Archiv für die Kategorie ‘Lokales Köln’

Der Bauch als Wohlfühl-Indikator

Sonntag, 05. September 2010

Eine ganz besondere Art, dem Grad ihrer Geselligkeit Ausdruck zu verleihen, haben die Mitglieder der Karnevals- und Geselligkeitsfreunde Lindweiler Büchelcher. Diese Karnevals-Gesellschaft von 1982 aus dem Kölner Norden feiert zum Abschluss jeder Session auf dem Kirchplatz einen so genannten Biwak, bei dem ein “Mister Bauch” gewählt wird.

Mister Bauch 2010/2011 Georg Babera der KG Lindweiler Büchelcher

Das “Büchelcher” vor sich her zu schieben, wird nicht nur im Namen der KG propagiert, sondern zeichnet sich auch im Vereinslogo ab. Erstmals setzte sich ebi de rtraditionellen messung in diesem Jahr ein Vereinsmitglied durch: Mit 136 Zentimetern ist Georg Babera nun ein Jahr lang „Mister Bauch“ und erhält dafür freien Eintritt für alle KGLB-Veranstaltungen der kommenden Session 2010/2011. Der Allzeit-Bestwert liegt übrigens bei 162 Zentimetern Durchmesser von Hardy Dora aus dem Jahr 2002. Im Bild der aktuelle Mister Bauch mti Urkunde und Schärpe zwischen dem 1. Vorsitzenden Peter Schmitz (r.) und dem Literaten Manfred Zingsheim-Müller.

Von der IG zum Bürgerverein

Sonntag, 05. September 2010

Köln-Riehler Interessengemeinschaft (RIG) präsentiert sich beim Sommerfest als Bürgerverein. Bei schönstem Sonnenschein wurde das traditionelle Sommerfest der RIG auf dem Riehler Plätzchen am Hintereingang des Kölner Zoos ein voller Erfolg. Wie schon in den Vorjahren bezahlten die vielen Interessierten die günstigen Angebote mit RIG-Talern im Wert von 0,60 Euro. Karl-Heinz Lanz, neuer 1. Vorsitzende der RIG erklärte: „Die Teilnehmerzahl steigt, wir haben das Luxusproblem alle Interessenten für Stände unterzubringen.“

Hoch hinaus ging es beim Kistenstapeln der Helfer vom Robert Perthel-Haus.

Als eine Art Leistungsschau der Riehler Gewerbetreibenden und Vereine ist das Sommerfest nicht auf kommerziellen Erfolg ausgerichtet, sondern versteht sich vor allem als Familienfest. RIG-Schriftführer Biber Happe meinte: „Die Eltern können sich entspannen, wenn die Kinder beschäftigt sind.“ Das teuerste Kinderangebot kostete genau einen RIG-Taler, die meisten Aktivitäten wie Hüpfburg, Schminken, Zirkus-Mitmachaktionen und Kistenstapeln waren kostenfrei.

Johannes Bollig "de Riel" , Bogenschütze und Mittelalterfan

Als mittelalterlicher „Johann de Riele“ ließ Johannes Bollig aus einer Mittelaltergruppe und gleichzeitig Bogenschütze im Kölner Bogensportverein Kinder Pfeile anlegen. Unter den Ausstellern mit Lothar Marx auch ein Deutscher Meister im Fliegenlassen von Flachdrachen mit tollen selbst genähten Drachen. Die Erlöse der Tombola, gesponsert von den ansässigen Geschäftsleuten, kommen wie üblich sozialen Zwecken zu Gute.

Lothar Marx, Drachenexperte udn Deustcher Meister auf dem Sommerfest Riehl

Insgesamt betrachtet sich die RIG – unten der Vorstand ohne Kassiererin Monika Francois (v.l.): Beisitzer Martin Scheller, die 2. Vorsitzende Michaela Naumann, Schriftführer Biber Happe und der 1. Vorsitzende Karl-Heinz Lanz – zusehends als Bürgerverein und nicht mehr nur als Interessenvertretung für Geschäftsleute. So hat sie zuletzt bei Verkehrsproblemen im Zuge von Bautätigkeiten einen Informationsabend ins Leben gerufen und befindet sich wegen der Verschönerung des Straßenbildes auch im Dialog mit Politik und Verwaltung. Von 14 Mitgliedern vor wenigen Jahren ist die RIG mittlerweile auf fast 100 Mitglieder angewachsen.

