Archiv für die Kategorie ‘Journalismus’

www-Werkstattbericht

Freitag, 25. September 2009

Impulsreferat des Journalisten Stefan Ruzas zum Portal „Monte Welt“ in der Speakers Corner der dmexco 2009 zum Thema: „Vermarktungsstrategien für Special Interest-Portale“.

Stefan Ruzas in der Speakers Corner der dmexco 2009

Sehr sympathisch – und  nachvollziehbar – wirkte das in freier Rede gehaltene Referat des Journalisten Stefan Ruzas, das sich damit deutlich abhob von vielen Fachbeiträgen und Diskussionen in fünf Seminarräumen, der Congress Hall und der Debate Hall. Er sprach von einem „Werkstattbericht“ über das Projekt in Arbeit, das elf hochkarätige Journalisten und Fotografen gemeinsam begründet haben. Ihre Mission beschreibt er als „Das Alpenländische in die Jetztzeit zu übersetzen“.

Die Grundidee war der Wunsch ein Pendant zur „Zeitschrift der Meere“ Mare zu schaffen, das sich als Printprodukt jedoch nicht realisieren bzw. finanzieren ließ. Das Portal wurde vor mittlerweile zwei Jahren gegründet, wobei aus dem urbanen Bereich ein „anderer Blick“ auf die Berge geworfen wird. So spricht ein Politiker über die Analogie zwischen dem Auf und Ab beim Bergsteigen und in der Macht oder ein Extremkletterer lässt sich über die Tücken der Finanzkrise aus. Lange Reportagen und Interviews stehen neben nutzwertigen Reiseberichten und Glossen (z.B. „Nieder mit den Bergen!“).

Totale auf die Speakers Corner der dmexco mit einem Vorredner

Die Vermarktung der Seite übernahm zunächst die Tomorrow Focus AG, wobei die Monte Welt die erste von ihr vermarktete Nicht-Burda-Beteiligung war. Doch Erlöse flossen gar nicht oder nur sehr spärlich. Zwischenzeitlich kam ein Angebot von McDonalds im Rahmen einer „Scout“-Suche, doch das Team der Monte-Welt lehnte dankend ab. Dieser Umstand verdeutlicht, wie schnell die Wahrnehmung guter Inhalte um sich greift. Interessant vor allem in Hinblick auf die Vermarktung: Neben der reinen Reichweite einer Seite geht es heute vermehrt auch um ihre Inhalte, deren Hochwertigkeit und Glaubwürdigkeit.

Zwischenzeitlich hat sich das Portal der Wunder Media GmbH angeschlossen, die mittlerweile das dritte vertikale Netzwerk aufbaut, das Reiseportal Just2guide. Allerdings verfolgt Monte-Welt damit keine Ausschließlichkeitsstrategie, sondern beschäftigt außerdem einen eigenen Marketingleiter, der sich um weitere Kooperationen bemüht. Vor allem werden Unternehmen aus dem Outdoor-Textilien- und aus dem Touristikbereich angesprochen. Interessant die Erfahrung, dass Outdoor-Textilienhersteller teilweise noch nicht über Banner für Internetwerbung verfügen. Als Zielgruppen sind „Spa-Freundinnen“, „urbane Abenteurer“ und „aktive Familien“ ausgegeben; diese würden nachvollziehbar erreicht.

Insgesamt sprach Stefan Ruzas von fünf Säulen des Marketings, die die Monte-Welt als eine „Erlebniswelt hochwertiger Inhalte“ verfolgt: online Werbung, E-Commerce (oft selbst getestete und für bewertete Angebote), Merchandising (eine CD mit moderner Alpenmusik, ein Snowboard, einmal im Jahr ein Buch), Zweitverwertung (mit festen Rubriken bei Focus und Fit for fun) sowie Events. Gerade die Events sind es, die den Erlebnischarakter stärken. Hierfür hat das Team „Heimatabende“ im Münchner Café Platzhirsch veranstaltet (im Hintergrund stand dabei eine „Wiedereroberung“ des konservativ belegten Begriffs). Sechs mal war das Haus mit bunt gemischtem Publikum gefüllt: unter anderem bei einer Jodlerschule, bei der Präsentation von Schuhplattlermode oder von Dirndl-Unterwäsche.

Das Fazit des Referenten: Inhalt entscheidet. Glaubwürdigkeit steigert die online Präsenz. Und: Es ist die richtige Zeit für Special Interest-Portale.

