Archiv für März 2011

Gottlose Gruppendynamik

Mittwoch, 30. März 2011

Um einen etwas frevelhaften Einstieg zu wagen, sei die These aufgestellt: Religionen sind nichts Gottgegebenes. Wenn nicht einfache Menschen Religionsstifter waren, dann waren es eben Propheten, die dem Menschlichen jedenfalls sehr nahe stehen (oder nach anderem Deutungsmuster erst das wahre Menschliche zum Ausdruck bringen). Einer relativ neuen mathematischen Studie zufolge ist aktuell die Religion in neun Ländern vom Aussterben bedroht, kurz gesagt, weil andere soziale Gruppen einen stärkeren Nutzen bieten.

Kölner Stadt-Anzeiger, 30.03.11, Titel: Facebook für Gläubige

Im Kölner Stadt-Anzeiger hat Christian Bos in einem Kommentar gemutmaßt, dass sich die „zukünftigen religiösen Minderheiten im Netz organisieren“ könnten. Vielmehr liegt es offenbar aber genau daran, dass andere soziale Gruppen als kirchliche den heutigen Menschen im Durchschnitt einen stärkeren Nutzen bringen, wie etwa die Sozialen Medien. Denn genau dies ist der Ausgangspunkt der ursprünglich auf BBC veröffentlichten Studie von Forschern der Amercian Physical Society.

Mit einem sogenannten nicht-linearen Modell wurden die Wechselwirkung zwischen der Anzahl der Religionsanhänger in einem Land und den sozialen Motiven für den Anschluss an eine Kirche untersucht. Dieses Modell wurde bereits erfolgreich dafür angewandt, um das Aussterben bestimmter Sprachen zu prognostizieren. Auf dnews wird Untersuchungsleiter Richard Wiener zitiert: “Das Modell setzt voraus, dass es attraktiv ist, sich sozialen Gruppen mit vielen Mitgliedern anzuschließen. Es geht außerdem davon aus, dass soziale Gruppen einen bestimmten Status haben und Nutzen mit sich bringen.”

Dazu greift die Studie auf Zensusdaten zurück, die sich auf ein Jahrhundert erstrecken und stellt dieselbe Tendenz (in unterschiedlich starker Ausprägung) in allen neun berücksichtigten Ländern fest: Australien, Finnland, Irland, Kanada, Neuseeland, die Niederlande, Österreich, die Schweiz und die Tschechische Republik. Das Ergebnis zeige an, dass Religion in den untersuchten Ländern völlig aussterben werde.

Wenn dieses Endergebnis auch noch in ferner Zukunft liegt, so enthält es doch eine Chance zu einer anderen Gruppendynamik, die sich nicht über religiöse Riten, sondern über andere Wesensgemeinsamkeiten definiert. Soziale Medien könnten einen Ansatz zu einer Vernetzung bieten, die sich jedoch über die Grenzen des virtuellen Raums hinaus bewähren und bewahrheiten müsste. Wie heißt es so schön in der „Internationale“? „Es rettet uns kein höheres Wesen, / kein Gott, kein Kaiser noch Tribun. / Uns von dem Unheil zu erlösen / können wir nur selber tun.“

Rauchen gefährdet Ihre Medienpräsenz

Mittwoch, 30. März 2011

Relativ neu (vom Mai vergangenen Jahres) ist der Youtube-Eintrag des Oscar-Gewinns für Whoopi Goldberg als beste Nebendarstellerin 1991 im Film „Ghost“. Seitdem sich die Presiträgerin nun geoutet hat, dass sie vor der Zeremonie an einem Joint gezogen zu haben, häufen sich dort die Kommentare darüber, wie „high“ sie bei der Dankesrede doch war.

Kölner Stadt-Anzeiger, 26.03.2011, Zitat von Whoopi Goldberg

Dabei wirkt ihre Rede keineswegs so abgedreht oder von unvorhersehbaren Assoziationen geprägt als dass sich mir unmittelbar der Eindruck einstellte, wie stoned sie denn gewesen sein müsste. Auffällig ist vielleicht lediglich, wie sie vor lauter Aufregung unablässig die kleine goldene Statue reibt. Zweifellos eine gute Figur macht jedoch auch der Verkünder des Oscar-Gewinns, Denzel Washington.