Der RIG-Vorstand beim Riehler Sommerfest

Sozial verantwortlich von Hause aus

Freitag, 03. September 2010

Vortrag von Norbert Minwegen, Leiter Unternehmenskommunikation der Sparkasse Köln-Bonn, beim CSR-Frühstück der IHK Bonn/Rhein-Sieg und der Agentur Bonne Nouvelle im LVR-Landesmuseum. Die Veranstaltungsreihe bei wechselnden Gastgebern (aufgrund von Umbauten dieses Mal im hoch interessanten Museum des Landeschaftsverbandes Rheinland) eröffnet Einblicke in das Selbstverständnis und die soziale Einbindung unterschiedlichster Unternehmen.

Logo der IHK Bonn/Rhein-Sieg

Norbert Minwegen fürhte aus, dass bereits bei Gründung des Instituts durch die Stadt Köln 1844 seine Zwecke unter anderem darin lagen „Ordnung, Mäßigkeit und Sparsamkeit zu befördern“, allerdings vor dem historischen Hintergrund damals tätiger Wucherer. Dennoch veranlasste ihn dieser Umstand davon zu sprechen, dass „Fördern in der Natur der Sparkasse“ liege und sie daher bereits seit 184 Jahren CSR betreibe.

Auch heute ist der Hauptzweck der Sparkassen nicht die Gewinnmaximierung im Sinne des Shareholder Values, sondern kurz gefasst die Förderung des verantwortlichen Umgangs mit Geld. Insofern zählt Norbert Minwegen auch ein spezielles Beraterteam, das er die „Vorhut der Insol­venz-Verwalter“ nennt, zum CSR der SKKB. Diese Spezialisten wenden sich an mittelständische Kunden, die aufgrund mittelfristiger Kontobe­wegungen auf eine Insolvenz zusteuern. In 85 % aller Fälle gelänge es ihnen zum Vorteil für alle Beteiligten die Insolvenz abzuwenden.

Die wesentlichen Bereiche der im engeren Sinne der CSR betrachteten Fördertätigkeiten sind Kultur (ca. 64 %), Sport (11 %), Bildung und Arbeit (10 %), Soziales (9 %) sowie Umwelt und Sonstiges (6 %). Hierfür gab das Haus 2009 eine Summe von 12,4 Millionen Euro aus, nach 12,1 Millionen Euro 2008. Diese Summen sind bedingt durch die Finanzkrise deutlich geringer als in den Vorjahren. Zum Vergleich: 2003 gaben die damals noch getrennten Häuser 9,0 Millionen Euro (Köln) und 2,0 Millionen Euro (Bonn) aus, 2004 lagen diese Summen bereits bei 12,1 und 3,4 Millionen Euro. Nach der Fusion stiegen diese Förderausgaben weiter auf 17,5 Millionen Euro 2005, beliefen sich auf 16,2 Millionen Euro 2006 und erreichten ihr zwischenzeitliches Maximum mit 17,7 Millionen Euro 2007.

Logo der Sparkasse Köln-Bonn

Daneben sorgten Zertifizierungen, gefordert sowohl intern als auch von externen Dienstleistungspartnern, dafür, dass das Unternehmen in allen seinen Geschäftsabläufen möglichst verantwortlich, umweltschonend und nachhaltig agiere. Grundsätzlich orientieren sich Sparkassen an den gemeinsam erarbeiteten so genannten Bochumer Leitlinien, zusammengefasst mit den Stichworten „Fair, neutral, nah“. Im Folgenden nannte Norbert Minwegen viele Bei­spiele von regelmäßig geförderten Kulturveranstaltungen, Sportvereinen und sozialen Vereinen.