Auf der dmexco sorgte ein Exot für sehr verständliche Antworten

Linktracking und Zielgruppentargeting

Freitag, 25. September 2009

Die europäische Leitmesse für digitales Marketing, die dmexco in Köln

Eindrücke von der dmexco 2009, der „Digital Marketing Exposition & Conference“ am 23. und 24. September in Halle 8 der Messe Köln. Im Vorfeld des Branchentreffs hatten einige Medien berichtet, dass der Online-Werbemarkt in diesem und im kommenden Jahr weiter wächst. Neben den Messeständen der Online-Vermarkter, Targeting-Sepzialisten und Technik-Unternehmen war das Konferenz-Programm besonders interessant. Top-Manager berichteten über die Top-Themen der Branche.

Nicht nur Search Engines standen im Blickpunkt der Aussteller

Aktuell liegen die Schwerpunkte auf der (noch ausstehenden) Konsolidierung des online Werbemarktes, auf Suchmaschinen-Optimierung und Video Ads, weiter auf den Messmethoden (TKP anstatt Page Impression), auf der Werbung im mobilen Internet sowie Social-Media-Kommunikation (Marketing über Corporate Blogs, Social Networks und Twitter). Persönlich ging es mir darum, einen Überblick über die Marktteilnehmer, die online Mediaplanung und über den Stand des E-Mail-Marketings zu erhalten.

Dazu besuchte ich die Vorträge von Dariusch Hosseini von Specific Media zum Thema: „AdNetworks, AdExchanges, Sales Houses & Co. Wer, wie und wozu?“, von Abdelkader Barjiji von AdScale mit dem Titel: „Effiziente Online-Mediaplanung, Optimierung Branding-Kampagnen“ sowie von Christian Sauer (vertreten durch Benjamin Dageroth) von Webtrekk: „Die Zukunft des E-Mail-Marketings – Wie erhöhe ich die Conversion eines Newsletters?“ Die Unterscheidung der Marktteilnehmer lässt sich vornehmen nach klassischen Vermarktern (so genannten Sales Houses wie  die Tomorrow Focus AG, Gruner & Jahr oder United Intenet Media), AdNetworks, AdExchanges und Marktplätzen (wie Google).

Die Botschaft soll in die Köpfe - auch übers Internet

Die Differenzierung, über welchen Partner die Werbebotschaften am besten in die Köpfe gelangen, läuft über Kriterien wie die Targeting Technologie, den Service,  TKP/CPO (Cost per Order), Sponsoring und Reichweite. Mit entsprechenden Planungstools ist eben nicht mehr nur die Reichweite einer Werbung zu ermitteln, sondern auch die Besuchshäufigkeit einzelner Seiten bzw. ganze „Customer Journeys“, also die Wanderungen von Surfern. Zum Aussteuern der Kampagnen dienen so genannte Targeting Optionen, nach den Gewohnheiten der User (behavioural t.), ihrem Alter und Geschlecht (demographic t.), ihrem Surf-Verhalten (contextual t. entspr. der customer journeys) und über das Zurücklocken auf bereits besuchte Seiten (Retargeting).

Gegenüber dem AdNetworker „Specific Media“ versteht sich  „AdScale“ als ein Marktplatz, der sein Inventar transparenter präsentiert. Wie bei einem Content Network wie Google kann sich der Kunde sein Werbeumfeld haarklein aussuchen, was sich vor allem für Branding Kampagnen besonders anbietet. Nachdem Google sein neues Ad Exchange-Programm vorgestellt hat und damit nicht mehr nur Textanzeigen möglich sind, können auch  über den Giganten Banner in einer Börse per Auktionsprinzip getauscht werden – besonders interessant für kleine Anbieter und Blogger.

Der Social Media Market Place auf der dmexco 2009: Die Blogger Area

Was noch hängen blieb: Branding und Kundenansprache wachsen weiter zusammen. „Kundenansprache“ könnte auch bezogen auf die „Ansprache“ eines Kunden verstanden werden, wie er auf eine Seite anspricht, wie oft er sie also besucht. Hier besteht die Möglichkeit, durch „Frequency Capping“ die Kontaktdosis zu optimieren, also nur diejenigen Nutzer anzusprechen, die eine Seite häufiger besuchen – weder aber diejenigen, die nur selten kommen (wer im Übrigen nur einmal drauf klickt und gleich wieder weg ist, gilt als  „Bouncer“), noch diejenigen, die überaus häufig kommen und sich durch die dauernd gleiche Werbung gestört fühlen könnten. So kann AdScale gezielt die Nettoreichweite und damit die Effizienz einer Kampagne erhöhen und gleichzeitig dabei die Kosten senken.

