Archiv für die Kategorie ‘Musik’

The Spirit of Christmas 2009, Part 2

Donnerstag, 12. November 2009

Wunderbar, die Einstimmung auf das Weihnachtsfest aus dem Jahr 1972, Playback von Peter Alexander und Roy Black. Viel mehr ist da nicht zu sagen, als der Kommentar bei Youtube selber, „Wie ein Unfall, es ist schrecklich, aber man kann nicht wegschauen.“ Ich würde die beiden Heroen der frühen Fernsehunterhaltung zwar nicht als die größten aller Zeit bezeichnen (wie auch in den Youtube-Kommentaren), aber der Kulturvergleich gibt schon Anlass zur Freude – alleine wie offenbar bei der Fernseheinspielung (jedoch fehlt das Senderlogo) spontan Applaus aufbrandet.

Taxi nach Langel

Donnerstag, 05. November 2009

Gespenstische Begebenheit aus dem herbstlichen Köln. Ende der vergangenen Woche machte die Geschichte des nächtlichen Taxitransports die Runde, der im dichten Nebel auf dem Weg vom Stadtteil Ehrenfeld nach Langel im Rhein landete. Wie über eine Schanze muss der Bus über den Fähranleger ins Wasser geschossen sein, sodass er am Ende etwa 20 Meter weit vom Ufer entfernt im Flussbett unterging!

Langel in der Ansicht einer Google-Earth-Karte von strassenfotos.de, links unten im Bild der Abzweig von der Neusser Landstraße

Sehr tief war das Wasser dort zwar nicht, doch tief genug, dass das Gefährt vollständig unter Wasser war. Dramatische Szenen müssen sich abgespielt haben, bis das Wasser den beiden Männern wortwörtlich bis zum Hals stand. Dem Fahrer gelang die Rettung in letzter Sekunde. Allerdings hat mich dieser Bericht nicht mehr los gelassen.

Aus der Beschäftigung mit dem Vorfall ist eine Art dramatische Ballade im 6/8-Takt entstanden mit dem nicht neuen 3-in-2-Effekt und einer Hookline, ganze 5:24 min lang. Wer sich die Zeit nehmen will, sei herzlich eingeladen, das Machwerk per Linksklick sich anzuhören oder per Rechtsklick es sich herunterzuladen (5 MB). Ein Stück, das ich mir auch op kölsch gut vorstellen könnte.

Taxi nach Langel.

„Ni he i diar piujiu ba!“

Samstag, 31. Oktober 2009

Kölscher Musiker Björn Heuser feiert die Weltpremiere seines neuen Programms „Weltgeschichten„. Neu zum Programm das gleichnamige Buch, in dem Entstehungsgeschichten der aktuellen Songs sowie die Liedtexte auf kölsch und hochdeutsch stehen. Neben der eigenen Gesangsbegleitung an Gitarre und Klavier steuert Karo Tiemann an der Geige eingängige Melodielinien bei.

Björn Heuser und Karo Tiemann bei der Weltpremiere des Programms Weltgeschichten im Gemeindesaal Köln-Ehrenfeld

Das Publikum im vollbesetzten Saal spendete reichlich Applaus für die vielen erstmals aufgeführten Lieder, die in alle Welt entführen, wie schon einige Liedtitel beweisen: „Santa Lucia“, erstmals auf italienisch „Dove Sei?“, „Sarajevo“, „Kenia“ und „Manhattan“, aber auch „Hingerhoff“, „Bröhler Landstrooß“ und „Ihrefeld Lääv“. Persönliche Geschichten, glaubhaft vermittelt, auf einem hohen musikalischen Niveau. Der absolute Kracher aber ist die chinesische Version des Bläck-Fööss-Klassikers „Drink doch ene met“.

Hier der Refrain zum Mitsingen („ching“ heißt übrigens „Bier“):

Ni he i diar piujiu ba
Ni bu yao ketschi
Ni bu che, zwai jiu-guan bu ching
You ren mei you tschian
Tchin-tchian mei guanchi
Women dou schö peng-you, zai itchi che!