Das soziale Engagement zeige sich auch im Umgang mit den Mitarbeiter: Auszubildende werden einen Tag im Jahr für ein soziales Projekt frei­gestellt, zudem dürfen sie nach einmonatiger Vorbereitung eine Woche lang eine Filiale weitgehend eigenverantwortlich leiten. Mitarbeiter gingen in Suppenküchen, um dort auszuhelfen. Soziale (außerberuf­liche) Projekte von Sparkassen-Mitarbeiter würden wohlwollend geprüft. So habe sich ein früheres Vorstandsmitglied mit 7 Bypässen sehr stark für Defibrilatoren eingesetzt, die mittlerweile im Vorraum jeder Filiale in Köln zu finden seien.

Allerdings lässt sich die Sparkasse bei den Prüfungskriterien keine Klüngelei nachsagen: „Die heftigste Vetternwirtschaft, die man sich bei einer Sparkasse vorstellen kann, liegt hinter uns.“, erklärte Minwegen, man sei aktuell noch damit beschäftigt aufzuräumen. Entscheidend für die neue, meist nur temporäre Förderung von Projekten seien klare Kriterien, nicht zuletzt durch Vorstandsbeschluss, respektive durch Verwaltungsräte, die mit in Stiftungsgremien sitzen.

Insgesamt betreibt die Sparkasse Köln-Bonn zehn Stiftungen mit einem Gesamtkapital von 92 Millionen Euro. Viele dieser Stiftungen, wurde bemängelt, seien nicht als der Sparkasse Köln-Bonn zugehörig zu erkennen. Daher arbeite man derzeit an einer großen übergreifenden Stiftungsholding. Beim Kölner und Bonner Stiftungstag würden reiche Menschen dazu angeregt, ihr Kapital vor oder nach dem Lebensende in eine Stiftung einzubringen.

Logo des Landschaftsverbandes Rheinland

Kurzfristige Förderungen, abseits der traditionellen Verbindungen, läuft nach dem Motto: „Helfen, wo es nötig ist“. Demnach könnten Sportvereine Zuschüsse für Geräte beantragen, allerdings nicht so, dass der Verein von dieser Förderung abhängig werden könnte. D.h. nach spätestens drei Jahren werden wieder andere Vereine berücksichtigt. Weitere Beispiele aktueller Hilfe waren nach dem Kölner Archiveinsturz zur Verfügung gestellte Lotterie-Erlöse aus dem so genannten PS-Sparen oder schnelle Hilfe nach dem Dacheinsturz des Bonner Albert Schweitzer-Tierheims. Im Bereich Bildung und Arbeit engagiert sich die SKKB unter anderem für NUK, Neues Unternehmertum Rheinland e.V., wo Businesspläne geprüft würden, beim Netzwerk für Gründer ab 40 und bei Bonn Soir, dem Mittelstandsnetzwerk Bonn-Rhein-Sieg e.V.

Frisbeesport-Aktion im Kölner Rheinpark

Sonntag, 29. August 2010

Organisiert vom Stadtsportbund Köln fand am letzten Sonntag im August das zweite Fest “Sportlich aktiv im Rheinpark” statt. Nachdem es im Vorjahr unter allzu starker Hitze litt, sorgte in diesem Jahr wechselhafte Witterung für einen mäßigen Zuspruch. Dennoch kamen jede Menge Aktive zusammen, um Sportarten wie Baseball, Boxen (mit dem Olympiasieger und Weltmeister Thorsten May), Capoeira, Fechten, Mountainbike, Leichtathletik, einen Rollstuhl-Hindernisparcours, Tangotanzen, Volleyball und Wing Chun zu demonstrieren respektive auszuprobieren. Darunter auch Ultimate Frisbee.

Frisbeeaktion beim 2. "Sportlich aktiv im Rheinpark" 2010

Gemäß Kölner Konventionen gehört eine Veranstaltung, die zum zweiten Mal durchgeführt wird, damit bereits zur Tradition und wird sich daher in den Folgejahren sicherlich weiter etablieren. Aber auch bei der zweiten Ausgabe war die Bandbreite der vorgestellten Disziplinen und Aktivitäten bereits sehr groß. Beim Pressetermin stellten Vertreter alle Sportarten vor und auch der Kölner Sportbürgermeister Manfred Wolf sagte ein Grußwort.

