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Thema der Zukunft: Sport für Ältere

Freitag, 20. Januar 2012

Der Stadtsportbund Köln bildet mit der Steuerungsgruppe „Sport der Älteren“ ein Modellprojekt des Landessportbundes NRW, um die Praxis, neue Kurse und Methoden, Öffentlichkeitsarbeit sowie das Netzwerken besipielhaft zu erarbeiten. Zu dem Thema „Bewegt älter werden“ findet am 28. April ein Kongress in den Räumen der Kölner Seniorengemeinschaft auf der Zülpicher Straße statt, das vor dem Hintergrund des demografischen Wandels immer mehr an Bedeutung gewinnt

Der Bedarf an Sportangeboten für Ältere steigt. Foto: (c) LSB NRW | Foto: Andrea Bowinkelmann

Ausgangspunkt für das Projekt war ein Alterskongress an der Sporthochschule vor ein paar Jahren, den der Professor Heinz Mechling ins Leben gerufen hatte. Dieser wurde ind er Steuerungsgruppe mittlerweile durch Erika Meissner von der SpoHo ersetzt. Daneben sind in der Gruppe Vertreter des LSB NRW, des Sportamtes und der Seniorenvertretung Köln sowie der Kölner Seniorengemeinschaft sowie des SSBK, außerdem die Projektkoordinatorin Anja Jütten.

Der Bedarf an Sportangeboten für Ältere steigt. Foto: (c) LSB NRW | Foto: Andrea Bowinkelmann

Sie hat den Master-Abschluss am Lehrstuhl für Sport- und Bewegungsgerontologie der SpoHo Köln abgelegt und vertritt die Steuerungsgruppe auch in der kommunalen Gesundheitskonferenz der Stadt in der Untergruppe „Gesundheit im Alter“: „Für uns ist es wichtig, einerseits ältere Menschen in Bewegung zu bringen und andererseits dazu den Vereinen ihre gesellschaftliche Verantwortung vor Augen zu führen“.

Der Bedarf an Sportangeboten für Ältere steigt. Foto (c) LSB NRW | Foto: Andrea Bowinkelmann

Noch sind die Möglichkeiten für Ältere Sport zu treiben viel zu gering, wie eine Umfrage des SSBK ergeben hat. „Der Ausbau altersgerechter Sportangebote ist für die Vereine eine der Hauptaufgaben der Zukunft“, erklärt Rolf Kilzer, Geschäftsführer des SSBK, der die Sportvereine fit für die Zukunft machen möchte.  Im vergangenen Jahr hat Anja Jütten zusammen mit Studenten verschiedener Fachrichtungen damit begonnen, Rückmeldungen aus Kölner Vereinen zu sammeln mit dem Ziel, das Angebot im Seniorensport komplett zu erfassen und im Internet darzustellen.

Management-Regelkreis zur Vereinsführung

Sonntag, 22. November 2009

Modul drei der neuen Vereinsmanager-Ausbildung des Landessportbund Nordrhein-Westfalen und des Stadtsportbundes Köln. „Grundlagen der Vereinsführung“ standen auf dem Lehrplan des Wochenendseminars, das in sehr schöner Atmosphäre am Rheinufer bei der Rettungs- und Schulungsstation der DLRG in Köln-Poll abgehalten wurde.

Zwei Schiffe begegnen sich auf dem Rhein bei Köln-Poll.

Zur Einführung wurde das Bild eines Vereins bemüht als einer organischen Struktur mit mehr oder weniger lebhaften Zellen, deren Kernzelle der Vorstand ist. Während die Vereinspraxis darauf ausgerichtet ist, erfolgreich Sportangebote durchzuführen, geht es im Vereinsmanagement daum, den Verein in seinem Aufbau und seinen Abläufen zu organisieren und zu verwalten. Als Kernkompetenz kommt den Ehrenamtlern (den gewählten Funktionsträgern) hierbei die Aufgabe zu, die Mitarbeiter (als Ehrenamtliche) zu führen. Nach einer Betrachtung des „Hauses des organisierten Sports“ auf Bundes-, Länder-, Kreis- und Gemeindeebenen wurden die zahlreichen Tätigkeiten im Sportverein nach sozialen, fachlichen und methodischen Kompetenzen auseinander dividiert.

Funktionäre des Sportvereins in den Schnittflächen verschiedener Kompetenzprofile

Hierbei erweisen sich unterschiedliche Funktionäre und Aufgabenträger im Sportverein als an verschiedenen Stellen der Schnittflächen von Kompetenzanforderungen positioniert. Anschließend galt es in einer weiteren Gruppenarbeit den idealen Verein als Ablaufdiagramm darzustellen. Danach wandte sich die etwa 20-köpfige Gruppe unter systematischer Anweisung der Entwicklung von Mitarbeitern nach Handlungskompetenz (durch Weiterbildung) und nach Engagement (durch Motivationssteigerung) zu.