„Mir wurde oft gesagt, ich hätte lustige Ansagen“, berichtete er – in einer seiner legendären Ansagen – über die Ent-stehungsgeschichte des Buches. Anlass waren zahlreiche Auslandsaufenthalte im vergangen Jahr, so über Sylvester in Portugal, im Mai mit der Band „Vajabunde“ in Peking und im Juli auf Einladung der Gaffel-Brauerei in New York. „Wir spielten am Water Taxi Beach, am Hudson River gegenüber der Skyline von Manhattan“, erzählte Björn Heuser von dieser Reise. „Das war schon sehr beeindruckend, so etwa wie am Kölner Tanzbrunnen, nur viel größer.“

Björn Heuser liest zur Anmoderation eines Stpckes seien Entstehungsgeschichte aus dem Buch zum Programm "Weltgeschichten"

Während des fünftägigen Aufenthalts im „Big Apple“ gelang es ihm sogar, vier Lieder zu schreiben, „weil Karo am Morgen im Bad immer so lange brauchte.“ Die beiden studierten Musikpädagogen kennen sich seit dem Tag ihrer Aufnahmeprüfung zum Studium. Vor sechs Jahren begann Björn Heuser bereits mit eigenen kölschen Liedern und stellte sich vor, dass eine Geige sehr gut dazu passen könnte. Das tut sie in der Tat. Als Referendarin hat Karo Tiemann aktuell nicht mehr so viel Zeit, aber auch die Konzert-Einladung bekannter Musiker nach Paris konnte sie wahrnehmen.

Björn Heuser vor dem Plakat zum Programm "zom Zohüüre"

Das neue Programm soll künftig wenigstens ein mal im Monat aufgeführt werden. Es trägt den Untertitel „zom Zohüüre“ – im Gegensatz zu den vielen Live-Konzerten „zom Metsinge“, die Björn Heuser gibt – viele davon im Zusammenhang mit der in Köln sehr beliebten Einrichtung „Loss mer singe„. Ab 8. Januar 2010 wird er zusätzlich jeden Freitag im „Gaffel am Dom“ spielen.

Weltpremiere für „Weltgeschichten“

Samstag, 24. Oktober 2009

Sympathischer kölscher Musiker mit neuem Programm und gleichnamigem Begleitbuch. Wenn das mal keine „integrierte Kommunikationskampagne“ ist!

Björn Heusers Buch Weltgeschichten

Am Freitag den 30. Oktober führt der Vollblutmusiker und studierte Musikpädagoge Björn Heuser  sein neues Programm „Weltgeschichten“ erstmals auf. Das schöne an dieser Kampagne: Hier wird nichts mit falschen Versprechungen beworben. Stattdessen berichtet Björn Heuser in zwei unterschiedlichen Medien – beide Male glaubhaft – von seinen Erlebnissen, die er rund um den Globus als Botschafter des kölschen Liedguts gesammelt hat.

Bonsai-Musical_Ehr1

Aufführungsort der Weltpremiere von „Weltgeschichten“ und gleichzeitig die erste Buch-Präsentation am 30. Oktober ab 20:00 Uhr ist der Gemeindesaal Ehrenfeld in der Geißelstraße 1. An demselben Ort hatte der Berufsmusiker 2006 bereits sein Musical „Bonsai, der Zauberer“ uraufgeführt. Dabei arbeitete er als Komponist und Regisseur zusammen mit der Choreografin Mi Hae Lee, professionellen Schauspielern, Musikstudenten, und Sängerinnen, allesamt unentgeltlich, auch zusammen mit Teilnehmerinnen der Chor-AG der Geschwister-Scholl-Realschule.