Übersicht "Sportlich aktiv im Rheinpark" 2010

Sehr schön, dass neben einem “Teamwagen” mit sieben Spielern des DJK Wiking in Köln-Chorweiler auch drei, respektive mit Altmeister Lutz sogar vier Spieler des ASV Köln dazu kamen und auch mehrere Fremde zum Mitspielen animiert werden konnten.

Frisbeesportaktion bei "Sportlich aktiv im Rheinpark" 2010

Auch ein Disc Golf-Korb stand bereit, um Kinder und Erwachsene zum Zielwerfen anzuregen. Zudem wurden eine Menge Minidiscs und DFV-Flyer verteilt. Tatsächlich hielt das Wetter weitgehend und die ganze Aktion auf einem Kleinfeld mit fünf gegen fünf Spielern kann insofern als voller Erfolg gewertet werden. Lediglich eine Dame im Rheinpark ließ sich von den vielfältigen Sportmöglichkeiten nicht beeindrucken und behielt stattdessen ganz die Ruhe…

Unbeeindruckte Skulptur bei "Sportlich aktiv im Rheinpark" 2010

Schutz vor Slackline-Schäden

Sonntag, 18. Juli 2010

Im Kölner Inneren Grüngürtel unweit des Fernsehturms haben Vertreter der Stadt und der  Deutschen Sporthochschule Köln jetzt erstmals fünf Bäume mit einem Schutz ausgestattet, um sie vor möglichen Schäden durch den neuen Trendsport zu schützen. Andreas Thomann vom Institut für Natursport und Ökologie der Sporthochschule stellte die Tauglichkeit der stationären Holzmaschnetten gleich selber vor.

Andreas Thomann von der Deutschen Sporthochschule Köln demonstriert den Schutz durch Holzmanschetten beim Slacklining. Foto: Jonathan Groß

Das Pilotprojekt soll einerseits die beliebtesten Plätze zum Slacklining erforschen und andererseits den besten Schutz für Bäume entwickeln. Bei dem „Seiltanz auf Klettergurten“ wird jeweils ein Gurt zwischen zwei Bäume gespannt, was die Rinde nachhaltig schädigen kann. Die Holzmaschnetten, die Joachim Bauer vom Grünflächenamt sowie Stefan Türk und Andreas Thomann von der Sporthochschule jetzt als erstes Ergebnis präsentierten, werden unter den Spanngurten um den Baumstamm gelegt. Joachim Bauer, Leiter der Abteilung Stadtgrün und Forst im Grünflächenamt, erwägt ein Verbot für den Trendsport in Kölns Parks und Wäldern, falls die Zahl der beschädigten Bäume zunehmen sollte.

Ein beispiel von Schäden, die durch Slacklining entstanden, allerdings nicht aus Köln

Nach Auffassung der Sporthochschule Köln wird sich der Sport weiter etablieren. Als Gründe hierfür werden die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der Freizeit, im Wettkampf oder zur Therapie, aber auch seine einfache Durchführung angegeben. Wenn zwei Leute am Nachmittag im Park ein Seil spannten, versuchten sich bis zum Abend oft zwei bis drei Dutzend Interessierte.

Neue Sieger bei sonnenverwöhntem DDC 2010

Montag, 07. Juni 2010

Nach einem sehr heißen Wochenende unter insgesamt hervorragenden Bedingungen auf der Stadionvorwiese in Köln-Müngersdorf sind die Disc Days Cologne 2010 erfolgreich zu Ende gegangen. Am Ende gab es beim ASV Köln in den Ultimate-Divisionen Damen und Open neue Sieger sowie einen Dreifach-Sieg der Stuttgarter Michi (Mitte), Ferdi (r.) und Daniel bei der in diesem Jahr durchgeführten Zusatzdisziplin “Accuracy”.

Die Sieger des Accuracy-Finales der DDC 2010 (v.l.): Daniel (3.), Michi (1.) und Ferdi (2.)