Schließlich ging es theoretisch und praktisch um den Management-Regelkreis als geeignetes Instrument zur Projektsteuerung, auch außerhalb des Sportvereins: Vom Formulieren eines Ziels nach der SMART-Formel (Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert) über das kritikfreie Brainstorming nach Möglichkeiten und der anschließenden Entscheidungsfindung (gemäß berechtigter Kritik, Realisierbarkeit und Priorisierung) bis hin zur Umsetzung: der Organisation (Wer macht was mit wem bis wann?), der Mitarbeiterführung (der Manager bearbeitet nur Vorschläge, jedoch keine bloßen Fragen von Mitarbeitern) und der Realisierung, immer unter der kontrollierenden Begleitung durch den Projektleiter.

Den Teilnehmern erschloss sich eine Menge nützlicher Kompetenzen und Techniken, die ihnen zum Vorteil für die praktische Arbeit im Sportverien oder -verband gereichen sollten. Ähnlich wie für die wenig entfernt auf den Poller Wiesen lagernden Wildgänse: Reiche Beute!

Wildgänse auf den Poller Wiesen vor der Autobahnbrücke.

„Motivieren“ kommt von „Motiv“

Montag, 05. Oktober 2009

Modul zwei der Vereinsmanager-Ausbildung des Stadtsportbund Köln und des Landessportbund Nordrhein-Westfalen. Das Thema des zweiten Wochenend-Moduls behandelte Jugendliche im Sportverein und fand im Vereinsheim des Fußball-Landesligisten SC West Köln statt.

Der Apendrader Hof, Vereinsheim des SC West Köln

Inhaltlich ging es dabei um die gesellschaftliche Situation (Spannungsfelder zwischen Kindern & Jugendlichen, der erwachsenen Gesellschaft und den Sportvereinen), die Entwicklungsstufen der Kinder & Jugendlichen, die Rahmenbedingungen und Handlungsfelder der Jugendarbeit sowie darum, bereits bei Jugendlichen die Begeisterung dafür zu weckenm, Verantwortung zu übernehmen.

In einer Arbeitsgruppe wurden Rechte, Pflichten und Wünsche im Spannungsfeld zwischen Verein und Gesellschaft benannt

Während der einführenden Ideensammlung ergaben sich weitaus mehr Probleme als Lösungsansätze. Bei der Frage nach dem Interesse (dem das Bedürfnis nach Bewegung vorausgeht), spielen sportliche, außersportliche und organisatorische Bedingungen und Erfahrungen eine Rolle. Dabei zu beachten sind die Entwicklungsstufen laut Kinder- und Jugenschutzgesetz (im Sozialgesetzbuch), unterteilt in Kinder bis 14 Jahren, Jugendliche bis 18 Jahre, Heranwachsende bis 21 Jahren und junge Erwachsene bis 27 Jahren.

Bereits ab 14 Jahren sind erste Qualifizierungen für Gruppenhelfer I bis III möglich; lizensierte Übungsleiter-Lehrgänge ab 16, bzw. mit voller Verantwortung ab 18. Durch die schrittweise Übergabe von Verantwortung und die frühzeitige Qualifizierung ist eine langfristige Anbindung an den Verein bzw. sogar Vorbereitung auf spätere Vorstandsaufgaben möglich. Dazu sollte bereits in der Satzung auch eine Jugendordnung vorgesehen sein, die bereits so nützliche Instrumente wie einen Jugendvorstand (im erweiterten oder sogar im geschäftsführenden Vereinsvorstand), einen Jugendausschuss mit Jugendvertretern aller Abteilungen und eine Jugendversammlung vorsieht. Der Jugendvorstand selbst muss als Vertreter der Jugend nicht zwingend bis 27 Jahre alt sein. Ein Vertreter des Vorstandes sollte als Berater auch dem Jugendausschuss beistehen.

Bei der Motivation (denn das Interesse im Verein Sport zu betreiben muss ja irgendwie motiviert sein) spielen wiederum auch außersportliche Angebote mit hinein: Gemeinsame, integrative Feste, Ausflüge, Veranstaltungen, die Kinder und Jugendliche mit organsieren und die ihnen Spaß machen. Ein paar wichtige Allgemeinplätze, die abschließend festgehalten wurden: Um motivieren zu können, muss der Übungsleiter selbst motiviert sein. Lieber Erfolge kommunizieren, auch wenn sie nur klein sind, anstatt meist nur den eigenen Frust weiter zu reichen. Jugendlichen, die sich engagieren wollen, Erfolge in Aussicht stellen und ihnen auch die Wertschätzung zeigen.