Da der oben verlinkte Ausschnitt der Oscar-Rede leider nicht  eingebettet werden kann, stattdessen hier eine zentrale Szene von Whoopi Goldberg zsuammen mit Patrick Swayze aus „Ghost – Nachricht von Sam“:

„Broken Comedy“ als brüchige Witze

Dienstag, 29. März 2011

Meine Anerkennung für Carolin Kebekus schwankt zwischen Bewunderung und Kopfschütteln. Wenn sie mit ihren Stand-Ups und Songs regelmäßig die Grenze des guten Geschmacks überschreitet, ist das kalkuliert und Teil des Plans und Teil der Botschaft. Die Frage ist für mich, bei wem diese Form der unter dem Label „Broken Comedy“ laufende Kunst wie ankommt. Allerdings führen ihre Auftritte schon zu schönen Schlagzeilen wie nachfolgender.

Kölner Stadt-Anzeiger, 29.03.11, Titel: Pussyterror in Porz

Im Kurzbeitrag im Kölner Stadt-Anzeiger wird betont, der Comedy-Hiphop-Battle zwischen den „Porzer Pussycatprolls“ und Rivalinnen sei nichts für zarte Gemüter gewesen. Die Klickraten der Videso auf Youtube lassen darauf schließen, dass diese Art von Humor gut ankommt. Immer richten sich die verbalen Angriffe auf ein Pärchen namens Rebecca und Justin.

Nun ist eine neue Single namens „Pussy-Terror“ erschienen, die genau wie das neue Bühnenprogramm heißt. Die scharfzüngige Kabarettistin feiert damit morgen im Kölner Gloria Premiere.  Hier ein älteres Video, das ausnahmsweise frei zum Einbetten war.  Anstelle von „New York“ heißt es da „Köln-Porz“. Wenn das kein heimeliges Lokal-Kolorit ist!

Frisbee-Film-Funde 3

Sonntag, 27. März 2011

Bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren wurde die öffentliche Meinung dahingehend beeinflusst, dass sich Frisbeespielen hauptsächlich auf das Zusammenspiel zwischen Menschen und Hunden beschränke. Hierzu habe ich eine alte TV-Aufnahme mit einem noch deutlich jüngeren David Lettermann gefunden, der Peter Bloeme und seinen Hund Whirling Wizard in seiner Show begrüßt.

Derselbe Peter Bloeme ist in einem ehemaligen 8mm-Video mit leider springender  Country- und Stevie Wonder-Music aus dem Jahr 1978 zusammen mit Steve Hubbard zu sehen, bei der Vorführung einer sehr ordentlichen Frisbee Freestyle-Show.

Frisbee-Film-Funde 2

Freitag, 25. März 2011

Eine „runde Sache“ stellt in der Tat der nachfolgende Trick dar, den ein junger Disc Golfer im Mittelwesten der USA (Boone, North-Carolina), gemacht hat. Frisbeescheiben, die in Rotationsrichtung in einem bestimmten Neigewinkel eine Wand entlang geworfen werden, haben die Tedenz, die Wand entlang zu laufen – ähnlich wie beim „Body Roll“ (einem „Körperroller“). Doch genug der Vorrede, hier der erste der beiden 10-Sekunden Spots:

Dieses war der erste Streich – und der zweite folgt sogleich:

Schließlich erläutert hier noch der zweimalige Frisbee Freestyle-Weltmeister Todd Brodeur, wie das mit den Body Rolls genau funktioniert:

Geschützte Räume im Internet gefordert

Donnerstag, 24. März 2011

Rund zwei Monate nach Veröffentlichung des jüngsten „Medienkonvergenz-Monitorings“ der Universität Leipzig hat sich Medienpädagoge Bernhard Schorb im Interview zu den Ergebnissen geäußert. Darin fordert er, dass der Gesetzgeber öffentlich geschützte Räume schaffen sollte, ähnlich wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk: „Dort muss man sich bewegen können, ohne dass man für den Kommerz ausspioniert wird und dort muss man vertrauenswürdige und seriöse Angebote finden. Man sollte öffentlich-rechtliche Plattformen schaffen, die gesetzlich fixiert sind. Ich habe einen Doktoranden, der versucht, das auszuarbeiten.“

Kölner Stadt-Anzeiger, 24.03.11, Kurzmeldung zu deutschen Jugendliche in sozialen Netzwerken

Hintergrund ist einerseits die Tatsache, dass sich viele Jugendliche häufig bereits in meheren sozialen Netzwerken bewegen, ohne sich um die Menge und Art der veröffentlichten personenbezogener Daten zu kümmern, und andererseits die von den Betreiberunternehmen wie Facebook offen zugegebene Nutzung der Personendaten für das effektive Platzieren von Werbung. Vielnutzer sind laut der Mitte Januar vorgestellten Studie vor allem ältere Jugendliche und Mädchen.