Bei der digitalen Direktansprache von Kunden (E-Mail-Marketing) gilt ebenso: „Ohne Maß ist’s nur Spaß.“ Durch das Einbauen so genannter Pixel in den Programmiercode kann der Versender eines E-Mail-Newsletters nicht nur feststellen, ob die Mail geöffnet wurde, sondern auch via „Linktracking“ die durch den Newsletter ausgelöste Klickrate feststellen. Web Analytic Tools können Nutzerverhalten und Interessenlagen erkennen, daraufhin sollte ab einer kritischen Masse von etwa 6.000 bis 10.000 Empfängern eine Segmentierung des Newsletters beginnen (etwa nach Geschlecht, Alter oder aber Interessen). Dies verbunden mit einer personalisierten Ansprache sei bereits der Weg in die Zukunft des E-Mail-Marketings. 

Am verheißungsvollen „Digital Creativity Summit“ habe ich leider nicht teilgenommen, stattdessen jedoch am spannenden Impulsreferat des Journalisten Stefan Ruzas in der Speakers Corner. Doch außer Frage steht, dass die Inhalte entscheiden, die ein geeignetes Werbeumfeld erschaffen – oder eben nicht.  Mal sehen, ob ich kommendes Jahr wieder dabei bin bei der europäischen Leitmesse dmexco, getragen vom Bundesverband Digitaler Wirtschaft.

Ausblick auf die dmexco im kommenden Jahr erneut in Köln

Online PR-Crashkurs

Montag, 14. September 2009

Die PR-Agentur Real Wire scheint den „wahren Draht“ zu ihren Kunden gefunden zu haben. Zumindest ist die englischsprachige Video-Darstellung, wie online PR funktioniert, sehr überzeugend. Gefordert wird ein von bisheriger Öffentlichkeitsarbeit grundsätzlich zu unterscheidender Ansatz, der die Präsenz der Strategen in den online Foren erfordert und ihre Akzeptanz dort voraussetzt. Das bedeutet, auch nur an den richtigen Orten relevante, interessante und hochwertige Inhalte zu Diskussionen beizusteuern. Einmalig aufzukreuzen, eine Werbebotschaft zu lancieren und sich danach nicht mehr blicken zu lassen, ist hingegen wenig glaubwürdig.

 

Auf der Quellseite von vimeo.com überlegt ein begeisterter Betrachter, ob der in diesem Zusammenhang gebrauchte Terminus „Organising your own party“ so zu verstehen sei, dass Markenkonzerne ihre eigenen Communities aufbauen sollten. Dem widerspricht der Real Wire-CEO Adam Parker in seiner Antwort auf die Kritik – wobei er der gestellten Forderung nach online Präsenz vorbildlich nachkommt. Vielmehr sei der vorgeschlagene Weg, bestehende Netzwerke zu sponsern, vermutlich geeigneter. Die dafür vorgeschlagene Metapher des Rezensenten lautet „Getting the drinks in at the bar“. Dummerweise ist nur ausgerechnet der gemeinsame Kneipenbesuch gerade im Internet nicht möglich…

Allerdings steht außer Frage, dass gerade in online Foren Glaubwürdigkeit und Vertrauen nur durch kontinuierliches Beitragen zu den laufenden Gesprächen erfolgen können. Wenn es um Markenerlebnisse geht, dürften die Beziehungen zwischen den Markennutzern und ihren PR-Vertretern in jedem Fall bereits vorbelastet sein. Eine Frage aus Anlass aktueller Fehlverhalten wie bei Knauf-Gips im Iran oder beim deutschen Sportartikelhersteller Jako wäre, inwieweit ein gespanntes Verhältnis durch eine bestehende Präsenz einfacher wieder entspannt werden kann.

Selbstdarstellung Texthilfe

Freitag, 04. September 2009

Versuch einer Videoeinbindung. Die Ansprache bezieht sich darauf, was an dieser Stelle einmal war und nun nicht mehr ist und darauf, was stattdessen entstehen soll. Das Einbinden aktueller Mediendateien eröffnet Möglichkeiten, die ich hiermit erst einmal auslote:

Gut, reden wir nicht über die Inszenierung, die ist verbesserungsfähig. Von den im Text erwähnten Sammlungen auf den früheren Seiten von texthilfe.de könnte ich jedoch künftig tatsächlich die eine oder andere hier auf neuen Unterseiten ablegen. Ansonsten soll der oder das Blog doch eher ein Hobby bleiben – sofern ich regelmäßig die Zeit dafür aufbringe.