor rund 3,2 Millionen der frühe Vorfahre des modernen Menschen bereits hauptsächlich aufrecht gegangen. das berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf das Fachmagazin Science online.

Süddeutsche Zeitung, 12.02.2011, Titel: Lucys Füße

Ein Anthropologen-Team um Carol Ward von der University of Missouri (USA) arguemntiert, die besodnere Konstruktion des Knochens mit einer festen gewölbten Form spreche ganz dezutlich für die Annahme der vorwiegenden Fortbewegung  auf zwei Beinen. Fossile Fußspuren dieser Art waren schon länger bekannt. Demnach hätten die „Lucyaner“ sich mit dieser Fußknochen-Konstruktion aber sogar wie heutige Menschen vom Boden abstoßen  und die Landung wieder abfedern können. Demgegenüber haben Affen einen viel biegsameren Fuß mit einem beweglichen großen Zeh, der für das Klettern auf Bäumen prädestiniert ist.

Einerseits möchte ich einfach nochmal diese Zeitspanne in Einnerung rufen: 3,2 Millionen Jahre soll das her sein, und schon damals liefen die Vormenschen aufrecht. Und unsereeins übt höufig noch sein Leben lang aden aufrechten Gang! Ich verweise dazu auch gerne noch mal auf Erichs Kästners Gedicht „Die Entwicklung der Menschheit“, das ich an dieser Stelle bereits auszugsweise zitiert hatte. Andererseits wirft das ein ganzes anderes Bild auf die Lebenswirklichkeit dieser frühen Zweibeiner, die sich bereits „von oben herab“ mit ihrer Umwelt beschäftigten, mit dem Kopf in den Wolken, oder wenigstens „dem Himmel so nah“. Dass auch sie schon bewusstseinserweiternde Substanzen  zu sich nahmen, erscheint mir wahrscheinlich, wenn ich dafür auch keine Argumente vorbringen kann.

Und was hatte es dann mit dem eingangs erwähnten Diamanten auf sich? Auch in Äthiopien wurden schon Diamanten gefunden und viele Äthiopier gelten als von geradezu diamantener Schönheit, aber in Bezug auf Lucy müsste dieser kulturgeschichtliche Hinweis doch jedem bekannt sein, oder nicht?