Björn Heuser mit seinem "Pänz us Koelle"-Chor

Im vergangenen Jahr hat er aus seiner Betreuung verschiedener Kölsch-AGs an Schulen heraus einen eigenen Chor gegründet, namens „Pänz us Kölle“. Kinder aller Nationalitäten zwischen 6 und 12 Jahren setzen sich dabei mit der Kultur ihrer Heimatstadt auseinander, haben ein Repertoire für alle Gelegenheiten erarbeitet und auch schon eine CD aufgenommen. Seit mehr als zehn Jahren ist der 27jährige Heuser in der kölschen Musikszene tätig, unterrichtet aktuell für die „Offene Jazzhaus-Schule“ an der Universität zu Köln und für die „Akademie för uns kölsche Sproch“ an verschiedenen Schulen in unterschiedlichen Altersstufen. Auch kölsches Kochen mit Kindern gehört zu seinen Betätigungsfeldern.

"Kölsches Kochen för Pänz" mit Björn Heuser

Seine Konzertreisen haben ihn nicht nur nach München, Hamburg und Berlin, sondern auch Paris, Peking und New York geführt. Kölsche Lebensart und Lebensfreude finden Anklang im Ausland, er bringt seine beeindruckenden Erlebnisse wieder zurück ins „Veedel“. Zu hören sind neue Lieder, die im Kern urkölsch sind, aber doch irgendwo auf der Welt spielen. Daneben stehen unter anderem auch eine chinesische Version des Kölner Kulthits „Drink doch eine met“ von den Bläck Fööss, und Heusers erster italienischer Song „Dove sei?“.

Im Buch sind alle Texte des neuen Programms auf kölsch und hochdeutsch nachzulesen, Entstehungsgeschichten zu jedem Song sowie Reisetagebücher aus China, USA, Portugal, Italien und Frankreich. Rückfragen an bhe-music@web.de.

Björn Heuser (l.) mit seinem Kollegen Flo bei der DUM 2006

Beim Finaltag der Deutschen Meisterschaft im Ultimate Frisbee 2006 beim ASV Köln sorgte Björn Heuser gemeinsam mit seinem Kollegen Flo für stimmungsvolle Unterhaltung zwischen den sportlichen Entscheidungen.

Unterdessen…

Samstag, 24. Oktober 2009

„Unterdessen andernorts…“ Der überraschende Wechsel der Handlungsebene, der im Jugendalter erstmals dergestalt in Comics dargestellt wurde. Der Titel steht somit für einen Perspektivwechsel, die Vergegenwärtigung anderer Positionen (Sichtweisen) oder anderer Aspekte eines Sachverhalts, um drängende, grundsätzliche Probleme des Zusammenlebens zutreffender zu bewerten.

Wie schon „Herbst im Tal“ ein lange mit mir herum getragenes Lied, im bescheidenen Rahmen meiner Möglichkeiten endlich vertont und mit hoffentlich belebenden Melodielinien angereichert. Ausgehend von einer Vier-Akkorde-Sequenz standen der ursprüngliche Text und die Gesangslinie seit bald zwei Jahrzehnten fest. Neu hinzu gekommen ist nun der „Gegenpart“ mit weiteren vier Akkorden, der direkt zu Beginn anklingt, sowie einfache Melodielinien auf beide Akkordfolgen.

Meanwhile

Eine Folkrock-Ballade, leicht schräg, von strittiger Qualität in Hinblick auf Gesang und das Gitarrespiel. Gerade die leicht retardierenden Momente, die sich dem unerbittlich langweiligen Rockschlagzeug entziehen wollen, beleben nach meinem Dafürhalten das kleine Werk. In seiner beabsichtigten Wirkung angelehnt an den quäkenden Gesang Bob Dylans und die für den „Westcoast“ typische synkopische Gitarrenbegleitung.

Unterschiedliche percussive Elemente untermauern das „Fortschreiten der Uhrzeiger“ oder im übertragenen Sinne das gesellschaftliche Verbleiben in gängigen Herrschaftsstrukturen, die die Unterdrückung schwächerer Menschen, die Ausbeutung der Natur und somit den Ruin der Menschheitsgeschichte selbst zur Folge haben. Dem entgegen steht der neue Vierzeiler, der in popgerechter einfacher Formulierung das Innehalten als Reflektion und vertiefendes Bewusstsein fordert („a second“ steht entsprechend für „secundus“, das „Zweite“ als zweiter Blick, oder als Hereinragen des „Anderen“ in das vermeintlich gegebene Eine). Jetzt reichts aber.