Medienpädagoge Schorb stellte dabei außerdem fest, dass der Kontakt per E-Mail gleichzeitig immer weiter zurück geht.  Die LVZ zitiert ihn: „Wir müssen den Jugendlichen helfen zu verstehen, was sie tun. Und sie müssen die Konsequenzen kennen.“ Beispielsweise müsse ihnen klargemacht werden, „dass sie sich auch dem Kommerz öffnen und mit ihren Profilen verkauft werden.“ Zum Überprüfen der Richtigkeit von Behauptungen in den Medien darüber, was Jugendliche im Netz machen wurden mehr als 8.000 Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren direkt in Sozialen Netzwerken befragt und parallel dazu 31 Heranwachsende interviewt.

Neues aus der Tierwelt 32

Mittwoch, 23. März 2011

„Öfter mal was Neues“ als Maxime für ältere Schimpansen, unverzichtbares Know-How älterer Gruppenmitglieder bei Elefanten und die Orientierung von Hunden an der Persönlichkeit ihres Herrchens sind die Themen dieser Sammlung interessanter Neuigkeiten aus dem Reich der Tiere.

Welt am Sonntag, 20.03.2011, Titel: Ältere Schimpansen experimentieren gerne

Wieder ist es die Parallele zu Menschen, die bei den Meldungen dieser Ausgabe fasziniert: US-Forscher haben in der Fachzeitung „Biology Letters“ über Variationen des Stocherns nach Terminten berichtet, die offenbar mit dem Alter der beobachteten Schimpansen zunahmen. Jüngere Tiere setzten demnach weniger Werkzeuge und diese weniger flexibel ein. Menschen stochern dagegen bevorzugt im Heuhaufen, meist auf der Suche nach der berühmten Nadel, oder sie fischen im Trüben…

Welt am Sonntag, 20.03.2011, Titel: Der Rat der Greisinnen

Elefanten stellt die Integration älterer Gruppenmitglieder offenbar vor weniger Probleme als Menschen. Während nicht nur hierzulande viel über den Wert und die Wichtigkeit älterer Mitarbeiter diskutiert wird – und diese dennoch bevorzugt entlassen werden – profitieren Elefanten eindeutig von der Leitung durch ältere Kühe, wie eine entprechende Meldung in der Welt am Sonntag belegt.

Mit „Rat“ ist demnach weniger ein Gremium gemeint als vielmehr die Empfehlung zum richtigen Verhalten bei einer Bedrohung durch Löwen, die ältere Leitkühe aufgrund ihrer Erfahrung zutreffender einordnen können. Hoch interessant die Schlussfolgerung des internationalen Forscherteams, das frei lebende Elefanten in Kenia beobachtete: Wie bei Menschen stelle der Erfahrungssschatz einen Nutzen für die Gemeinschaft dar, der als Grund für die Langelebigkeit bewertet wird.

Welt am Sonntag, 20.03.2011, Titel: Wie der Herr, so der Hund

Verhaltensbiologen an der Universität Wien und der Konrad Lorenz Forschungsstelle Grünau haben Herr-Hund-Beziehungen untersucht. Dabei wurden 22 Mensch-Tier-Paare gefilmt, die durch einen Ausstellungsraum gingen. Auf der Basis der anschließend abgegebenen Selbstbeschreibung der Herrchen stellten die Forscher fest, dass sich Hunde offensichtlich stark an der Persönlichkeit ihres Herrchens (und Alphatieres) orientieren.

Einer Einteilung in fünf  Typen folgend (grob beschrieben als zugänglich, verträglich, offen, gewissenhaft und neurotisch) registrierten sie, dass die Hunde ängstlicher Besitzer diesen kaum von der Seite wichen, und diejenigen unabhängiger Menschen sich seltener in der Nähe des Besitzers aufhielten. Da bestätigt sich die alte Redeweise: „Wie der Herr, so’s Gescherr“ und festigt das Bild des treudoofen, bis in den Tod ergebenen „besten Freund des Menschen“. Darüber hinaus ist es für mich nun um so spannender zu beobachten, wie sich manche Hunde verhalten, um direkte Rückschlüsse auf den Hundehalter zu ziehen.

New York Times kostet online theoretisch Geld

Dienstag, 22. März 2011

Am vergangenen Wochenende kursierte allenthalben die Meldung, dass die New York Times erneut ein Online-Abonnement einführt, wonach die digitalen Inhalte nicht mehr kostenfrei zugänglich ein sollten. Wie die Rheinische Post berichtete, handelt es sich bereits um den dritten Versuch der drittgrößten Zeitung in den USA. Nachdem auch das Wallstreet Journal Gebühren von den Lesern der Website verlangt, scheint die Gratis-Ära der Nachrichten im Internet wieder einmal zu Ende zu gehen. Allerdings bestehen mehr als genug Schlupflöcher, dennoch gratis weiterzulesen.