Im Open-Finale – einer Neuauflage des Vorjahres zwischen “Ultimate Vibration” aus Frankreich und den “7 Schwaben” – erwischten die Stuttgarter dagegen einen schlechten Start, lagen schnell mit drei, zeitweise bis zu fünf Punkten hinten, erreichten dann aber doch noch in Überzeit den Ausgleich. Beim Stande von 10:7 für “Ultimate Vibration” war die Zeit abgelaufen, vereinbart war “Cap 1″, d.h. wer siegen wollte, musste auf jeden Fall noch einen Punkt erzielen. Die Schwaben kamen Punkt für Punkt heran, bis beim Stande von 10:10 der letzte Punkt entscheiden musste. Den machten die Franzosen glücklich, um darauf entkräftet zu Boden zu sinken. Kurz darauf fanden sie sich wieder zum strahlenden Siegerfoto ein.

Die Sieger der Open-Division der DDC 2010: "Ultimate Vibration" aus einem westlichen Vorot von Paris

Aber auch die Spieler des unterlegenen Teams der 7 Schwaben konnten erhobenen Hauptes vom Platz gehen, nach neinem Fight, der das Publikum mitgerisssen hat. So fanden die sympathischen Stuttgarter auch schnell ihr Lachen wieder.

Vorjahressieger und Finalist der Open-Division bei den DDC 2010: "Die 7 Schwaben"

Etwas weniger spannend ging es bei den Damen zu. Nachdem die beiden Vorjahresfinalistinnen “Woodchicas” Sauerlach und “Yaka” aus Frankreich in diesem Jahr nicht antraten, dominierten die Freiburgerinnen “MissConnection” das Geschehen und kamen ohne Niederlage zum ungefährdeten Turniersieg über das “Team Niedersachsen” (13:7).

MissConnection Freiburg (hellblau) beiegten im Damen-Finale der DDC 2010 das Team Niedersachsen mit 13:7

Vor den Finalspielen beim ASV Köln fand auch noch ein Juniorenspiel zwischen Kindern aus Köln und Aachen statt. Jürgen Hauf, der Nachwuchstrainer von Frühsport 0,2 (im Bild rechts mit Kappe), gab den Teams vor dem Spiel Anweisungen und belobigte sie anschließend für eine reife Leistung.

Frühsport-Nachwuchstrainer Jürgen Hauf zwischen Spielern aus Köln und Aachen beim DDC 2010

Zur allgemein guten Stimmung trug das gemeinsame Essen am Samstag abend vor der ASV-Tribüne bei. Danach führten vier Freestyler ihr Können vor: der Mixed Pairs-Europameister Manuel Cesari, der deutsche Meister Open Pairs Anton Capellmann, der Drittplatzierte bei der EM 2008 in Mixed Pairs, Sascha Scherzinger aus Köln, sowie sein lokaler Spielpartner Harry Skomroch.

Das traditionelle gemeinsame Essen bei den Disc Days Cologne 2010 im ASV-Stadion

Anschließend spielte die Band “Flyin’ Frisbee Fantasizers” mit dem Frühsportler Philipp Springer am Schlagzeug, das zweite Set sogar zusammen mit mir, ehe die Party im Disco-Zelt mit Longdrinks des gastgebenden Damenteams ”DOMinas” volle Fahrt aufnahm.

Die "Flyin' Frisbee Fantasizers" live bei den Disc Days Cologne 2010

Noch eine Woche bis zum Fußball-Pokalfinale..

Samstag, 08. Mai 2010

Kommende Woche Samstag steht nicht nur der Sieger des DFB-Pokalfinals der Männer fest (und damit auch eine weitere Teilantwort auf die Frage, ob dem FC Bayern ein historisches Triple gelingen könnte), sondern auch der des Finals der Frauen (und damit die Frage nach dem weiteren Verbleib der Veranstaltung). Nach 25 Jahren im “Schatten” des bedeutenderen Männer-Endspiels in Berlin, findet die Veranstaltung in diesem Jahr erstmals im Kölner Rhein-Energie-Stadion statt.

Nicht nur Trainerinnen und Spielerinnen des FCR Duisburg und des USV Jena haben Interesse am Pokalenspiel, sondern auch Kölns OB Jürgen Roters, Foto: Lioba Schneider/DFB

Wenn der bisherige Zuschauerrekord eines europäischen Frauenfußball-Pokalfinals (England 2008: 24.582 Zuschauer) fällt, dürfte Köln gute Chancen haben, dass der DFB das Frauenfinale künftig in Köln belassen wird. Andernfalls kehrt es zurück ins Vorprogramm der Männer nach Berlin.