Erfolge kann auch der SC West aufweisen: Die beiden vorhandenen Ascheplätze werden im kommenden Jahr durch moderne Kunstrasenplätze ersetzt. Das ehemalige Jugendheim (Foto) wird abgerissen, an seiner Stelle entsteht ein Kindergarten, in dessen Untergeschoss neue Umkleiden und Duschen liegen. Immerhin hatte der Verein erst den Preis für die schlechtesten Duschen und Umkleiden in ganz Köln erhalten.

An der Stelle des ehemaligen Jugendheims entsteht ein Kindergarten mit neuen Umkleiden

Ehrenamtspauschale muss in der Satzung stehen

Dienstag, 15. September 2009

Wissensvorsprung für Manager von Sportvereinen. Der Kölner Stadtbezirks-Sportverband (SBSV) 4 für den Bezirk Ehrenfeld ist der einzige stadtweit, der so genannte „Kurz und Gut“-Seminare des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen (LSB NRW) anbietet. Aktuell trafen sich knapp 20 Manager von Sportvereinen zum Thema „Vereinsrecht“.

Der Stadtbeziks-Sportverband Ehrenfeld bietet als einziger in Köln „Kurz und Gut“-Seminare zur Weiterbildung für Vereinsmanager an

Dabei wurden viele Fragen zur Gemeinnützigkeit von Vereinen und zur persönlichen Haftung von Vorstandsmitgliedern behandelt. Ein thematischer Schwerpunkt war das Satzungsrecht. Die Aussagen der Teilnehmer reichten von: „Unsere Satzung ist schon 30 Jahre alt und längst überholt.“, bis zu: „Mit unserer Satzung blockieren wir uns ja selbst.“

Von großem Interesse jedoch, dass auch die Ehrenamtspauschale von 550 Euro im Jahr bis Ende des Jahres in der Satzung verankert sein muss, da sie sonst nach Angaben des Bundesfinanz- ministeriums nicht gezahlt werden kann. Dieser Hinweise könnte auch für den Deutschen Frisbeesport-Verband in Hinblick auf die im November bevorstehende Jahreshauptversammlung relevant sein. Der DFV hatte die Satzung erst bei der Versammlung 2008 „entstaubt“ und am 3. April 2009 offiziell beglaubigen lassen.

Waltraud Meyer-Gladbach bei einer Sportlehrung zusammen mit dem scheidenden Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma

Die Vorsitzende des SBSV 4 Waltraud Meyer-Gladbach (hier im Bild zusammen mit dem scheidenden Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma) kündigte an, auch im kommenden Jahr wieder zwei „Kurz und Gut“-Seminare durchzuführen. Der SBSV 4 bietet sie gemeinsam mit dem LSB NRW seit 2006 an, seit dem vergangenen Jahr sind sie auch für Vereinsmanager aus anderen Bezirksverbänden offen.

Modul eins einer Vereinsmanager-Ausbildung

Sonntag, 06. September 2009

Der Stadtsportbund Köln führt in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund Nordrhein-Westfalen erstmals eine neue Ausbildung zum Vereinsmanager C durch. Das erste von acht Wochenend-Modulen behandelte das Thema „Gespräch meistern – Kommunikation, die begeistert“. Neben Grundlagen der Kommunikation und ihrer Theorie (von Paul Watzlawick über Friedemann Schulz von Thun und Ruth Cohn bis hin zu Marshall B. Rosenberg) wurde ein Schwerpunkt auf die Analyse des eigenen Kommunikationsverhaltens und auf die Anwendung von Gesprächstechniken gelegt.

Empathische Kommunikation lebt von Differenzierung

Insbesondere der zweite Tag mit gespielten und analysierten Gesprächen in fiktiven Arbeitsgruppen eines Sportvereins brachte zahlreiche neue und praktische Erkenntnisse vor dem Hintergrund der tags zuvor gelernten Theorien. Die weiteren Module beinhalten Themen wie Jugendarbeit, Grundlagen der Vereinsführung, Kostenrechnung und Beitragsgestaltung, Sportversicherunsgfragen, Vereinsbuchführung, Projektmanagement sowie Prävention als Führungsaufgabe. Jedes Seminar findet an einem anderen Ort in und um Köln statt. Der Auftakt in der Führungsakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes im 16. Stock des Stadthauses in Köln-Deutz war vielversprechend. Nicht, dass wir alle nur „Bahnhof“ verstanden hätten, doch gab es einen schönen Blick über den Rangierbahnhof Köln-Kalk auf das Odysseum (rechts) und einen neu eröffneten Baumarkt…

Blick vom Dach des Stadthauses Köln-Deutz auf den Rangierbahnhof Köln-Kalk