Süddeutsche Zeitung, 19.03.11, Titel: "Times" verlangt Gebühren

Nicht nur für die Print-Abonnement der New York Times, sondern auch für die der Schwesterzeitung Herald Tribune bleiben die Internet-Nachrichten kostenfrei lesbar. Für alle anderen Besucher der Websote bleibt ab Ende März der Zugang auf 20 Artikel pro Monat beschränkt. Wer allerdings den Umweg über eine Suchmaschine wählt, kann täglich bis zu fünf Artikel der New York Times aufrufen. Wer aber Mitglied in einem Sozialen Netzwerk ist und von dort die Artikel ansurft, kann weiterhin ohne Kosten auf sie zugreifen.

visdp.de, 18.03.11: New York lässt die Rolläden herunter

Das visdp-Magazin zweifelt daran, dass das Bezahlmodell den Hoffnungen gerecht werden kann, die auf ihm ruhen. Je nach Endgerät zahlt der Nutzer nämlich unterschiedliche  Abopreise, wenn er unbegrenzten Zugriff auf die Zeitung haben möchte (15 Dollar monatlich fürs Smartphone, 20 Dollar füs iPad, 35 Dollar für Website, Smartphone und Tablet-PC). Obwohl der Verleger Arthur Sulzberger Jr. das Modell als „Investition in unsere Zukunft“ bezeichnete, dürfte es nicht viel mehr als ein Erfahrungswert sein, den der Verlag damit gewinnt. Es wäre nicht die erste bereichernde Erfahrung und bleibt sicher auch nicht die letzte.

Phänomenale Phänologie

Montag, 21. März 2011

Sachen gibt’s! Bei der Lektüre der Welt am Sonntag bin ich erstmals auf die Phänologie aufmerksam gemacht worden. Pia Heinemann und Wolfgang Merkel haben einige Erscheinungen aufgezählt, die eine differenzierte Betrachtung (nicht nur) der Jahreszeit des Erwachens erlauben. Unterschieden wird der Frühling demnach in Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling. Dreigeteilt werden auch Sommer und Herbst betrachtet, nur der Winter bleibt Winter. Doch der ist nun vorbei. Oder, um genauer zu sein:

Welt am Sonntag, 20.03.2011, Titel: Es ist Erstfrühling

Nicht zu verwechseln mit der Passage in Peter Maffays „Und es war Sommer“, als der Adoleszent davon berichtet: „Zum ersten Mal im Leben und als ein Mann sah ich die Sonne aufgeh’n.“ Denn es war ja Sommer. Und der Erstfrühling naht sich offenbar auch jedes Jahr mit der Forythienblüte – auch wenn die Pflanze keine ursprünglich einheimische ist, und auch wenn wir es bisher nicht gewusst haben. Doch die tatsache kann ich für meinen Standort Köln bestätigen.

Blühender Forsythien-Strauch im Kölner Garten

Dem WamS-Bericht zufolge eignet sich die Phänologie vor allem auch dafür, Veränderungen im Zuge des Klimawandels zu erfassen. Die Haselblüte habe sich seit 1950 etwa um 19 Tage nach vorne verschoben, der Beginn des jetzigen Erstfrühling gar um 29 Tage. Der volle, wahre Frühling (wenn Frühlingsgefühle und Frühjahrsmüdigkeit dann restlos alle erfasst haben sollten) ist übrigens der Apfelblüte zuzuordnen und erst Anfang bis Mitte Mai zu erwarten.

4. „Kölsche Sportnaach“ mit Überraschungen

Sonntag, 20. März 2011

„Eine Veranstaltung für den Spitzensport, den Breitensport und das Ehrenamt“ kündigte die Moderatorin der „Kölschen Sportnaach“ Ulrike von der Groeben an. Bei der offiziellen Begrüßung im Tanzbrunnen erklärte Bürgermeisterin Elfi Schon-Antwerpes, die Stadt wolle das Frauenfußball-Pokalfinale (am 26. März 2011) dauerhaft nach Köln holen. Der Vorsitzende des Stadtsportbundes Köln (SSBK) Helmut Wasserfuhr kündigte an, bis zum Jahr 2015 solle die Stadt den Titel „Sportstadt“ wieder offiziell erlangen. Beklagt wurde allerdings, dass eine Weltstadt wie Köln kaum weltbekannte Sportler hervorbringe – eine kleine Ohrfeige ins Gesicht der bisherigen Sieger und Nominierten für die Wahl zu Kölns Sportlern des Jahres 2010.