Bei dem Endspiel in Köln gelten die Titelverteidigerinnen des FCR 2001 Duisburg als klarer Favorit. Im Team stehen mit Torfrau Simone Laudehr (hinten links), Ursula Holl (vorne Mitte),  Linda Bresonik (rechts dahinter) und Inka Grings (vorne 4.v.r.) zahlreiche Nationalspielerinnen. Der FF USV Jena als in Thüringen verwurzeltes Team möchte dagegen seine Außenseiterchance nutzen. Für das Team von Trainerin Heidi Vater (Bild oben links) ist der Finaleinzug der bisher größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Kader des titelverteidigenden Pokalfinalisten, Foto: FCR 2001 Duisburg

Während die Duisburgerinnen um Trainerin Martina Voss-Tecklenburg auf eine Titelwiederholung hoffen, hoffen die Verantwortlichen in Köln auf eine Wiederholung der Veranstaltung – immerhin wäre das ein Fußballfinale mit dauernder Kölner Beteiligung. Entsprechend wird am Samstag, den 15. Mai, etwas geboten:  Ab 12:00 Uhr startet ein Familienfest auf der Stadionvorwiese mit den Musikgruppen „Domstürmer“, „Kläävbotze“ und „Hanak“. Ebenfalls ab 12:00 Uhr machen die Kassen auf. Zu den bislang mehr als 18.000 verkauften Karten müssten dann wenigstens 6.600 weitere hinzukommen, dann stünden die Chancen gut. Immerhin geht es der Stadt auchd arum, etwas für das angeschlagene Image der “Sportstadt Köln” zu tun. Nach der Insolvenz der Köln 99ers im Vorjahr ist aktuell der Traditionsverein Kölner Haie immer noch nicht langfristig gerettet.

Jetzt bin ich aber zunächst gespannt auf das Frauenfußball-Pokalfinale am 15. Mai um 16:00 Uhr, wenn es heißt: „Holl versus Groll“. Die Kontrahentinnen des FCR Duisburg, Torfrau Ursula Holl (links) und des USV Jena, Verteidigerin Melanie Groll, haben bereits probehalber Hand an den Pokal gelegt. Der ist neu gefertigt und kann es allemal mit dem der Männer aufnehmen: Die 60 Zentimeter hohe und 11 Kilogramm schwere, versilberte Messingtrophäe hat alleine einen Materialwert von rund 30.000 Euro. Die Finalkarten kosten dagegen nur zwischen 10 und 30 Euro.

Die Torfrau des FCR Duisburg Ursula Holl (links) und die Verteidigerin des USV Jena Melanie Groll legen probehalber Hand an den Pokal: Foto: Lioba Schneider/DFB

Das Bild Kölns im Dritten Reich zurechtgerückt

Dienstag, 04. Mai 2010

Interessante Buchbesprechung in der FAZ am Montag: Michael Hollmann rezensiert die Bestandsaufnahme von Horst Mazerath: “Köln in der Zeit des Nationalsozialismus”. Ausgangspunkt der Besprechung ist die von Konrad Adenauer stammende Mythologie, die Kölner hätten stets Hitler abgelehnt und er hätte die Stadt (deshalb) nicht gemocht. Dieser Behauptung tritt der Buchautor, der bis 2002 Leiter des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln war, mit einem fundierten und differenzierten Bild der Stadt entgegen.

FAZ, 03.05.2010, Titel: Jungfrau zu sein an Grohés Rhein

Demnach bestimmten Ende der 1920er Jahre je zwei Großmilieus das Stadtbild, die jeweils etwa ein Drittel der Bevölkerung integrierten: zum einen “das klassische katholische Milieu der Handwerker und Kleinbürger”, zum anderen das Arbeitermilieu. Beide standen dem Nationalsozialismus bis 1933 ablehnend gegenüber, danach diktierte jedoch auch in Köln schnell die NSDAP das gesellschaftliche Geschehen: Gewerkschaften und Arbeitervereine wurden zerschlagen, das kirchliche Vereinswesen zurückgedrängt. 