Zum Herunterladen mit Linksklick  öffnen oder speichern. Viel Spaß beim Hören!

Nicht zum Folgen geboren

Montag, 12. Oktober 2009

Da fliegt mir doch gleich in mehreren Sendern heute der neue Song von Bon Jovi um die Ohren: „We weren’t born to follow“. Der Titel verheißt ja durchaus eine kluge Einsicht, im Sinne der Erziehung zur Eigenverantwortlichkeit. Die Musik dagegen verspricht keine neuen Nuancen: derselbe zugegen groovige Rockbeat, dieselbe Stimmfarbe, gleiche Gitarren. Lediglich der durchgängige Hall (der im Radio bei weitem nicht so stark zur Geltung kommt wie beim unmittelbaren Hören) ist durchaus eine eigene Note des Songs.

Dann aber stoße ich mich doch an dem Refrain, der mit gekonnt aneinander gereihten Allerweltsweisheiten eigentlich ganz stimmungsvoll beginnt, dann aber in der Schlusszeile meiner Meinung nach alles kaputt macht:

Yeah, yeah, yeah, we weren’t born to follow
Common get up off your knees
Live is a bigger pill to swallow
You gotta hold on to watcha believe
Believe in the sun will shine tomorrow
Even saints and sinners believe
We weren’t born to follow
You gotta stand up for what you believe
Let me hear ya say yeah, yeah, yeah, oh yeah.

Was mich genau daran stört? Die Aufforderung an die Zuhörer, ihm zu folgen und „yeah, yeah, oh yeah“ zu singen. Was denn nun? Folgen oder nicht folgen?

Oder aber der Sänger und Texter John Bon Jovi taucht damit noch eine Ebene tiefer ein in die Materie und will uns damit sagen: „Du bist nicht dazu geboren zu folgen“ – eine Botschaft, die eigentlich gerade seine deutschen Fans ihm abnehmen sollten – „Aber wenn ich Dich dazu auffordere, folgst Du mir ja doch.“ Das könnte nun entweder bedeuten, unabhängig von der genetischen Anlage tendiert der Mensch im Allgemeinen doch dazu anderen zu folgen (etwa aus Bequemlichkeit, aus einem Anlehnungsbedürfnis oder aus Gruppenzwang), oder aber, Bon Jovi fordert uns unmittelbar dazu auf, darüber nachzudenken, was wir denn da tun, wenn wir ihm folgen, obwohl er gerade gesagt hat, dass wir nicht dazu geboren sind.

Respekt, das hätte ich ihm gar nicht zugetraut!

Da hat das Schauspieltraining und die Mitwirkung in verschiedenen Filmen und Serien (Ally McBeal) etwa doch noch mehr bewirkt, als dass er nur gut aussieht?

Hier der neue Song mit einem Standbild der Band:

Der ganze Songtext. – Im Übrigen wäre die Diskussion über Folgsamkeit (etwa gegenüber Eltern und Lehrern) und Aufsässigkeit (gesunde Renitenz, um seine eigene Meinung zu vertreten) und die über Gehorsam (ebenfalls in verschiedenen Situationen) und Gehorsamsverweigerung eine sicherlich lohnenswerte. Die sprengt aber diesen Rahmen eines Youtube-Standbildes.

Herbstlied

Montag, 21. September 2009

Zum  offiziellen – kalendarischen – Herbstanfang am 22. September (s. „Die Sonne vor dem Himmelsäquator„) – habe ich ein lange mit mir herum getragenes Lied endlich einmal im bescheidenen Rahmen meiner Möglichkeiten vertont. Es heißt „Herbst im Tal“ und bezieht sich auf die Naturerlebnisse, die ich in meiner Jugend am Bodensee zur Zeit der Ernte gemacht habe.

Herbst-im-Tal

Von Gitarre begleiteter Gesang mit einer variierten Melodielinie, eine getragene Ballade zum Wechsel der Jahreszeiten. Zum Herunterladen mit Linksklick  öffnen oder speichern. Viel Spaß beim Hören!