Die Rollstuhlsportler Edina Müller (Basketball) und Holger Nikelis (Tischtennis) wurden zu Kölns Sportlerin und Sportler des Jahres 2010 gewählt.

Bei den Herren war die Entscheidung besonders eng: der Rollstuhl-Tischtennis-Weltmeister und Deutscher Meister Holger Nikelis setzte sich gegen Boxweltmeister Felix Sturm, Judo-Vizeweltmeister Andreas Tölzer, den Weltmeister über 100 Meter Freistil im Behindertenschwimmen Sebastian Iwanow und den Titelverteidiger Max Hoff, Kanu-Welt-, Europa- und Deutscher Meister über 1.000 Meter, durch. Im Halbfinale der WM 2010 gegen einen Koreaner hatte er bereits einen Matchball gegen sich. Doch er setzte sich durch und hat auch weiterhin große Ziele: In diesem die Qualifikation und 2012 eine Medaille bei den Paralympics in London.

Rollstuhl-Tischtennis-Weltmeister und Deutscher Meister Holger Nikelis, Kölns Sportler des Jahres 2010, zwischen Moderatorin Ulrike von der Groben und Volker Stauffert, Netzvorstand des Sponsors Rheinenergie

Auch bei den Frauen war die Vorjahressportlerin des Jahres, Fechterin Britta Heidemann, wieder nominiert. Das Internetvoting gab aber den Ausschlag zugunsten von Edina Müller, Vizeweltmeisterin im Rollstuhl-Basketball. Kölns Sportlerin des Jahres 2010 möchte in diesem Jahr mit dem Nationalteam den Europameistertitel verteidigen und peilt ebenso eine Medaille bei den Paralympics 2012 in London an.

Rollstuhl-Basketball-Vizeweltmeisterin Edina Müller, Kölns Sportlerin des Jahres 2010, zwischen Moderatorin Ulrike von der Groben und Klaus Breitung (l.) und Klaus Seifert vom Sponsor Physiosport

Bei der Wahl zu Kölns Team des Jahres 2010 gewann überraschend das Frauen-Tanzpaar Caroline Privou und Petra Zimmermann vom TTC Rot-Gold, Welt-, Europa- und Deutsche Meisterinnen im Standardtanzen der Frauenpaare sowie Gay Games-Goldmedaillen-Gewinnerinnen. Die Tänzerinnen konnten ihre Fans offenbar am besten mobilisieren und ließen so starke Teams wie den Inlineskater-Hockeyclub HC Köln West (Team des Jahres 2009, mit dem Triple 2010), den Hockeyclub Rot-Weiß (mit dem Double) und die Leichtathletik-Mannschaftsmeister von der LG ASV DSHS Köln hinter sich. Für die beiden, die auch privat ein Paar sind, stehen in diesem Jahr Deutsche und Europameisterschaften an.

Moderatorin Ulrike von der Groben zwischen Caroline Privou (r.) und Petra Zimmermann, Kölns Team des Jahres 2010, links Kuno Weber, Vorstand des Sponsors KVB.

Zu Beginn der kurzweiligen Veranstaltung führte Ulrike von der Groeben beispielhaft zwei von 14 Sportabzeichen-Empfängern auf die Bühne bat, die beide das Abzeichen seit 25 Jahren ablegen. Karin Kratz leitet bald 70jährig noch täglich Kurse, darunter auch Step-Aerobic. Dieter Siegers ist der erste Kölner, der einen 8.000er-Berg bestieg. Dazu bereitete er sich durch tägliches Schwimmen im Fühlinger See, auch im Winter, vor.

Erstmals wurde auch eine Nachwuchssportlerin des Jahres ausgezeichnet. Die Wahl fiel auf die dreifache deutsche Jugendmeisterin im Sprint, Leena Günther. Der Kölner Sportförder-Verein (KSFV) schenkte ihr eine einjährige Unterstützung in Höhe von monatlich 200 Euro. Nach Einser-Abitur und begonnenem Medizinstudium konnte die Geehrte ihr Trainingslager nicht verschieben, sodass sie sich per Videobotschaft bedankte.

Hochklassige Vorführungen der Ballettschule „Dance In“ in Bergisch Gladbach, der Kölner Gruppe „Capoeira VIP“ und des Hochgeschwindigkeits-Jongleurs Daniel Hochsteiner rundeten den festlichen Abend ab.