Nach der planmäßigen Machtübernahme (”im Zusammenwirken von Staat und Straße”), heißt es in der Besprechung weiter, “setzte in Köln schneller und radikaler noch als andernorts die Diskriminierung und Verfolgung von Systemgegnern” ein. “Angesichts der wirtschaftlichen Erholung Deutschlands und der außenpolitischen Erfolge der NS-Regierung” hätten die Kölner, deren Stadt bis 1936 in der entmilitarisierten Zone lag, “ihren Frieden mit dem Regime” gemacht. Die Nationalsozialisten instrumentalisierten das Traditionsbewusstsein, wodurch sich Köln gegenüber anderen Regionalzentren profilieren konnte.

1935 wurde Köln der Titel einer “Hansestadt” verliehen, seit 1939 musste die Jungfrau im Dreigestirn eine Frau sein, 1941 wurden in der Stadt als “Ausfallstor des Westens” “Deutsch-Flämische Kulturtage” ins Leben gerufen. 1944 schließlich wurde der Gauleiter Josef Grohé zum reichskommissar für die besetzten Gebiete in Belgien und Nordfrankreich ernannt. Alle diese Fakten belegen, dass es zwar “eine regionale Spielart des Nationalsozialismus” gab, aber keine Sonderstellung Kölns, auch nicht in Hinblick auf die Diskriminierung und Verfolgung von zahlreichen gesellschaftlichen Gruppen und auch nicht in Hinblick auf den geleisteten Widerstand.

Erst, “als die Angriffe auf die katholische Kirche an Intensität zunahmen” und Köln frühzeitig und häufig Ziel alliierter Bombenangriffe wurde, ging das Gros der Bevölkerung auf Distanz zum System, schreibt Michael Hollmann, gleichzeitig blieb in Köln ebenso wie andernorts die Aufarbeitung der Zeit des “Dritten Reiches” aus. Den Nationalsozialismus im Nachhinein als eine Fremdherrschaft zu interpretieren udn sich selbst als immun gegen das NS-Regime zu betrachten, kann somit nur als Wunschbild gelten. Der Rezensent lobt das Buch von Horst Mazerath als “verständlich geschriebene, detailreiche und auch sehr gut bebilderte Darstellung”.

“Köln in der Zeit des Nationalsozialismus 1933 – 1945″, Geschichte der Stadt Köln, Band 12, erschienen im Greven-Verlag, Köln 2009, 657 Seiten, 60 Euro.

Internetrecht auf dem Prüfstand

Montag, 03. Mai 2010

Rechtsprofessor Rolf Schwartmann von der Kölner Forschungsstelle für Medienrecht hat Ende vergangener Woche in einem Gastbeitrag im Kölner Stadt-Anzeiger das geltende Recht im Internet hinterfragt. Obwohl der Tatbestand des Diebstahls in der analogen und in der virtuellen Welt dasselbe darstellen, werden sie doch unterschiedlich wahrgenommen und bewertet, sowohl von den Tätern als auch vom Staat. Doch für beide Bereiche müsse dasselbe Recht gelten, verdeutlicht der Autor.

Kölner Stadt-Anzeiger, 30.04.10, Titel: Analog durch die virtuelle Welt

Die Prozesse im Internet liefen schneller ab als in der analogen Welt, heißt es, mit seiner Dynamik und seinen Versuchungen müssten sowohl die Bürger (als permanent miteinander kommunizierende Gemeinschaft) als auch der Staat als “Aufseher” noch besser umzugehen lernen. Dennoch fällt die Unterscheidung von Recht und Unrecht eigentlich ganz leicht: “Weil das Internet Rechtsverletzungen ermöglicht, bedarf es der staatlichen Regulierung; und nicht nur das private Handeln im Netz hat Grenzen, sondern auch der Staat muss dort Schranken beobachten.” Volle Zustimmung!

Gleichzeitig verführt das Netz aber zu Straftaten (deren Verbot möglicherweise noch gar nicht festgelegt ist), da sich der Nutz unbeobachtet fühlt. Die Besonderheiten des Netzes in Hinblick auf die Geltung des Rechts dürfen aber nicht dazu führen, dass der Staat seiner regulatorischen Pflicht nicht nachkommt. Die Schlussfolgerung von Rolf Schwartmann: “Wir werden ihm also regulatorische Holzwege zugestehen und zugleich selbst Verantwortung für unser Handeln in der virtuellen Welt übernehmen müssen.” Das bringt ihn abschließend auf die Erziehungspflicht heutiger Erwachsener, die die Medienkometenz der “digitalen Eingeborenen” mit umfasst.

Damit diese Erziehung aber im Sinne eines eigenverantwortlichen Handelns im Netz funtkionieren kann, muss sich zunächst ein Unrechtsbewusstsein bei der jetzigen Elterngeneration durchgesetzt haben. In Zukunft wird es nicht mehr so viele Inhalte wie heute umsonst im Internet geben, aber wir und die nachfolgenden Generationen haben die Möglichkeiten, uns über alles Wichtige in Wort, Bild und Film miteinander zu unterhalten. Diese Freiheit lieben und nutzen zu lernen, das ist in meinen Augen das große Geschenk des Internets, und nicht der verbotene kostenlose Download von ohnehin preiswerten,  aber eben doch geldwerten Produkten und Leistungen.

Köln ist heiß auf Eishockey

Samstag, 01. Mai 2010

Kalte Schauer können einem den Rücken hinunterjagen, wenn die nach wie vor kritische Situation des Traditionsvereins Kölner Haie betrachtet wird (texthilfe.de berichtete). Heiß und kalt kann einem werden, wenn wir uns die Aussichten des Deutschen Teams bei der bevorstehenden Eishockey-WM betrachten. Keine Frage jedoch, dass das Kölner Publikum zweifellos heiß ist auf die Spiele der WM, die mit der Autfaktbegegnung Deutschland-USA am 7. Mai auf Schalke beginnt.

Offizielle Foto zur Eishockey-WM der IIHF

Vom 8. bis zum 23. Mai werden 29 der insgesamt 56 Spiele der Eishockey-WM in der Lanxess-Arena ausgetragen, einschließlich beider Halbfinale und der Finalspiele um die Plätze eins bis vier. Das Heimstadion der Kölner Haie ist mit 18.500 Plätzen die größte Eishockey-Arena Europas. Nach ihrer Eröffnung 1998 war sie bereits Austragungsort der Eishockey-WM 2001. Damals siegte die Tschechische Republik. Favoriten der WM in diesem Jahr unter dem Motto „Deutschland auf Eis“ sind in der „Osteuropa“-Gruppe A Rekordweltmeister Russland und die Slovakei, in Gruppe B Kanada, in Gruppe C Schweden und in der deutschen Gruppe D die USA.

Im deutschen Kader des Bundestrainers Uwe Krupp (44) stehen nur zwei Spieler der Kölner Haie, die Angreifer Marcel Müller (21) und Christoph Ullmann (26). Der in Köln gebürtige Trainer hofft im WDR-Interview auf herausragende Leistungen seiner Spieler, um den Abstieg zu vermeiden und möglichst das Viertelfinale zu erreichen. In der Vorbereitung hatte Deutschland zweimal gegen die Schweiz und 2:3 gegen die Slovakei verloren. Mit Ausnahme der Auftaktbegegnung Deutschland-USA am 7. Mai 2010 ist Köln der Spielort der Gruppen A und D. Die Gruppen B und C spielen in der Mannheimer SAP-Arena.

Offizielles Foto zur Eishockey-WM der IIHF

Nach der Vorrunde ziehen die drei besser platzierten Teams jeder Gruppe in die Zwischenrunde ein, während die Viertplatzierten die Relegationsrunde spielen und dabei zwei Absteiger bestimmen. Ziel des deutschen Teams ist die Zwischenrunde. Daraus geht es für die Top-Vier-Teams beider Gruppen dann per K.O.-Modus über Viertel- und Halbfinale ins Finale. Die Vorrundenspiele des deutschen Teams in Köln sind am 10. Mai gegen Finnland und am 12. Mai gegen Dänemark. Nachdem die Karten dafür bereits als vergriffen galten, wurde kurzfristig noch ein Restkontingent frei. Schnelles Buchen ist angesagt. Verbliebene Tickets unter Telefon 0221/8020, vor Ort im Ticket-Shop der Lanxess-Arena oder über die Turnierseite.